Arbeiten im Alter – Warum ältere Arbeitnehmer unterschätzt werden ….?

Nordic Walking © Liz Collet

Vielleicht liegt es ja – auch! – an Artikeln der Journaille. An solchen wie diesen. Wenn diese nämlich  titeln mit „Arbeiten im Alter  – Warum ältere Arbeitnehmer unterschätzt werden“ und der erste Satz dann lautet „Ab 50 lässt die Gehirnleistung nach“ nutzt es den 50+  Mitarbeitern oder Bewerbern nix, wenn der anschliessende Satz das als Vorurteil wieder abzumildern versucht.  Vielleicht liegt der Denkfehler bereits darin, dass von Medien Menschen mit 50+ bereits als Menschen im Alter angesehen, bezeichnet und kategorisiert werden – wenn es um Arbeit, Arbeitsplätze und Kranken- und andere Versicherungen geht, bei denen die erreichten Lebensjahre zum Handicap werden.

Als Kinder waren für uns „alte Menschen“ eigentlich nur und erst diejenigen, die bereits oder gar schon eine Weile in Rente waren. Vielleicht wäre es en passant der demographischen Änderungen unserer Gesellschaft gut, dem Gedanken wieder bisserl näher zu kommen? Auch wenn es – fit wie selbst die bereits in Rente Befindlichen seit langem sind – selbst dann noch fraglich sein kann, ob man diese dann als alt ansehen kann, darf, sollte. Auch und besonders im Vergleich mit jenen – auch in der Journaille – noch im Arbeitsleben Stehenden, welche sich täglich dort als überfordert, genervt, gestresst, erschöpft, überlastet, ausgebrannt beklagen – oder?

„Wenn man anfängt, aufzuhören, noch etwas Neues lernen oder Dinge von einer neuen Seite ansehen und auch mal seine Meinung zu etwas ändern zu wollen und können, dann erst fängt man an, alt zu werden.“

Das war die Einstellung derjenigen „älteren“ Menschen in meiner Familie, meiner Umgebung, zwischen denen ich aufwuchs. Und meine, schon seit Kindheit, daher. Und Einstellung derjenigen „älteren“ Menschen, denen ich auch danach beruflich wie privat begegnete, die in jeder Hinsicht wach und fit und ——- in meinen Augen ——– jung geblieben sind.

Vielleicht sollte mancher Vertreter seiner journalistischen Zunft, die ja nach ihrem Selbstverständnis, wie auch dem Berufsbild maßgeblich zur Meinungsbildung in der Gesellschaft und damit auch im Arbeitsleben beitragen (wollen), genau das tun: Umdenken – und Menschen 50+ mal schlicht nicht als solche „im Alter“ kategorisieren und journalistische Altersdiskriminierung  betreiben. Nur, um dann dem Arbeitsmarkt den Schwarzen Peter zuzuschieben, dass dieser sie als zu alt ansehe und unterschätze? Dann hätte er (oder sie) schon wenigstens ETWAS davon gelernt, was er nicht nur mit der Auseinandersetzung mit dem einen oder anderen Sachbuch oder seinem Autor selbst verinnerlichen könnte. Bevor er oder sie in der Presse und Medien Lebensjahre selbst  bereits diskriminierend thematisiert.

Ni X für U ngut.

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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3 Antworten zu Arbeiten im Alter – Warum ältere Arbeitnehmer unterschätzt werden ….?

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