Stinkt die Sache mit dem Visum, dem Dior-Parfum oder doch der Passagier?

Airport © Liz Collet

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So ganz geklärt wirkt es nicht, was über den Fall eines Flugpassagiers berichtet wird, dem man mit den Worten

Du bist bei einer US-Fluggesellschaft, das ist US-Territorium, der Pilot hat das Recht, dich zurückzuweisen. Du wirst heute nicht fliegen.“

Berichten zufolge klargemacht haben soll, dass er wegen Beschwerden anderer Fluggäste über seinen Geruch nicht mitfliegen dürfe, nachdem er bereits an Bord war.

(Vielleicht lesen Sie solche Zitate und Zeilen auch irgendwie in dem Tonfall jener Witze und Sätze darin: „Django muss nicht zahlen…..“ „Django lässt Dich heute nicht fliegen“? Versteht vermutlich aber nur noch die Generation vor dem Smartphone. )

Was den anderen Fluggästen gestunken haben soll, wird dort von den verschiedenen Beteiligten der Geschichte dann recht unterschiedlich erklärt:

„Für den Passagier war der Vorwurf des schlechten Geruchs nur ein „Vorwand“, ihn aus der Maschine zu werfen. „Ich hatte mich im Duty-Free-Laden mit Dior-Parfüm eingesprüht“, sagte er. American Airlines sprach auf Nachfrage von einem „Problem mit dem Visum“, wollte sich aber nicht weiter zu den Vorwürfen äußern.“

Sicher, an Bord gelten gewisse Regeln, auch Entscheidungshoheiten. Aber bei bezahltem Ticket wäre es dann doch nicht unnett, wenigstens den tatsächlichen Grund zu kennen, warum man raus- statt abfliegt. Sonst stimmen demnächst die Passagiere ab, wenn sie sich an einer Mutti mit Kind und Windelduft-Emissionen stören oder wer weiss, was sonst noch, was dem einen oder anderen „stinkt“.

Btw….. böse Zungen könnten es als eine äusserst wenig nette Produktbewertung von Dior Parfum bezeichnen, wenn es wirklich der Parfumduft gewesen sein könnte, der (zu intensiv? zu weitab vom Geschmack der anderen Passagiere? ) sie sich gegen den Passagier und seinen Duft beschweren liess. Auf engem Raum kann allerings selbst ein noch so feiner, zu dick aufgetragener Duft schwindlig und rebellisch machen. Betäubend intensiv liesse sich sogar wegen der Luftumwälzung in der Maschine mit Gefahren für die Flug- und Diensttauglichkeit des Piloten argumentieren. Das wäre dann sogar sicherheitsrelevant. Kleiner Scherz.

Die Sache mit der Diskriminierung von Rauchern schien Ihnen bislang die Spitze der Diskriminierungspotentiale des Alltags, wenn’s anderen stinkt? Stellen Sie sich hinten an – bei Rauchern werden neben der Geruchsbelästigung wenigstens noch Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen als Argumente flankiert. Hier war es nur die Geruchsbeschwerde anderer Passagiere……….

Btw…… ein interessanter Beitrag zum Rauchen und Nichtraucher-Mietverträgen findet sich hier.

Interessant daran finde ich, dass kaum je diskutiert wird, ob und dass es vielleicht sogar Mieter sehr schätzen könnten, dass in einem Anwesen oder Haus für sie damit rauchfreies und passivrauchfreies Wohnen möglich ist. Es soll Mieter geben, die darüber tatsächlich sogar sehr, sehr glücklich sind….. und sich auch ohnehin keinen Partner suchen wollen würden und diesen bei sich einziehen lassen, der ohne Kippen nicht leben kann….. Soll’s geben, ob man’s glaubt oder nicht.

 
 
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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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