Un.Erhört: Nur 800 Millionen mehr…

Standby © Liz Collet

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…..haben sie bei den Verhandlungen erzielt, die gleichwohl erstaunlich schnell zu einer Einigung führten.

Man kann sich darüber Gedanken machen, wenn es so un.erhört wenig ist, was an Erhöhungsbedarf erhört wurde, wie es dann gleichwohl zu der zügigen Einigung kommt. 

Böse Zungen könnten es so deuten, dass es nicht so weit weg von dem sei, was man wollte, nur eben weit weg von dem, was man taktisch erst mal forderte.

Idealistische Meinungen könnten denken, man sei so genügsam und selbstbescheiden, dass man sich dem Diktat der Budgetgrenzen beuge und idealistisch aber am Hungertuch nagend als Arzt weiter dem Wohl und nur dem Wohl der Patienten widme.

Lachen Sie nicht – zweifelsohne gibt es viele sehr engagierte, gute und jederzeit erreichbare Ärzte. Das ZDF zeigt solche zwar inzwischen nicht mehr.  Vielleicht, weil es in Wirklichkeit nicht mehr so viele Landärzte gibt, die gesucht sind und werden?

Verzeihen Sie den Subton Sarkasmus – ich bin wirklich der Meinung, es gibt gute Ärzte. Engagierte Ärzte. Solche, denen es nicht nur um’s Geld geht. Oder (durchaus nicht zu übersehen) auch darum gehen muss, wenn sie Kosten von Praxisübernahme und Investition und eigenes Einkommen und das von Familie und Altersversorgung sichern wollen und müssen. Völlig legitim.

Und dennoch………… kann man schlicht nicht übersehen, dass bei Forderungen, die zu einer jährlichen Einkommenserhöhung von 38.000 Euro führen, von denen das Gros anderer Berufsgruppen nicht mal träumen kann der Bogen der Forderungen nicht überspannt werden sollte, deren Erfüllung auch wirtschaftlich leistbar sein muss und bleiben muss. Und zwar von denen und deren Einkommen, die wenig verdienen. Ob geringfügig beschäftigt, angestellt, freiberuflich ……….. den Bürgern ist ein Sparkurs verordnet, den das benachbarte Ausland (unsachlich und neben der Sache, aber regierungskrisentauglich) zur Schuld für dortige Volkswirtschaftsprobleme erklärt. Ein Sparkurs, mit dem aber Bürger hier dessenungeachtet zurechtkommen müssen. Milliardenforderungen an Erhöhungen allein schon im kassenärztlichen Bereich strapazieren da das Verständnis der Menschen für un.erhört hoch anmutende und hohe Forderungen nach Mehreinkommen. Das eben diejenigen Ärzte verdienen würden, die  bereits am Telefon als erstes nach der Krankenversicherung fragen lassen, bevor ein Termin vergeben wird.

Un.erhört wäre, wenn nicht in allen Berufsgruppen Augenmaß walten würden, was machbar, finanzierbar und was überzogen ist und die Solidargemeinschaft mit Mehrforderungen und Mehrbelastung überzieht, ohne auch eben dieser alltäglich dann zugute zu kommen. Diejenigen, die mit ihren Krankenversicherungsbeiträgen auch Erhöhungen mitfinanzieren müssen.

Mit den auf die Kassen zukommenden Belastungen von 800 Millionen Euro für 2015 gleicnzeitig sinkt zwar der Beitragssatz 2015 von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent. Doch sind Kassen berechtigt, zur Kostendeckung Zusatzbeiträge zu erheben. Man kann davon ausgehen, dass ab dem 1. Januar 2015 gesetzliche Krankenversicherungen zu diesem Mittel greifen werden.

Mit der nun erzielten Einigung lobt man das für haus- und fachärztliche Grundversorgung dabei Erreichte.

Wir werden sehen, was davon beim Patienten wirklich ankommt. An auch für und bei diesem  spürbarer Verbesserung seiner Behandlung.

Ni X für U ngut.

Bildquelle: Standby © Liz Collet

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Über Liz Collet

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