Nespresso – Teatime ?

Tea Time © Liz Collet

Nespresso – Teatime ? Oder lieber richtige Teatime? ;-)

Für manche ist schon die Verwendung eines Tee-Eies ein Sakrileg. Also nicht  DIESE Art der Verwendung des Tee-Eies (Sie ahnten es, mir ist fast nix heilig. Der Tee aber schon. Und meine Teatime. Mein Espresso bekanntlich auch. George hin oder her). Also, Tee-Ei geht für Tee-Liebhaber gar nicht. Oder sollte ich sagen: Tee-Fetischisten?

Da herrschen durchaus Glaubenskriege. Wenn es um den Tee und seine Zubereitung geht. Was glauben SIE eigentlich: Gibt es übrigens schon einen Tee-Sommelier? Die Frage ist nicht von ungefähr – bei der inflationären Ausbreitung von Sommeliers und Sommelièren in allen Bereichen von Food & Beverage. Googeln Sie ruhig mal fix, während Sie Ihre Teekanne Fix mit Teebeutel bestücken und ziehen lassen und ich hier weiter kritzle. Und bis Sie zurück sind, von der fixen Teekanne, schalte ich mal das “ZDF-Bildungsfernsehen” für Sie ein. HIIIIIER. WISO ZDF zum Thema Teesommeliers. *)

Teesommeliers der Welt – es gibt sie  – werden Schnappatmung und Herzryhtmusstörungen bekommen bei der Meldung von Nestlé. Dort will man demnächst nicht nur für den Coffee und die aromatischen und feinzerbröselten Bohnen, sondern auch für die zarten Blättchen vom Teestrauch capsules für die cups, tea cups, auf den Markt  bringen. Irgendwie denke ich – als Capsule-Rebellin – grade flüchtig an hangovers. Für Teetassen. Ich versuche – ääährlich ! – ganz unvoreingenommen und open minded den Gedanken abzuschütteln. Mir vorzustellen, ob und welche Vorteile oder verführungstaugliche Assoziationen  bei einer Teemaschine und Teekapseln ich daran und darin  sehen könnte. Die mich schon bei den Coffee Capsules sowenig wie Coffee to go – niiienicht – einzufangen vermögen.

Nun kündigte der für die Marke Special.T zuständige Nestlé-Manager Pascal Lebailly in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ heute an, dass die Markteinführung des  Kapselsystems  nach Tests in der Schweiz und in Frankreich    für November in Deutschland geplant sei. In Deutschland wird pro Jahr Tee für 1,3 Milliarden Euro gekauft.

Nestlé werde demzufolge in Deutschland eine „Welcome Box“ für die Teezubereitung einschließlich Maschine, Tassen und Teeauswahl für 89 Euro anbieten. Lebailly räumte zwar dem Bericht zufolge ein, dass sich die Verbraucher erst noch an diese neue Art der Teezubereitung gewöhnen müssten, und er daher eine längere Anlaufphase erwartet. Dennoch glaubt er, in absehbarer Zeit einen Marktanteil von einem Prozent erreichen zu können.

Es will mir nicht gelingen, mich zu den 10% zu zählen. Nicht einmal angesichts der Zahlen und Käufe von Kunden von Kaffeemaschinen für und mit Kapseln.  Die ich auch während meiner Arbeit im Handel ein Jahr lang täglich beobachten konnte. Wo neben Multimedia- Geräten und Spielekonsolen und anderen technischen Geräten für mehrere hundert Euro auch  diese Art von Geräten und Zubehör und deren Preise auffallend unkritisch gekauft wurden. Over budget.

Ich habe keinen Zweifel, dass just in der Vorweihnachtszeit ein gewisser Marktanteil spontan auch bei diesem neuen Produkt erreicht wird, allerdings weder annähernd in dem Umfang wie bei Kaffee, noch dauerhaft.Das hat auch mit der Verbreitung und der Art des Konsums von Kaffee einerseits und von Tee andererseits zu tun.

Aber ein gewisses Neuheitsmerkmal wird auch bei diesem Produkt seine Käufer finden. Sie kennen das Muster, das irgendwann einmal mit Fondues, Raclettes und Heissen Steinen seinen Anfang nahm, immer in der Vorweihnachtszeit. (Kategorie: Mangel an Geschenkideen für die liebe Verwandtschaft & Co. zu Weihnachten). Seltsamerweise haben sich aber Teekocher und kombinierte Tee-und Kaffeemaschinen nicht lange und nicht wirklich im Markt etabliert und halten können. Sie fristen, wenn überhaupt, ein eher schattiges Dasein. So könnte es auch den Tea Capsules ergehen.

