Einmal luren gehen? {Save the date: 23. September 2014, Karlsruhe}

Justizia © Liz Collet

Was machen Sie am Dienstag, 23.9.2014 um 17 Uhr?

Haben Sie Lust, schon mal luren zu gehen?

In das frisch sanierte Bundesverfassungsgericht? Dann kommen Sie mal ein Stück näher, notieren Sie sich als Anwälte schon mal, dass und wann wieder geänderte Kommunikationsdaten für Ihre Anwaltsbrieferl an das Bundesverfassungsgericht gelten werden (nicht jeder mag sie noch persönlich in den dortigen Briefkasten werfen) und lesen Sie, was Sie im neu sanierten Gebäude des Bundesverfassungsgerichts erwartet.

Denn spätestens seit Juli 2014 schon sehnsüchtig und 3 Jahre lang erwartet steht das Ereignis des RückUM(!)zuges eines Verfassungsorgans bevor.

(Wir juchu-hen innerlich ein bisschen, offiziell heben wir uns das für den Abschluss des Umzuges auf – ein bisschen Freude darf bei derlei doch mal sein……n’est-ce pas?)

Aus diesem Anlass laden das Bundesverfassungsgericht und das Staatliche Hochbauamt Baden-Baden interessierte Medienvertreterinnen und Medienvertreter für

Dienstag, 23. September 2014, um 17.00 Uhr

zu einer Besichtigung des sanierten Gerichtsgebäudes

im Karlsruher Schlossbezirk ein.

Durch das Gebäude führt Herr Professor Wolfgang Grether, der Leiter des Staatlichen Hochbauamts. Während der Führung besteht Gelegenheit zu Foto- und Filmaufnahmen.

Die Teilnahme setzt eine vorherige Akkreditierung voraus.

Achten Sie bitte auf die Frist hierfür: Akkreditierungsgesuche werden bis Montag, 22. September 2014, 12.00 Uhr per Telefax oder per E-Mail an die Pressestelle entgegengenommen.

Dabei sind Name, Vorname, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse und (ggf.) das entsendende Medium anzugeben. Für erstmalige Akkreditierungsgesuche ist zudem die Vorlage eines gültigen Presseausweises als Kopie oder Scan erforderlich. Nach Ablauf der Akkreditierungsfrist versendet die Pressestelle eine Bestätigung per E-Mail.

Die Sanierungsarbeiten in den Gebäuden des Bundesverfassungsgerichts sind erfolgreich abgeschlossen. Der Rückumzug vom „Dienstsitz Waldstadt“ in den Schlossbezirk wird vom 26. bis 28. September 2014 stattfinden und liegt damit im Zeitplan.

Mit dem Rückumzug vom 26. bis 28. September 2014 verlässt das Bundesverfassungsgericht den „Dienstsitz Waldstadt“. Hierbei handelte es sich um die frühere General-Kammhuber-Kaserne in der Rintheimer Querallee 11, in der drei Stabsgebäude der Luftwaffe zu einem temporären Amtssitz des Bundesverfassungsgerichts umgestaltet worden sind.

Seit Juli 2011 waren die 16 Bundesverfassungsrichterinnen und -richter mit rund der Hälfte des Personals, u. a. ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dort tätig. Anschlussnutzer wird voraussichtlich der Bundesgerichtshof sein, dessen Gebäude teilweise renoviert werden sollen.

Der Rückumzug des Bundesverfassungsgerichts begann bereits im August 2014 und vollzieht sich in mehreren Etappen:

  1. Ab 8. August 2014 zogen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vorübergehend im Erweiterungsbau untergebracht waren, in den Stammsitz zurück.
  2. Die Verfahrensakten – rund 2.400 laufende Meter – wurden vom 11. bis 15. August 2014 aus einem Containerarchiv in das Gerichtsgebäude zurück transportiert.
  3. Vom 25. bis 29. August 2014 folgten die Buchbinderei und Druckerei. Innerhalb der Bibliothek müssen 7.500 laufende Meter Bücher in eine neue Regalanlage umgesetzt werden;
  4. zudem werden rund 1.200 laufende Meter, die derzeit beim Bundesgerichtshof zwischengelagert sind, zwischen dem 6. und 10. Oktober 2014 wieder in das Bundesverfassungsgericht gebracht.
  5. Zum Abschluss des Umzugs werden Mitte Oktober die derzeit ausgelagerten Kunstwerke in das Gerichtsgebäude zurückgeholt.

Das von Paul Baumgarten entworfene Gebäudeensemble des nun sanierten Gebäudes des Bundesverfassungsgerichts wurde in den Jahren 1965 bis 1969 errichtet und steht unter Denkmalschutz.

