Bisschen päpstliche Suspendierung sui generis

Hope  © Liz Collet

Hope © Liz Collet

Kennen Sie den immer gern zitierten und gefürchteten Satz eines Arbeitgebers zu seinem Mitarbeiter:

„Wir wissen eigentlich gar nicht, was wir ohne Sie machen würden, aber ab sofort werden wir das wohl versuchen müssen.“

Beliebt in der Variante kombiniert mit:

„Wir wollen Ihrer völlig uneingeschränkten Freizeitgestaltung mit sofortiger Wirkung nicht mehr im Wege stehen.“

Sie können es auch Kündigung mit sofortiger Freistellung oder Suspendierung nennen.

An sowas wie eine Suspendierung muss man unweigerlich denken, wenn man die heutige Postille aus dem Vatikan liest bzw ihr lauscht, als sie verlesen wurde, mit der charmanten und fürsorglichen Passage darin:

„In Erwartung der Ergebnisse besagter Prüfung und der damit verbundenen Vergewisserung über diesbezügliche Verantwortlichkeiten hält der Heilige Stuhl es für angeraten, S.E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit auβerhalb der Diözese zu gewähren.“

Und wenn Sie es bis hierhin mokant oder ironisch verstanden haben sollten, so ist dies keinesfalls so zu verstehen. Im Gegenteil. Und: Es ist die sicher klügste, derzeit weiseste und in der Tat christlichste wie fürsorglichste Form des Umgangs eines Papstes mit einem seiner Hirten, der irgendwie auch ein Schäfchen ist. Ein bisserl verloren, jenes Schäfchen. Im Strudel der Ereignisse. Ob Verfehlungen oder nicht, welche en detail – das wird zu prüfen bleiben. Und bis dahin gilt – von manchen im Medienrausch rauschenden Blätterwaldes gern vergessen – jenseits aller Summen der Diskussion mehr als ein Satz und Gebot im Umgang mit Angeschuldigten wie etwaigen im Wege irrenden Schafen. Und einer, der zu bewerten, urteilen und (es) zu richten haben wird, hat vielleicht eine Geschichte nicht vergessen. Jene in der Bibel, in der ein Hirte um selbst eines der verlorenen Schafe die Herde auch einmal aus den Augen und dem Blickfeld lässt, um das eine am Abgrund nicht endgültig verloren zu geben.

Wer unter denen, die selbst nicht perfekt und mit Fehler behaftet sind und für solche gradestehen sollen, würde sich so ein Stück Hoffnung und Schutz nicht ebenfalls wünschen?

Auch darüber kann man ja einmal nachdenken………… anstatt nur zu urteilen.

Advertisements

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
Dieser Beitrag wurde unter 1 abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Bisschen päpstliche Suspendierung sui generis

  1. Pingback: Es ist ein ausgesprochen hinterhältiges Gericht, …pardon: Gerücht …… | Jus@Publicum

  2. Pingback: “Tebi’s Payback”: 3,9 Mio € Schadensersatz ? | Jus@Publicum

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s