Frauke Ludowig – und {Olaz} Total Effects: Social medial, aber werbe{un}verträ/aglich?

Freiheiten © Liz Collet

Freiheiten © Liz Collet

Nix Neues, dass Prominente, Frauen im Wesentlichen, sich seit einiger Zeit gern auch mal mehr oder weniger wirklich gänzlich ungeschminkt in Selfies und Social Media Bilder postend zeigen.

Bei Lena ist das unlängst eher schief gelaufen, weil nicht alle so recht den Mascara übersehen wollten oder konnten, der im vorgeblich ungeschminkten Gesicht zu sehen war. Da kommt sich mancher für dumm verkauft vor unter den Fans, die derlei mit Dislikes und bösen Kommentaren quittieren.

Anderen gelingt das besser, die Liste erspare ich Ihnen, Sie müssen diese so wenig suchen, wie ich sie mich im Allgemeinen interessieren.

Sie können diese (wie ich, seufz) aber aktuell kaum übersehen, wenn und weil eine Liste von Bildern ungeschminkter Selfies so praktisch jedes der Medien „ziert“, die wie auch dieses zB zu meiner allmorgendlichen Querhuscherei durch die News in rund zwei Dutzend Tages- wie Wochenzeitungen gehören und darüberhinaus dann auch noch die Timeline diverser Media fluten. Ein Gesicht weckt dabei erhöhte Aufmerksamkeit, weil es – so der überwiegende Tenor von Kommentaren – praktisch kaum wiedererkannt wurde und wiederzuerkennen ist.

Dabei – das sei durchaus nicht unerwähnt – ist es so pur natur – ein durchaus charmantes Gesicht, mit Sommersprossen, bisschen schwedisch, nordisch, skandinavisch anmutend und mit sympathischen Sommersprossen, mit einem Hauch von Sand und Wind und Sonne im Urlaubsgesicht, das per se für manches Fotoshooting und ganz andere Werbekunden in Frage und dem Betrachter in den Sinn käme. Mit einem Alter für 50plus und Zielgruppen eigentlich beinahe erfrischend sehenswert.

Nur hat es – und hier kommen wir allemal, vielleicht aber auch ihre Werbepartner in’s Grübeln? – aber so ganz und gar nichts und nicht einmal mehr im Entferntesten etwas mit der Marke und dem Produkt und dem geschminkten und werbetauglich aufbereitetem Gesicht zu tun, das uns aus Werbung von „Olaz Total Effects“ seit langem bekannt ist, in der uns auch im TV gern erzählt wird, was Frauke Ludowig in den 5 Jahren „seit sie gewechselt habe“ alles so gemacht habe, seit sie das Produkt verwende. Was davon wirklich interessant ist, überlasse ich Ihrer eigenen Beurteilung und individuellem Gusto an Informationswerten/m. Man kann ja schon bei diesem „Making of“ bestenfalls kichern, weil selbst da nix Ungeschminktes, kein vorher-nachher, kein Spürchen von dem, was für total effects man als Unterschied mit und ohne Produktanwendung glauben soll, zu sehen ist.

Nicht, dass ein nur halbwegs bei Verstande Werbung betrachtender Mensch die Werbung für die „Anti-Ageing Pflege-Serie“ beim Wort, bzw beim Bild nehmen kann, wie es uns medial aufbereitet präsentiert wird.

Wer glaubt ernsthaft an „Regeneration“ bei Anwendung solcher und vergleichbarer Produkte und ihrer Versprechen binnen 10 Minuten?

Jedem ist klar, dass SO niemand pur nature aussehen kann und aussieht, wenn er NUR das beworbene Produkt auftrage.

Genau daran aber stellt sich dann nach Urlaubsselfies, die wirklich ungeschminkt sein sollen und wollen und so sympathisch sie anmuten die Kardinalsfrage:

Wie verträgt sich ein so ungeschminktes Selfie mit dem, was der Hersteller der Anti-Ageing-Serie präsentiert sehen will und in die Kamera halten lässt, um potentiellen Kundinnen zu suggerieren: SO seht Ihr aus, wenn Ihr das kauft. Und nutzt.

