Mal eine Lanz.e brechen für….oder gegen Onlinepetitionen {Die neue Waffe gegen …..?}

Au travail. À Colmar. © Liz Collet

Au travail. À Colmar. © Liz Collet

Es geht durch alle Medien.

Die Onlinepetition. Gegen Lanz.

Und wie sie durch die Decke geht mit Zahlen.

Und das bietet wieder mediale Gelegenheit zu tiefenpsychologischen Erörterungen des Seelenzustands der Fernsehnation.

Woher nur der „Hass“ auf Lanz käme. Fehlt nur noch die Befragung von Sachverständigen im Frühstücksfernsehen dazu. Live. Im Studio.

Man kann auch Antipathien und Kritik zum Hass hochstilsieren. Und wie so viele Shitstorms schaukelt auch dieser sich selbst und viele sich gegenseitig hoch.

Ich kann es dem Zuschauer leider nicht ersparen, der ZDF und Lanz kocht und Lanz guggte und guggt,bis er kocht vor Wut und –wetten dass? – damit die Sendungen am Leben hält, die ihn so giftet.

Lernt von der ARD!!

Da ist noch nicht mal die Quote sooooo mies gewesen, aber immerhin uninteressant genug geworden, dass man Thomalla und Co absetzt.
Dazu braucht es keine Onlinepetition. Ein Generalboykott über den Finger auf der Fernbedienung oder am Gerät hätte genügt. Nur Masochisten guggen endlos weiter, was sie angeblich nicht mehr sehen wollen. Und der Mensch, der bei Verkehrsunfällen hinguggt, selbst wenn die Hirnflüssigkeit des Unfallopfers aus der Hirnschale rinnt. Anstatt sein Hirn zu bemühen.  Beim virtuellen Konsum. Wie real vor Ort nicht im Weg zu stehen als Unfallgaffer, sondern zu helfen, wo er kann und die zu rufen und denen nicht im Weg  zu stehen, die es an seiner Stelle tun können und müssen.

Selbst das schlechteste TV-Programm guggt er noch, wenn ihm dabei auch nur Zeit und gute Laune zwischen den Finger verrinnt und er damit die Maschine am Leben hält.
Und weil der Mensch ein Lemming ist, braucht nur einer seiner Twitter- oder FB-Kontakte EINEN einzigen halbkryptischen Satz in die Timeline mit hashtag #Lanz zu setzen und sowas dazu wie: „Skandalös, der Talk mit xy (Gast)“ zB.

Und Sie können sicher sein, mehrere Dutzend seiner Kontakte guggen schwubbs auch die Sendung und den Moderator, die und den angeblich jeder #niewiedersehenwill. Und hunderte von Kommentaren füllen Timelinepost und Gruppenpostings.

Dabei wäre es eigentlich soooo einfach. Ausschalten. Was anderes guggen. Null-Linie in Quote. Sowas wie lanzfreier Abend. Statt autofreier Sonntag.

Ich hab nichts gegen Lanz. Ich gugge ihn mir einfach schon lange nicht mehr an. Für manches ist die Lebenszeit einfach zu kurz, um sie nicht besser zu ver(sch)wenden. Das ist eine rein rationale, emotionslose Programmwahl.

Ich werde das bald auch mit SOKO Leipzig so halten,wenn nicht irgendjemand „Kowalski“ aus dem Drehbuch raussterben lässt. Ok, man muss ihn nicht sterben lassen, den Serientod. Obwohl Drehbücher und Sender da sonst auch nicht zimperlich sind. Aber gut……..man muss ihn nicht meucheln. Für korrupte, bestechliche, kriminelle und das Leben seiner Kollegen auf’s Spiel setzende Polizeibeamte bieten sich auch andere Alternativen an,um ihn aus dem Dienst der SOKO zu kritzeln. Ich wäre wüüüürklüüüch dankbar für einen Aufruf des ZDF an die Zuschauer, an einem shitstorm, pardon: Drehbuchwettbewerb teilzunehmen, um den Murks mit ihm zu beenden. Vorläufiger Arbeitstitel „Liebe Zuschauer: „Murksen Sie Kowalski ab!“
Wie gesagt, man muss ihn nicht gleich den Serientod sterben zu lassen, damit der Serienmurks mit ihm endlich ein Ende findet.
So schwer kann das nicht sein – ich ertappe mich bei jeder der letzten Folgen dabei, dass ich die Lösung der Folge schon habe und mir dann beim Guggen ausmale, wie die Folge stattdessen laufen könnte, noch während sie läuft. Ich lasse Kowalski stolpern (uops …tief im Treppenhaus), in einem seiner vielen Suffmomente vor ein Auto laufen, den Gasherd seines Campingbusses nicht abdrehen (bissi PFFFFFUMMM?) und anderes mehr. Ich  sehe endlose Möglichkeiten und spiele Paralleldrehbuch während ich die Folge gugge.Ich bin ernstlich  besorgt um mein Seelenheil. Es entfaltet mörderische Gelüste. Aus schierer Langeweile. Wäre ich  begabt wie die Queen of Crime, die aus Langeweile bei der Arbeit in einer Krankenhausapotheke die schöpferischen Potentiale von Inhalten der kleinen Flascherln entdeckte, könnte daraus noch Trost und Hoffnung keimen, mit Leichen, die den Weg pflastern, literarisch reiche Ernte zu machen.

Bei der Queen of Crimes  führt e das bekanntlich zu „The Mysterious Affair at Styles“ und zur Erschaffung eines Belgiers, der die Queen of Crime später so sehr nerven sollte, dass sie darüber nachdachte, auch ihn zu ermorden. So zieht ein Mord den nächsten nach sich. Agatha Christie war mörderisch fleissig und konnte daher auf detektivische Figuren zur Lösung der eigenen Mordfälle nicht gänzlich verzichten.  So schuf sie lieber aus einer Rippe krimineller Gelüste Miss Marple und der Rest ist Geschichte (n).

