„Ab Oktober schicken wir schon mal die lowbudget-Geldscheisserchen auf der kleinen Startbahn raus…….“

Coffee  © Liz Collet

Coffee © Liz Collet

„…………… dann können wir sagen, huiiiii, der BER ist wie im Flug eröffnet, seit Mehdorn sich drum kümmert. Und Geld kommt auch rein. Kleinvieh macht auch Mist und bei dem Mist, den wir bislang bieten, der rausgeht, sollte auch mal richtig viel Kleinviehmist reinkommen. Und dass es auf der kleinen Flugrampe bissi wegen der Baumängel rumpelt, merken die einen eh nicht und bei lowbudget-Flügen kann eh keiner meckern. Naja………..und mit dem Rest lassen wir uns dann mal bis 2015 oder so Zeit………. meine Kunden kennen mich,…………is wie bei der Bahn – sie kommt, wenn auch erst irgendwann, und auch nicht früher, ob alle meckern oder nicht, sie warten weiter darauf, wenn sie mit dem gekauftem Bahnticket am Bahnsteig stehen“.

Is‘ nur so Kopfkino. Zur Nachricht, die ich lese. Und nur mein Kopfkino, das dabei abspult, über das, was ein paar sich da so ausmachen, bei einer Pokerrunde. Oder am Schreibtisch.  Mit dem einen oder anderen am Tisch, die das ausbaldowern.

Mit mir geht einfach die Fantasie durch. Beim Lesen dieses Artikels. Sehen Sie es mir nach. Es muss am Espresso liegen, heute morgens.

Aber wenn Sie schon mal da sind und hier lesen: Was erwarten SIE eigentlich von einer elektrischen „Premium“ Kaffee- und Espressomühle, die laut Produktbeschreibung Mahlgrade 1-9 haben und frisch gemahlenes Kaffeepulver in gewünschter Menge und Mahlgrad liefern soll? Mahlgrade in 3 verschiedenen Stufen allein schon für Espresso? „1-3 feiner Mahlgrd für Espressomaschinen“ ……..und 4-6 und 7-9 für mittleren Mahlgrad für Filterkaffeemaschinen bzw  groben Mahlgrad für Cafetieres, Perkolatoren (Sie dürfen ruhig googeln, was das ist), Handaufguss und türkischen Kaffee.

Ich erwarte – dachte ich – eigentlich gar nicht sooooooo viel. Durchaus im Blick den Preis der Kaffeemühle in Relation zu den Produkteigenschaften und -fähigkeiten. Aber bissi wenig, fand ich, war es dann eben doch. Auch für „nur“ 40 Euro. Vielleicht auch, weil es mich ärgert, wenn 40 Euro für manchen Händler oder deren Mitarbeiter als Etikett verkauft werden, an dem man ablesen soll, dass man dafür gar nichts erwarten dürfe. Schon gar nicht die Funktion zugesicherter Eigenschaften. 40 Euro………….kein Preis, zu dem man etwas erwarten darf? Hmmm…. dann bitte sehr, kleben Sie an das Produkt doch kein Preisschild, sondern einfach einen Aufkleber mit einem Text wie zB „Für eine Spende von 40 Euro erlauben wir Ihnen, diesen Elektroschrott zu entsorgen“.

40 Euro……….sind ungefähr der Betrag, mit dem manche Menschen einen Monat lang täglich zur Arbeit fahren, in meiner Isarmetropole und damit das Geld erarbeiten, das sie in den Handel tragen, um dort noch ein paar Arbeitsplätze mit zu erhalten. 40 Euro sind ein Betrag, von dem manche Menschen einen ganzen Monat leben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dame am Telefon:

„Sie sind aber recht anspruchsvoll, WIE fein soll es denn Iiiihrer (denken Sie sich einen indignierten hohen Ton an dieser Stelle) Meinung nach sein!??. Für 40 Euro bei einer Maschine…..“

Weiss sie, mit wieviel Recht ich voller Ansprüche sein könnte nach dieser mangelhaften Lieferung? Würde ich die Bohnen zwischen zwei Steinen vom Isar- oder Loisachstrand mahlen, würden sie feiner.

Ich denke ernsthaft über diese Alternative als Option nach. Darüber, was man sonst mit den Steinen machen könnte, nicht ganz so ernsthaft, sondern eher cartoonistisch auch. Aber ich bin ja nicht Joschka. Und auch der warf nie mit solchen. Und mit anderem bekanntlich auch nie.

Denn da ich eigentlich von sanftem Gemüt bin (Sie dürfen an dieser Stelle ruhig kichern, ich auch) und auch bei der Maschine nur ganz wenig will und (ich Dummie aber auch) nur eins will, versuche ich ihr das zu erklären: Fein mahlen hätte genügt. Nur fein. Das wäre fein gewesen. Bissi Unterschied, spürbar, sichtbar, bei den anderen 8 Stufen wäre für mich schon verzichtbarer Schnickschnack, aber immerhin auch nicht schlecht gewesen.

Zum Beispiel wäre ich schon ganz leicht glücklich zu machen gewesen, wenn die Mühle einfach einen feinen Mahlgrad (einen! – nicht mal unbedingt drei verschiedene) für Espresso fabrizieren würde. Oder  überhaupt unterschiedliche Mahlgrade. Die müssten gar nicht präzise 9 deutlich erkennbare Mahlgrad-Unterschiede rauskommen lassen. Wenn sie wenigstens überhaupt unterschiedlich fein mahlen würden.

Und eben vor allem eins: fein mahlen. Einfach nur fein mahlen.