SO und nicht, wie Ihr ungeschminkt morgens in den Spiegel guggt.

Und wo manche von Ihnen wahlweise je nach persönlicher Souveränität und Natürlichkeit und Humor so manchen Tag denken könntet: „Ok, ich kenn Dich nicht, aber ich wasch‘ Dich trotzdem!“ oder „Ich sehe heute noch so aus, wie vor 10/20 Jahren….es dauert nur eine Stunde länger…“.…oder vielleicht auch: „Oh….perfektes Styling für einen Undercovereinsatz ohne viel ChiChi – ich erkenn‘ mich ja selbst nicht wieder…“ oder vielleicht auch „Heute dann vielleicht mal Werbeshooting für eine Website für Seniorenheime?“ ……….oder was immer Sie Ihrem Spiegelbild und der natürlichsten aller Erfahrungen, der des Älterwerdens mit allen Facetten, als Contra und Paroli bieten.

Machen wir uns nichts vor – Alter(n) ist bekanntlich nix für Feiglinge. Alt werden wollen alle, nur nicht so aussehen. Wir kommen nicht drum herum, wenn wir nicht mit Mitte Zwanzig.Plus den Löffel abgeben wollen. Und soweit es mich betrifft: ICH nicht. Also – den Löffel vorzeitig abgeben. Nicht nur, weil ich ihn für meine Suppenküche unentbehrlich brauche, für andere Rezepte auch.

Zu meinem 20. Geburtstag gratulierte mir mein Mütterlein mit den lakonisch-trockenen Worten „Jetzt wirst Du alt, jetzt gehst Du nicht mehr auf 20, sondern auf 30 zu.“  Völlig uneitel, was Äusserlichkeiten wie „hübsch“ oder Schönheit“ etc betrafen von jeher, weil mir anderes immer schon wichtiger war, was weniger vergänglich ist, überraschte mich dieser humorvoll, aber doch nicht nur so pur als Scherz gemeinte Satz. Ein für mein Mütterlein gänzlich untypischer Kommentar zum Thema Alter, der mich schon deswegen überraschte, weil er für sie untypisch war, ebenso wie er einem nicht mit 20 naheliegend erscheint. Schrecken konnte mich der Satz eh nicht. Und das liegt nicht an der Naivität mit 20, die jedes Thema Alter weit entfernt scheinen lassen kann. Sondern an etwas anderem:

Mir gingen nämlich im gleichen Moment   reihenweise Menschen durch den Sinn, die im Alter meiner Mutter und weit älter als sie in meinen Augen nie nach ihrem Alter oder dessen Spuren betrachtet wurden. Sondern nach einer Reihe anderer Dinge, zu denen auch und ganz besonders Ausstrahlung gehörten. Wie die des strahlenden Lachens und strahlender Augen eingebettet in unzählige Lachfältchen und – falten, ganz unabhängig davon, ob manche von ihnen auch (wie ich wusste) Höhen wie Tiefen und schwere Zeiten erlebt hatten oder erlebten. An meinem 20. Geburtstag entschied ich, dass für mich immer nur eines beim Blick in den Spiegel zählen sollte: Ob ich mehr als 50plus, mehr als 50% Lach- neben anderen Falten nach und nach darin mehr finden würde. Solange es 50%plus an heiteren Lachfalten sein würden, wollte ich damit glücklich sein – denn das wäre das beste Zeichen dafür, dass ich zumindest den grösseren Teil meines Lebens zu Lachen haben und gehabt haben würde, das meiste richtig gemacht haben würde und glücklich und zufrieden sein würde. Ich dachte damals, dass bei vielem, auf das man im Leben wenig Einfluss haben würde, war das eigentlich schon nicht wenig, was man im Leben vielleicht erreichen könnte: In der Bilanz irgendwann auch rückblickend mehr Schönes, Gutes sehen zu können, im Leben wie im Gesicht, als Trauriges. Mehr Lachen, als Tränen.  Ich denke auch nach einigen Geburtstagen seither nicht ein Fitzelchen anders darüber. Egal ob windzerzaust und pure nature unterwegs oder mit Tagescreme & Co je nach Tageslaune und Terminen.