Nicht nur, weil man eigentlich nur einen Teebeutel und heisses Wasser für die schnelle oder fixe Tasse oder Kanne Tee benötigt. Weil man eine Capsule nicht mit dem heissen Wasser aus der Thermos oder vom Gaskocher beim Angeln, Segeln, Wandern, Campen oder sogar mit dem Tauchsieder aus meinem Immerdabei-Set bei Business-Terminen in jedem Hotelzimmer zur genussvollen Morgentasse Tee verzaubern kann. Oder zur  wieder aufwärmenden Tasse Tee vor dem Einschlafen im Hotelzimmer bei Tagungen und Kongressen, wenn DB, Auto oder Flieger und Anreise sich so verzögerten, dass man sich nur noch eine anheimelnde Tasse Tee wünscht, während man aus den Heels schlüpft und den handtaschentauglichen Tauchsieder einstöpselt. Im Allgemeinen steht eben nicht George mit dem Nespresso-Tea- oder Coffee-Automaten und der Extraportion Tea Capsules vor der Hotelzimmertüre – als Service für den Genuss. Sei es Tea, Coffee oder….nunja, sinnlichen Genuss. ;-)

Und so mag Nespresso Marktreife und Marktpotentiale für das neue Produkt sehen. Und seine Kunden finden. Mich sehe ich unter diesen auch deswegen nicht: Vielleicht weil ich Tee aufgiessen und trinken gleichermassen mit Zeit, Musse und den Handgriffen nur zu gern zelebriere. Downsmoothing breaks during the day ….and sometimes even late noon and night. Sie finden daher mehr als ein Teesieb und mehr als eine Teekanne in meiner Burg. Und vielerlei Lieblingsteedosen, gut und fein gefüllt. Mit losem Tee. Und mancherlei auch in Beuteln. Nicht alle von letzteren sind schlecht, weder vom Inhalt und Zusatzstoffen, noch von der Qualität des Tees selbst.  Der Blick auf die Packungsangaben lohnt, es kommt halt drauf an, …. was jeweils drin ist, lesen und selbst denken ist ja erlaubt. Sogar Verbrauchern.

Und es spricht für sich, vermute ich, dass nicht nur bei mir täglich selten weniger als 3 Kannen  Tee über den Tag allein denselben begleiten. Die Zahl der Teekannen, die selbst dbmS bis heute gern geniesst, noch nicht mal mitgerechnet.  Ich verrate kein Geheimnis mit der Tatsache, dass im Gepäck beim Einzug in seine Studentenwohnung ein Sortiment von 40 – !! – Packerln Tee für seine dortige kleine Küche und den Vorrat von der Isarmetropole nach Passau reisten, bunt gemischte Sorten Früchtetees, grüne und weisse Tees und anderes, seine Lieblingssorten. Hauptsächlich in Form von Teebeuteln für die fixe Teekanne und von dieser, aber nicht nur. Und eben auch lose Tees aus diversen Teehandelskontors, die ich schätze und er auch. Wie lange der Vorrat nur hielt, verrate ich nicht.  Tee hat etwas von Gemütlichkeit, Behaglichkeit und Heimeligkeit. Loser oder Tee in Beuteln duftet. Schon vor dem Aufguss.  Je nach Sorten des Tees kann man ihn erkennen und unterscheiden. Duft, Düfte generell sind Genuss, die schon vor dem Schmecken oder Berühren in jedem Bereich der Sinne Vorfreude und Lust wecken. Auf den Genuss selbst.

Wie aber will eine Teekapsel unter ihrer Alufolie und in der Plastikverpackung das noch auslösen, was beim Kaffee aus der Kapsel grade noch nach dem Aufbrühen mit der Maschine gelingen mag. Weil eben Kaffee einen anderen, stärkeren Duft verbreitet. Als Teeblätter und ihr weit feinerer, sachter Duft, zarter Flavour, Aroma?

Mag sein, es käme auf einen Versuch an. Sag niemals nie… denn nie ist ja bekanntlich eine verflixt lange Zeit. Auf einen Test mit eigenen Augen, Schnuppernäschen und Gaumenprobe. Um mich beim Tee aus der Capsule vom neuesten Coup für die Cup von Nestlé zu gewinnen. Mag sein. Aber…. das wäre dann schon ein Meisterstück.
Das Nestlé dazu vollbringen müsste. ;-)

*) Hinweis: Schnell guggen – Sie wissen ja: temporär begrenzte Verfügbarkeit von Beiträgen in Mediatheken der Sender

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