Anstatt etwas aus Espressobohnen zu fabrizieren, was eher Ähnlichkeit mit grob gehackten Mandeln oder Haselnüssen hat. Und daher ungefähr soviel Aroma aus den Espresso- und Kaffeebohnen zieht. Beim Aufguss.

Sie ahnen es. Heute morgen bin ich nicht soooooooo wirklich glücklich. Mit den 9 Stufen zum vermeintlichen Espresso-Frischmahlen-Paradiesesglück. Von dem ich schon eine Weile träumte, weil er erstens dann um so vieles besser schmeckt und Aroma hat. Obwohl bei rund 250 g wöchentlich im Schnitt weggezuzelten Mengen Espresso auch der in der Rösterei bei Kauf vermahlene oder sonst im Laden gemahlen gekaufte Kaffee kaum sein Aroma aushauchen kann, bevor er wegkonsumiert ist, bei mir. Aber da ist ja auch noch der Preis, der beim Kauf ganzer Bohnen im Handel den Erwerb der Kaffeemühle gegenrechnen lässt. Und vor allem…………ich liebe ihn eben frisch gemahlen.

Und so war und bin ich nicht sehr angetan vom Grad der Zerknirschung seitens des Händlers und seines Personals für „Beschwerdemanagement“ angesichts des Grades der Zerknirschung, pardon: des Grades des Mahlergebnisses bei den Bohnen. Mit der Maschine. Auch beim Grad der Zerknirschung gibt es verschiedene Stufen. Japanisch fein graduiert. Und auch wenn man sich dort eher auf Tee spezialisiert hat, als auf Kaffee, ……..beim Grad der Zerknirschung halte ich die geltenden Maße für analog anwendbar.

Vielleicht hat einer beim Hersteller vergessen, die Maschine zu informieren, was sie alles kann? Können soll? Machen soll? Vielleicht hält sich die Maschine für eine Minijobberin beim Preis von rund 40 Euro. Und daher für ausreichend, eine low performance für low budget zu liefern. Mahlend.

Ich werde es – vielleicht ? – noch erfahren. Und was ich als Kunde erwarten kann. Von dem Maschinchen. Und dem Händler.

Ich stelle jetzt mal 9 Schälchen bereit.

KICHERN Sie NICHT! Tztztz….

Und mein silbernes Kaffeemaß. Auch Beweisführung darf stilgerecht zelebriert werden.

Mit dem Kaffeemaß, das ich zu Studentenzeiten mal geschenkt erhielt. Von einer der beiden Grossmütter, von der ich auch das Porzellan erhielt, das mein erstes Studentenzimmerchen bestückte. Stückweise. Wörtlich. Aus stückweisen Resten eines Porzellans. Das ihr selbst viele Jahre vorher mal „die Barons“ geschenkt hatten, weil sie sich längst neues Porzellan angeschafft hatten. „Die Barons“ waren niemals blaublütig, sie hiessen einfach  so mit Familiennamen. Und waren nette Nachbarn meiner Grosseltern über Jahrzehnte.Und so wanderten Stücke jahrzehntealten Porzellans mit Bildern aus roter Farbe auf hellem Grund von Tür zu Tür und Türchen meiner Studentenbude. Und reichten  allemal und immerhin für zwei Suppen-, einen Speise-, drei Kuchen/Dessertteller, zwei Kaffeetassen nebst Untertassen und eine Kaffeekanne plus Milchkännchen  (da trank ich ihn noch nicht schwarz) und eine Teekanne. Dazu ein Porzellanfilter für den Handaufguss, weiss, nicht vom selben Porzellan.Und ein Tee-Ei, das heute noch in meinem Fundus zu finden ist. Allerdings eher als Model, weil man ja Tee-Eier nicht mehr verwendet. Als Teegeniesser. Sondern Teesieb.

Und ich fühlte mich mit den Stücken des Porzellans wie ein Schatzkönig, als ich das Geschirr mit den weissen Reststücken aus anderem Geschirr zusammen im Regalschrank jenes ersten Studentenzimmers auf der Donauinsel verstaute. Mit dem silbernen Kaffeemaß. (Kichern Sie ruhig) Nicht wegen dieses Löffels. Sondern weil man sich so fühlt, wenn man alles  hat, was man braucht. Für Neuanfänge und Alltägliches. Minimum. Aber genug, um den Start in den Tag geniessen zu können.

Wie gesagt, eigentlich braucht es nicht viel.

Eigentlich nur noch ein bisschen fein gemahlenes Kaffeemehl………………..

Gehen wir es an. 9 Schälchen. 9 x mit Kaffeemaß füllen. Und dann …………….Knopf drücken.

Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Ich habe da noch was gelesen in der Betriebsanleitung von „Stromschlag“ und Stromschlagrisiken“. Ich bin nicht sicher, ob die Dame am Telefon sich bewusst ist, was mir bei Stromschlägen in Anleitungen für Kunden so alles einfällt……

Eines sicher nicht: Wie Mehdorns Bahnkunden murrend, aber ohne Lösung des Problems zu erhalten vor dem nicht zufriedenstellendem Produkt und Service stehen zu bleiben, nur weil ich schon dafür bezahlt habe.  😉

PS: Und inzwischen geniesse  ich derweil halt den Espresso, den ich mir in der Rösterei (in weiser Voraussicht noch in Reserve vorhanden, so sind Jungfrauen eben) noch habe mahlen lassen, diese Woche. Auf das gewünschte Maß und Feinmahlung.

Starten Sie gut gelaunt und geröstet…….öh…gerüstet in Ihren Tag. Seien Sie anspruchsvoll. Wenn Sie bekommen wollen, was Sie verdienen!

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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Eine Antwort zu „Ab Oktober schicken wir schon mal die lowbudget-Geldscheisserchen auf der kleinen Startbahn raus…….“

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