Skandalöses aus Bayern……….

 © Liz Collet

© Liz Collet

Das Gewissen ist fähig,
Unrecht für Recht zu halten,
Inquisition für Gott wohlgefällig
und Mord für politisch wertvoll.
Das Gewissen ist um 180 Grad drehbar.

Erich Kästner

Es gibt ja scheinbar nur noch Skandale und Skandalöses aus Bayern.

Und in Bayern.

Wenn man so im Blätterwald raschelnd liest und rasch beim Blattln in Medien online die News betrachtet.

Aber ob Sie es glauben oder nicht, ……….es gibt auch noch anderes. Nichtskandalöses. Wie zum Beispiel die aktuelle Sonderausstellung. Hier im Blauen Land. In Murnau, im Schlossmuseum. Obwohl………… eigentlich ist auch die nicht so ganz frei von Skandalösem. Nicht nur, dass sie skandalös sehenswerte Raritäten erstmals aus Sankt Petersburg wieder hierher entliehen zeigt. Nein…….. skandalös waren ja die Künstler selbst. Das ist zwar eine Weile her und wird gern vergessen, wenn man sie heute und seit langem als herausragend betrachtet und bewertet. Aber das war nicht immer so. Ein im Folgenden für Sie verlinkter Beitrag des BR erinnert daran, wie gering man die beiden Künstler anfangs ansah und verbal auch schmähte.

So hat alles seine Zeit, die manchmal für den einen oder anderen etwas braucht, bis sie eben wirklich kommt und gekommen ist und Menschen, die es dann anders zu betrachten in der Lage sind.

Dass das nun wiederum mit manch Skandal und Skandalisiertem und Skandalösem durchaus etwas gemein haben kann, ist nicht ganz zufällig.

Es liegt schlicht am Menschen, seinem Naturell und dem Horizont, den mancher hat und erst a bisserl über den Tellerrand hinaus ausdehnen muss, um den Überblick zu gewinnen.

Und nicht nur in der eigenen Suppn und Brummelsuppn über manches herumzubrummeln und es zu be- und zu ver- und gar vorzuverurteilen, wofür ihm nicht selten noch so manches an Wissen und Fakten fehlt.

Über die er sich oft genug auch nicht einmal überhaupt oder ausreichend informiert oder diese dann sortiert oder differenziert.  Paradebeispiele dafür können Sie hier hören. Eine Sendung, die eine wunderbare Lektion ist, für Urteile und Urteilskraft, die gern schon vor einem fundierten Urteil Fakten schafft.

Weil es – ach, nicht nur in der neuen Zeit der fixen likes, shares und shitstorms und einer stürmisch und liebevoll gehegten und gepflegten Erregungs- und Empörungs“demokratie“ – so viel leichter ist, den Stab zu brechen und moralische Zeigefinger zum Maßstab zu machen, als sich mit so unwichtigen Details zu befassen, die jeder für sich selbst durchaus lauthals beanspruchen würde und will. Nur eben nicht, wenn es um andere geht.

Besserg’stellte, Geldige, z’Selbstbewusste, z’schneidig Auftretende, Weiber schon zweimal und dreimal erst recht, wenn’s gar a no Politische san‘.  Und Politiker und Promis eh.

Da wird kunterbunt gern einfach alles mal in einen Topf geworfen, was man irgendwo aufg’schnappt hat oder g’lesen, ob’s stimmt oder ned, aber des is‘ dann eh wurscht, weil a Politiker hat eben samt seinem Ehegatten anders z’sein, moralisch und eh.

Und wenn’s irgendwo einen gibt, der (ob bewiesen, beweisbar oder – noch – nicht) ihn anzeigt, dann hat er sein Amt ruhen zu lassen oder zurückzutreten, aber pronto.

Wurscht, wie leicht man dann mit selbst völlig wahrheitswidrigen, halbgaren Vorwürfen ganz undemokratisch in der Konsequenz dann jeden Rechtsstaat munter lahmlegen könnte, wenn schon ein Vorwurf genügen würde, um den Moralknüppel für den Rücktritt einsetzen zu können. Wurscht, dass genau um Demokratie und Rechtsstaat durch derlei nicht einfach jederzeit aushebeln zu können, sowas Skandalöses wie eine Immunität von Abgeordneten geschaffen wurde – wenn das Volk die Moralkeule schwingt, die das kostenlos jederzeit verfügbare Instrument der Erregungsdemokratie ist, hat eine Staatsregierung zu parieren.