Alter und Älterwerden hat viele Vorteile, die in der Werbung nur ungern thematisiert werden, weil die, wie Hersteller, Handel, Pharmaunternehmen und nicht wenige Anbieter sogar im Gesundheitswesen und -markt als Branche dann einpacken könnten, die davon leben uns weismachen zu wollen, den Quell ewiger Jugend und Gesundheit und gesunden Aussehens bieten zu können, wenn wir nur bereit sind genug an Vitaminen und Cremes und alles, was jung halte und wieder mache kaufen zu wollen. Sei es für das grösste unserer Organe, die Haut von aussen wie von innen. Sei es durch eine schier endloses Leben verheissende Reparaturmedizin, die auch mit dem Angebot innerer Organe von Sterbenden, als Hirntote deklarierten Mitmenschen nicht nur Zell- und Gewebe- sondern auch Organerneuerung von innen und rundum Versprechen gibt, die unerfüllbar bleiben.

Altern hat allemal den Vorteil, dass die wenigsten dann noch über Pickelcremes anderer Hersteller grübeln müssen.

Die eine oder andere Creme aber muss uns dann auch nicht wie der Quell ewiger Jugend und Schönheit jeden Preis oder eine Versuchung wert scheinen. Nicht, wenn wir – bei selbstkritischer Betrachtung und dem Blick in den Spiegel – jede Menge hübscher Sommersprossen und wunderbare Lachfalten als Beweise dafür aufweisen können, dass der grössere Teil unserer Erfahrungen glückliche und heitere gewesen sein müssen. So lange die Lach- auch die übrigen Spuren in unserem Gesicht hinterlassen. Bevor wir uns dann die nächsten Spuren redlich verdienen, denen Fotografen wieder Bilder widmen, die von der Schönheit des Alters erzählen…………. und Geschichten, die nur mit eben dem Alter und seinen Spuren leben, lebendig werden, lebendig bleiben. Wenn Alter nicht mit Kosmetik, Anti-Ageing-Cremetübchen, Photoshop und Marketing kaschiert, retouschiert und maskiert als unerwünscht, nicht sehenswert behandelt wird.

Die ungeschminkte Wahrheit? Wer sollte solche Produkte kaufen und deren Werbegesichtern abkaufen wollen, was sie uns verheissen, wenn sie weder bewirken, was ihre Werbung und ihrer Werbegesichter versprechen und ………..vor.spiegeln. Während vor dem Spiegel und in die Kamera in Wahrheit ganz andere  Wahrheiten der Werbefaces bei facebook & sonst für sich sprechen. Während sie an den Cremes und Werbeverträgen enorm gut und damit an ihren Fans und Kunden verdienen. Und weiter verdienen wollen.

Der total effect……….von Selfies………………könnte werbeunverträglich, werbe.un.vertraglich sein………

Starten Sie heiter, gut gelaunt in den Tag – Sie wissen ja, jeder heitere Moment zaubert Ihnen eine der liebens.werten, authentischen Spuren in Ihr Gesicht und Ihr Leben, die diese Augen.Blicke besser erhalten und konservieren und jeden Morgen im Spiegel widerspiegeln, wie reich und zufrieden Sie mit Ihrem Leben sein können. Auch ohne Selfies und den steten Blick in Spiegel und auf Ihr Smartphone, das viel zu oft längst den Blick auf Lebens.Wertes und das Er.Leben verstellt…………… Kopf hoch! Es gibt viel mehr als das zu sehen, ……rundherum. Und rundherum zufrieden, wenn und während Sie es einfach leben, lebendig, geniessend. Was, gelebt, gespürt von innen her nach aussen ausstrahlt, wie Sie sich fühlen. Ganz ungeschminkt, wie Gefühle eben zu sein pflegen.

😉

Ni X für U ngut.

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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Eine Antwort zu Frauke Ludowig – und {Olaz} Total Effects: Social medial, aber werbe{un}verträ/aglich?

  1. Pingback: Wie geht die Welt mit ihren Alten um? (Videoclip und TV-Tipp zur Mittagspause) | Jus@Publicum

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