Schon mal 1 Stück Zucker in der Ostsee gefunden?

Ein Stück Zucker © Liz Collet

Es gibt Menschen, die das könnten. Lassen wir beiseite, ob damit ein  handelsübliches Stück Würfelzucker gemeint ist oder ein – noch kleineres – Stück Zucker, wie es im oberen Teil der etwa 1 Stück Würfelzucker entsprechenden Menge Zuckers entspricht, die ich auf einen Amuse Geule Löffel für Sie gestreut und mal eben unter die Kamera gehalten habe. Hübschere und noch bessere Nahaufnahmen von Zucker bekommen Sie in den kommenden Tagen übrigens schon noch zu sehen. Aber vorläufig mag das für das Gedankenspiel hier dem Zwecke dienen. Also, ob nun so ein Teilchen oder ein Würfelstück ist -  gemessen an der Ostsee relativ betrachtet -  schon eher marginaler Unterschied.

Kann man 1 Stück Zucker in der Ostsee finden? Selbst wenn es sich nicht auflösen würde……nicht so ganz “auf Anhieb”, darf man annehmen.  Mich hat ja schon beeindruckt, dass und wie man in einem Mordprozess, in dem ich vor ein paar Jahren in den ersten Monaten meiner Anwaltstätigkeit als Verteidigerin beteiligt war, Fasern fand. Und wo. Auch, wie man damit umging, obwohl sie Beweismittel waren und was man dennoch daraus ohne Zweifel beweisen wollte. Was nicht nur aus anderen Gründen technisch und beweisrechtlich “erstaunlich” war. Sondern immerhin relativ gesehen noch immerhin andere Grössenverhältnisse und Hürden des Auffindens und Nachweisens bedeutet. Zuckerkörnchen oder Zuckerwürfel in der Ostsee suchen und finden?

Hm. wer braucht sowas im Alltag? Ausser Gerichtsmedizinern, die derlei im Körper einer Leiche aus irgendwelchen Gründen (wie andere Stoffe auch) nachweisen können müssen oder wollen, wie andere Stoffe als Zucker auch?

Zucker ist da eher ein Vergleichsbeispiel. Eben für die Grössenordnung, in der man sich heute an technischen und labortechnischen und …………lebensmitteltechnischen Möglichkeiten bewegt, was man alles wo und wie genau suchen und finden kann. Finden – ist dabei ein unpräziser Ausdruck. Gemeint ist nachweisen. Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, der Präsident des BfR kann das. Hat er gesagt. ………….öhm. ja….Sie ahnen es, es kitzelt mich, ihn beim Wort zu nehmen. Und es mir von ihm mal vormachen zu lassen. Ich segle mal bissi raus auf die Ostsee, werfe ein Stück Zucker in die Ostsee, segle zurück  und sage dann

“Und jetzt -jetzt  suchen Sie mal, suchen Sie das Zuckerl.”  ;-)

Neiiiin, ….eigentlich wäre das schon wieder zu einfach, wenn er wüsste, wonach er sucht und dass es drin ist. Denn was er eigentlich damit sagen wollte ist, dass man unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln zum Schutze von Verbrauchern bei der Lebensmittelkontrolle und -sicherheit entdecken und nachweisen könne und eben selbst in winzigen Spuren, als er sagte:

„Wir können heute Spuren unerwünschter Stoffe wie Dioxine in Lebensmitteln im Bereich von Femtogramm zuverlässig nachweisen. Das ist wie das Auffinden eines Zuckerwürfels in der Ostsee. Für den Schutz des Verbrauchers müssen wir nicht zwangsläufig noch empfindlicher messen können. Wichtig ist aber, dass die in der Überwachung angewandten Analysemethoden alltagstauglich, schnell und vor allem sicher die unerwünschten Kontaminanten oder Rückstände identifizieren. Dazu sind validierte, sehr gut charakterisierte Nachweisverfahren notwendig, die möglichst auf der EU-Ebene und international anerkannt sind. Und noch wichtiger ist, dass diese auch global in den Ländern zur Verfügung stehen und angewandt werden können, in denen unsere Lebensmittel und Futtermittel produziert werden.“

Mit anderen Worten, mit einem Fachmann aus dem Hause des BfR hätten Sie, liebe Damen, sofort die passende Hilfe an Ihrer Seite, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie beim Kochen Ihres Goulasch nun versehentlich Salz oder Zucker hineingegeben haben.

“Liiiiiiebling, kannst Du mal büttö guggen kommen und testen, ob da Zucker im Goulasch ist?”

 Jaaaaa, schmecken würde man es natüüüürlich auch – aber geben Sie zu, mit einem Experten seines Fachs im Haus würde es zumindest diebischen Spass bereiten, ihn mal beim Wort seiner behaupteten Fähigkeiten zu nehmen und sie unter Beweis stellen zu lassen. Man kann beim Kochen auf vielerlei Art Vergnügen haben, ………. [Und mir fallen noch ganz andere Dinge mit Lebensmitteln und Spass damit ein.... aber das ist Ihnen eh klar...]  ;-)

Aber ……….wie heisst es so hübsch zu der Veranstaltung, zu deren Anlass er das sagte? Eben: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Gerade bei Lebensmitteln. Die ja – wie hier mehrfach betont wurde – eiiiigentlich ein Vertrauensgut seien. ……….Also nochmal? Vertrauen [i] s[s/t] gut. ………….Kontrolle ist besser.