Aber für uns so? So bleibt nur von Folge zu Folge Kowalski nichtsahnend in eine mörderische  Falle nach der anderen fallen, stolpern, fahren, kippen, unter die Räder von Demonstrationen gegen Lanz und ZDF geraten und unter andere Räder kommen zu lassen, auf Krankenbetten zu  entsorgen, wo ihn dann fiese Krankenhauskeime erledigen. Bevor ihn dann der Bergdoktor mit Hirntoddiagnostik einer geeigneteren Verwendung zuführt, mit der dann vielleicht vier oder mehr Kinder gerettet werden, die dereinst bessere Drehbücher schreiben.

Bis  dahin ist es kein wirklicher Trost mehr, ich werde mit der SOKO Leipzig im ZDF  so verfahren wie die ARD mit ihrem Leipziger Tatort.

Click.

Inzwischen könnten wir uns ja mal darüber unterhalten, warum eigentlich verflixt noch mal niemand die Potentiale erkannt hat und nutzt, die jene Onlinepetition gegen Lanz aufzeigt.

Warum nur ist bloss noch nie jemand auf die Idee gekommen, den Arbeitgeber mit solchen Onlinepetitionen zur Kündigung des Leiter eines Supermarktes oder von der Bahn oder der Telekom zwingen zu wollen!? Was für unerschöpfliche Möglichkeiten das böte, die arbeitsrechtlich oder sonst vertraglich alles wegzufegen Nutzen bringen könnten……..
Wenn man das mal anfängt und dann weiterdenkt…. da hebeln Sie am Ende gar noch Mitwirkungsregelungen von Betriebsräten, Schwerbehindertenvertretungen und Ähnliches aus. Wenn allein die Tatsache, dass SIE Kunde einer Anstalt, also einer öffentlich-rechtlichen sind (als Gebührenzahler, rischtisch?), um Arbeitgeber eines Moderators mit einer Unterschriftenliste zur Kündigung des Vertrages zwingen zu können.

Nicht Quotenmeter, sondern meterlange Unterschriftenliste?
Das mag Sie und mich nicht bei jedem Moderator stören, wenn die Methode klappt. Aber so als Prinzip?
MUSS man dann jede Sch… Petition mitzeichnen, weil schon 20.000 oder ein paar mehr Unterschriften reichen, um Millionen Nichtwähler bei solcher Petition von wem auch immer sie sein möge, zu übergehen und sich zum Programmgestalter machen zu können?

Betrachten Sie das mal nicht an eine bestimmte Person gebunden. Sondern als Mittel sui generis und generell, bitte.
Der Shitstorm kleidet sich in eine Onlinepetition (weil’s hübscher klingt) und den Anstrich von Scheindemokratie erhält und befördert sich selbst zum Programmdirektor und Personalchef in Personalunion. Der damit diktiert, was Millionen anderer Kunden und Gebührenzahler sehen sollen oder nicht mehr sehen sollen.

Demokratie? Mediendemokratisch? Meinungsrepräsentativ?

Demokratie ist Wahlfreiheit.
Die ist ganz einfach zu haben: Schalten Sie einfach auf ein anderes Programm um. Oder aus.

Bevor jemand die Potentiale erkennt, als Kunde eines Mediamarktes glaubt, das Recht zu haben, beim dortigen Arbeitgeber Ihre Entlassung zu verlangen, mit einer Onlinepetition, weil ihm nicht gefällt, wie Sie sich mit den Kollegen unterhalten. Nicht DASS, sondern wie. Oder weil Sie Kunden auch mal ins Wort fallen. Oder als Kunde der Bahn ein paar der Lokführer rauszuwerfen. Weil die eh immer streiken, wenn sie mehr Geld und andere in Urlaub wollen. Dass dann (noch) ein paar Züge mehr stehen und stecken bleiben……….was soll’s. Und wenn Sie schon mal dabei sind, dann lassen Sie per Onlinepetition gleich noch über ein paar Chefärzte an Kliniken abstimmen, die Ihrer Meinung nach überbezahlt sind und deren Gehalt die unterbezahlten Putzkräfte dort bekommen sollen, damit die Sache mit den Keimen und Hygienetodesfällen aufhört. Und weil Sie grad so schön beim Grossreinemachen sind, wählen Sie am besten auch gleich noch die Koalition oder jeweilige Regierung ab, per Onlinepetition, die Ihnen auch nicht das bietet, was Sie bekommen wollen. Schliesslich: „L’Etat c’est moi, n’est-ce pas?“
ach……..und weil wir grad dabei sind….. Wo heisst es doch immer „Im Namen des Volkes“…?
Rechtspflegevereinfachung schreiben SIE demnächst dann auch neu. Wozu Berufung, Revision, Verfassungsbeschwede oder gar noch EuGH………. ?
Fangen Sie schon mal an……..Sie werden viel zu tun haben. Vor allem, wenn andere dann ihre eigenen Petitionen online starten. Gaaaaanz  demokratisch. Mit ihren jeweiligen Programmen und Programmwünschen.

Ni X für U ngut.

……….Und SIE denken daran,…. eine klützökleinöööö, wöööönzöööögöööö Onlinepetition auf Ihrer langen Liste der Petitionen?

Für einen Drehbuchwettbewerb des ZDF?

„Murksen Sie Kowalski ab……“  ?

Nur, wenn  Sie eh  schon dabei sind….?😉

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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2 Antworten zu Mal eine Lanz.e brechen für….oder gegen Onlinepetitionen {Die neue Waffe gegen …..?}

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