Von hinten durch die Brust ins Auge {und mit der Erbschaft eines Mordopfers die Wiederaufnahme des Mörders fördern}

Freiheiten © Liz Collet

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Bereits hier (und auch in “Mein Mann ist kein Mörder!” | Jus@Publicum und Mit Facebook im Kampf pro wie contra Freilassung verurteilter Mörder? | Jus@Publicum) hatte ich über jenen Mordfall berichtet und über den „Umweg“, über das Zivil- und Erbschaftsrecht den Versuch zu unternehmen, mit diesem Wiederaufnahmegründe für eine Wiederaufnahme zur strafrechtlichen Verurteilung eines rechtskräftig wegen Mordes an seiner Tante Verurteilten erreichen zu wollen.

Heute greift die SZ hier den Fall neu auf. In dem nun aus dem Vermögen der Ermordeten von der Familie des Mörders 250.000 Euro Belohnung ausgelobt wurden, um neue Hinweise zu erhalten, die den verurteilten Neffen entlasten.

Man kann sich bei selbst nüchternster juristischer Betrachtung nicht des leicht ambivalenten  Empfindens eines Gschmäckles erwehren, das eine solche Belohnung  – ungeachtet der davon getrennt sachlich zu bewertenden Gründe für eine Wiederaufnahme und ihrer Begründbarkeit, die Sache der Verteidigung und der damit befassten Gerichte einer möglichen Wiederaufnahmeentscheidung sind  – hat.

Selbst mit Blick darauf, dass solche Hinweise –  sachlich betrachtet und rein prinzipiell  und theoretisch – im Fall, dass es tatsächlich einen anderen Täter geben sollte, dazu führen könnten, diesen zu finden.

Haben Sie eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, wie genau solche Auslobungen von Belohnungen formuliert werden? Werden dürfen? Werden müssten?

In der tz heisst es „für mögliche neue Zeugenaussagen“. Man wird kaum annehmen, dass die Belohnung auch für den Fall ausgelobt wird, dass diese auch für neue „belastende“ Aussagen gewollt ist.  Oder doch? Könnte auch ein solcher Belastungszeuge dann die Belohnung beanspruchen?

Alltagsfrage des Rechts: Wer darf Belohnungen ausloben? Wie dürfen diese formuliert werden? Wer veröffentlicht diese? Und was, wenn mit einer solchen dann genau das Gegenteil erwiesen würde, von dem, was diejenigen sich erhoffen, die den Betrag ausloben?

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Über Liz Collet

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3 Antworten zu Von hinten durch die Brust ins Auge {und mit der Erbschaft eines Mordopfers die Wiederaufnahme des Mörders fördern}

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