Und jeden zu chassen, der nicht den Anstand hat, dem Volk nach der Meinung zu tanzen, wenn es – jenseits von Wahlen – ins Amt oder aus dem Amt haben will. Weil sonst grad keine Revolution oder sonstwas los ist, was man als Schweinderl durch’s mediale und social mediale Dorf jagen kann, während man das Spofackl auf dem Grill röstet.

Wurscht auch, dass und wenn sich der Wind auch wieder drehen kann – je nach Ausgang strafprozessualer Verfahren oder schon strafrechtlich vorher erfolgender Ermittlungen und wie inzwischen Medien und shitstorms verurteilt, vorverurteilt und medial hingerichtet haben.

Am Ende sind Betroffene eh immer selbst schuld, wenn sie und weil sie in jedem Fall in strafwürdiger Weise nicht diejenige Medienkompetenz hatten und bewiesen, die ihnen Gnade vor Recht oder gar Recht und Rechtsstaatlichkeit widerfahren liess oder gar geschuldet hätte.

Medien füllen dann die nächsten Headlines. Mit mehr oder weniger geheuchelter Selbstkritik und Asche auf die eigenen Häupter. Bis der nächste Skandal Futter und Butter bei die Fische liefert, bevor letztere in das Papier gewickelt werden, das mit der Druckerschwärze der Skandalschlagzeilen des Vortags die Finger schmutzig färbt. Finger der Hände, die keiner sich – natürlich nicht – an diesen schmutzig gemacht haben will.

Wie aber weiss man bei Politik und denen, die sie prügeln schon lang? Was kümmert mich mein dummes Geschwätz und Druckerschwarz schon von gestern heute noch…..?

Wenn Sie Lust auf ehemals Skandalöses haben, bei dem es ein paar nicht nur sehr bunt in ihrer und mit ihrer Arbeit und der Welt getrieben haben, die sie auf den Kopf stellten, habe ich etwas für Sie. HIER. Es lohnt sich!

NB: Man sollte es gar nicht erst betonen müssen, aber es lohnt sich natürlich ebenso und ist kein bisschen minder wichtig, au contraire sogar, skandalöse Vorwürfe zu klären, aufzuklären und sachlich und rechtlich und wenn erforderlich auch politisch mit Konsequenzen zu verbinden, wenn und je nachdem, was sich wenn daraus ermitteln und er- und beweisen lässt.

Nur………bei der Wahl zwischen Medienhatz und demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln fällt meine Wahl nicht schwer. Bei allem Interesse an Hexenverfolgungen und mittelalterlicher Geschichte und Recht im Mittelalter……… Aber beim Blick auf Schnellgerichte, Fast Food politischer oder pöbelnder, polemischer „öffentlicher Justiz“, selbstgefälliger oder selbstgerechter und damit ungerechter, als moralisch etikettierter Selbst-Justiz,………….. ich schätze den Fortschritt des Rechts seit 1949 dann doch ein bisserl zu sehr……. um ihn einer Erregungsdemokratie und deren Schnellschüssen und Standgerichten opfern zu wollen. Einer Erregungsdemokratie, die zum Erregungsdiktat übergelaufen ist, Rücktritte zu diktieren, bevor sie Fakten kennt und gar zur Kenntnis nimmt. Was denken fordert. Und nicht nur Moral im Revers.Und Medienkompetenz nicht nur derer, die man an den Pranger stellt. Sondern auch derer, die die Moral für sich gepachtet glauben.

Nicht zuletzt auch fällt mir die Wahl leicht, weil dazu auch die Fähigkeit gehört, mir vorzustellen, wie ich – gleiches Recht für alle, n’est-ce pas? – behandelt werden möchte. Mit Recht. Vom Recht. Und von denen, die Recht anwenden. Und nicht nur mit Prangern umzugehen belieben.

SIE nicht?

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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  1. Pingback: PS(sssssssssssssst) …damit Sie fit sind für Skandale! | Jus@Publicum

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