Oder Sie sehen es wie ich. Vertrauen in manchen Bereichen gern. Und sehen es – zugleich dennoch – in anderen einfach mal gern. Mit eigenen Augen. Beim Wort genommen.

Dass es gemacht wird. Dass es gemacht werden kann. Wie es gemacht wird. Ob er’s mir mal zeigt….. das mit dem Würfel Zucker? Ostsee? ;-)

Ich würde ihn ja fragen, wenn ich da hin ginge. Aber vielleicht interessiert Sie ja – und zwar ebenso ernsthaft- wie mich und fachlich bzw lebensmittelrechtlich dieser Termin des  13. Forums Verbraucherschutz zum Thema „Kontrolle in der Nahrungskette – Besser Nachweisen – Besser Bewerten“ am 14./15. Juni 2012 (Programm als PDF)

Es soll die verschiedenen Möglichkeiten der modernen Analytik aufzeigen, deren Bedeutung bei der Kontrolle sowie bei der Bewältigung von Krisen entlang der Nahrungskette beleuchten.

In einem ersten wissenschaftlichen Teil stellt das Forum zunächst die Tätigkeitsfelder der 2004 eingerichteten Nationalen Referenzlaboratorien (NRL) und deren Beitrag zur qualitätsgesicherten Überwachung und Risikobewertung in den Fokus. In einem zweiten wissenschaftlichen Teil werden Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie die Gewinnung von Referenzmaterialien vorgestellt.

Sie kichern ja schon wieder….. tztztztzz….ahnend, was ich dann als Referenzmaterial bei mir hätte, wäre ich Teilnehmerin des Forums…. Sie aber auch immer! – Manchmal scheinen Sie mir aber auch gar nix Ernsthaftes mehr zuzutrauen…. Nun bleiben Sie doch mal bei der Sache….sonst kritzel ich Ihnen hier und wieder nur noch knochentrockennüchterne §§-Fachbeiträge ! Also, weiter geht’s:

Inwieweit Schnelltests und neue Analysentechniken zukünftig einsetzbar sind klärt dann ein weiterer Themenblock des Forums.

Neiiiin, da reden wir nicht über …Küche, Köchinnen, Kichern, Goulasch….

Ob der Weg der Entwicklung einer Analysemethode bis zur internationalen Normung und Standardisierung schnell genug erfolgt, wird beleuchtet. „Nach der Krise ist vor der Krise!“, welche Maßnahmen in den Laboratorien sind notwendig und möglich? Diese Frage soll mit Betroffenen der Länder und der Wirtschaft diskutiert werden, bevor abschließend alle Teilnehmer aufgerufen sind ihre Visionen darzulegen („Analytik 2022“).

Sagen Sie nicht Risikobewertung sei kein interessantes  Thema. Auch und besonders im Lebensmittelrecht. So, Zeit für einen zweiten Espresso. 5XXL³. Schwarz, bis der Löffel stehend stecken bleibt. Da haben Sie keinen Zweifel, dass und wieviel Espresso Sie darin finden und nachweisen können. Zucker………..finden Sie bei mir  keinen darin. Nicht mal Herr Professor Hensel. Und Zucker in soooo einer wönzögön Tasse suchen zu wollen, wäre eh keine Herausforderung für ihn. Gemessen am Referenzsuchbereich Ostsee … ;-)

Nein, nein, strengen Sie sich auch weiterhin an, Mesdamesmessieurs des Lebensmitteldesigns und der Lebensmittelherstellung. Sie müssen der Lebensmittelkontrolle und -Sicherheit immer immer immer das winzige kleine bisschen voraus sein, damit es eine Herausforderung bleibt. Das ist wie bei der Jagd. Sie dürfen Ihren Jagdhund das Wild nie wirklich erwischen lassen. Immer nur ein klitzekleines bisschen schnuppern und hie und da bissl was davon, damit sie weiter bei der Arbeit bleiben. So…. hinkt zwar der Verbraucherschutz immer ein bissi hinterher. Aber ……..hören sie mal, das ist der Preis der Forschung und des Fortschritts und der Weiterentwicklung. Die wissenschaftlichen Methoden und technischer Fortschritt  werden nur verbessert, wenn sie noch und immer noch und immer noch nicht gut genug sind…. Edison erfand die Glühbirne auch nicht, weil es immer hell genug war. ;-)

Ironiemodus ? Jou dat. Aber einen kleinen Trost habe ich doch für Sie. Denken Sie einfach immer daran, dass es zwei Möglichkeiten gegeben hätte, wie die Geschichte mit dem Hasen und dem Igel hätte verlaufen können, als dort ums Leben gelaufen wurde. Und um Lebens- bzw. Genussmittel und Gold am Ende des Laufs. Man muss nicht in jedem Rennen mitlaufen, man kann auch einfach darauf verzichten, alles mitzumachen oder …… alles in Kauf und Einkaufswagen oder -korb zu nehmen oder manchem Angebot eben einen (Einkaufs-) Korb  geben.  Anstatt alles mitzunehmen, was man auf dem Weg billig oder nicht so billig, aber seinen Preis nicht wert , mit nehmen kann.

Wie alle E’s, etwa. (E) in kauf (nehm) end.

Aber das ….ist Ihre Entscheidung…. ;-)

Quelle. BfR click

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