Ethik der Verbraucher und ihrer Wahl am Regal …..und ihre [un]Bestechlichkeit?

Pasta Forme Strane No6 Tricolore © Liz Collet

Pasta Forme Strane No6 Tricolore © Liz Collet

Manchmal sollte ich Wetten abschliessen.

Der Shitstorm über den Inhaber eines der namhaftesten Unternehmen, die Pasta herstellen und handeln und seine Äusserungen in einem Interview über die Zielgruppe, die in der Werbung des Unternehmens dargstellt werde, war noch in der Phase steigender Beaufortzahl, als ich in einem Gespräch sagte, dass nun genau zwei Dinge passieren und folgen würden.

  • Erstens wird die Konkurrenz es als Steilvorlage nutzen, um daraus für sich zu werben und Kunden zu gewinnen zu suchen, indem man sich davon abgrenzt, besser, angeblich toleranter darstellt. Ob und welche Meinung in den Köpfen herrschen, ist eine andere Frage, die keinen der Lemminge der Gutmenschen, die mit like, share und shitstorming auch keiner wirklich hinterfragen wird. Vor allem aber nicht transparent erkennen würde, geschweige den be- oder widerlegen. Weil jede Meinung und Werbung der Konkurrenz alles sein kann zwischen Lippenbekenntnis und Wahrheit. Und wo letztere in Zeichen der Werbung liegt, darüber kann man jahrzehntelang debattieren. (Beispiele der zwischenzeitlichen Werbung bei/mit der Konkurrenz)
  • Zweitens wird es spätestens innerhalb der nächsten zwei Wochen Sonderangebote zum Produkt von Barilla in den Läden geben und die Regale werden von Schnäppchen- und Pastakunden geleert werden, wie bei jedem anderen Sonderangebot auch. Verbrauchermeinung und -urteile sind monetarisiert und monetarisierbar. On va voir.

Und ich hätte eine diabolisch-fiese Lust, die Kunden an diesen halb- oder noch mehr geplünderten Schnäppchenregalen nach ihrer noch vor wenigen Tagen zu dem (social) medialen Shitstorm und ihrer da noch geäusserten oder vorhandenen Meinung zu fragen. Und zu erfahren, ob diese nach dem „Skandal“ geändert habe oder nicht oder jetzt wieder so schnell oder gar nicht geändert hat und was den Ausschlag gibt, das Produkt dennoch, jetzt erst recht oder nur wegen des Preises zu kaufen, den es in dieser Woche hier in den Angeboten hat.

Ob in anderen Lebensmittelhandelunternehmen auch, habe ich nicht nachgeprüft, aber das wissen Sie ja vielleicht, wenn Sie dieser tage mal darauf bei Ihrem eigenen Einkauf achten.

Mich persönlich hat das Interview und die darin erfolgten Äusserungen sowenig wie das Schnäppchenangebot am Regal in meiner Kaufentscheidung beeinflusst. Aus verschiedenen Gründen, die aber hier (und im Moment) nicht zu vertiefen sein müssen.

Ich hätte wetten sollen. Damit hätte ich jede Menge Schnäppchen gemacht, beim Ausgang der Wetten.
Nur war ich mir zum Zeitpunkt des „Skandals“ nicht sicher, worauf ich wörtlich formuliert hätte wetten sollen:

Auf die Scheinheiligkeit der gutmenschelnden Meinungsäusserung und deren Validität, wenn nur der Preis stimmt? (Man hätte mich sicher auf einem Scheiterhaufen in einem Pastatopf sieden wollen.)

Auf die Unbestechlichkeit des Kundenurteils, das allein nach Qualität einer Marke abstellt und eben gern preisbewusst und damit ökonomisch wirtschaftet? (Da wäre ich mir bissi heuchlerisch vorgekommen).

Ich kann mich nicht entscheiden, wie ich meine Wetten hätte am besten formulieren müssen, um weder verhauen zu werden, noch einen faden Geschmack im Goscherl zu haben.
Und so belasse ich es einfach mal dabei, mir auch weiterhin nur das ins Goscherl zu schieben oder zu akzeptieren und tolerieren, was mir schmeckt. In any sense: Ob an Lebensmitteln oder Meinungen, die mancher von sich gibt.

Und welche das jeweils sein mögen…….nun, das hängt bei mir nicht von mehr oder weniger willkürlichen shitstorms ab, sondern von meiner eigenen Meinung, die ich mir bilde. Und die ist manchen unbequem, aber dafür unbestechlich. Aber ich hänge sie dafür nicht einfach in den Wind der Meinungen und shitstorms anderer oder an den Preis, den sie kostet. Oder der auf dem Preisschild steht.

Ihre nicht?😉

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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2 Antworten zu Ethik der Verbraucher und ihrer Wahl am Regal …..und ihre [un]Bestechlichkeit?

  1. Pingback: BeVOR es WERKstücke gab, die Köchen und Hobbyköchen das Denken und Kochen und Können abnahmen (oder damit werben) | Jus@Publicum

  2. Pingback: Pasta – so preiswert, wie möglich und basta! [?] | Lizchens Markt-Gangerl

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