Zur Erhaltung und Modernisierung waren umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich, unter anderem eine umfassende energetische Sanierung, die weitgehende Erneuerung der Haustechnik und die Verbesserung der Brandsicherheit. Für die Projektierung und Koordinierung dieser Arbeiten war das Staatliche Hochbauamt Baden-Baden (Abteilung Bundesbau) zuständig.

Bereits vorweg hat das Bundesverfassungsgericht Einzelheiten zur Grundsanierung mitgeteilt.

  1. So ist die Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes optisch unverändert, aber komplett erneuert worden. Die sie prägenden Aluminiumgusstafeln wurden gereinigt und an einer neuen Befestigung wieder aufgehängt. Die Fenster, bisher teilweise in Einfachverglasung ausgeführt, sind komplett erneuert und mit Wärmeschutzverglasung ausgestattet worden. Die Geschossdecken aus Stahlbeton mussten mit hohem Aufwand nachgeschnitten werden, da der Rohbau überraschend große Maßtoleranzen gegenüber der ursprünglichen Planung aufwies. Zur Verbesserung der Energiebilanz wurde die Wärmedämmung verstärkt; darüber hinaus konnten Kältebrücken innerhalb der Stahlkonstruktion beseitigt werden.
  2. Die tragende Stahlkonstruktion im Sitzungssaalgebäude und im sog. Richterring musste zur Wiederherstellung der Brandsicherheit und zum Schutz vor Korrosion komplett freigelegt und neu beschichtet werden.
  3. Die Alu-Falz-Dächer von vier Bauteilen sind erneuert und mit stärkerer Wärmedämmung versehen sowie die Oberlichter mit Sonnenschutzglas ausgestattet worden. Das bekieste Flachdach des Sitzungssaalgebäudes ist neu abgedichtet.
  4. Zur Gewinnung regenerativer Energie sind zwei Photovoltaikanlagen eingebaut worden, eine auf dem Richterring (mit auflaminierten Dünnschichtmodulen) und eine auf dem Sitzungssaalgebäude (mit aufgeständerten Modulen).
  5. Der Innenausbau beinhaltete unter anderem die Erneuerung der Sanitäranlagen, den Austausch der Heizkörper, der Bodenbeläge und der Möblierung sowie eine umfassende Schadstoffsanierung.
  6. Die Holztafeln im Sitzungssaalgebäude und in den Richterzimmern wurden restauratorisch aufgearbeitet.
  7. Das Sitzungssaalgebäude erhielt eine neue Lüftungsanlage und eine neue Akustikdecke.
  8. Die Haustechnik wurde auf den aktuellen Stand gebracht. Neben einer Basissanierung, die beispielsweise die Erneuerung bzw. Ertüchtigung zahlreicher Leitungen umfasst, zählen hierzu auch die Umrüstung der Beleuchtung auf energiesparendes LED-Licht, der Einbau moderner Steuerungstechnik und die Montage von Kühldecken zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen während der Sommermonate.

Einige wenige Bereiche werden künftig anders genutzt als früher:

  • Die ehemalige Hausmeisterwohnung wurde zu Büroräumen umgewandelt;
  • im gleichen Bauteil konnten ein Besprechungsraum und ein Pausenraum für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingerichtet werden.
  • Im Bibliotheksfoyer wird künftig ein Überblick über die Anfangszeit des Gerichts bis 1969 im Prinz-Max-Palais gezeigt. Die hier früher untergebrachten Zettelkästen sind durch den computergestützten Bibliothekskatalog entbehrlich geworden.

Für die Neukonzeption der Außenanlagen wurde ein Wettbewerb durchgeführt. Sie sind komplett neu gestaltet worden: Durch große Rasenflächen integriert sich der Gebäudekomplex einerseits in seine begrünte Umgebung, andererseits setzt die Gestaltung der befestigten Flächen eigene Akzente.

Die Baukosten werden sich nach den aktuellen Berechnungen auf rund 55 Mio. € belaufen. Die Kostensteigerungen gegenüber dem Ansatz des Jahres 2010 (rund 47 Mio. €) sind vor allem durch unvorhersehbare, aber notwendige Zusatzarbeiten und durch die allgemeine Preissteigerung im Bausektor bedingt.

Ein Teil der Bausumme fließt, wie bei öffentlichen Bauten üblich, in die Kunst: Im Rahmen eines Wettbewerbs für „Kunst am Bau“ konnte sich mit Prof. Franz Ackermann ein namhafter Künstler durchsetzen, der durch seine Professur an der Kunstakademie zudem eng mit der Stadt Karlsruhe verbunden ist. (Ganz nebenbei bemerkt stammt von ihm auch  die Wandgestaltung mit dem Titel Die große Reise im Münchner U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring, für welche er 2005 den „mfi Preis Kunst am Bau 2005“ erhalten hatte.)

Quelle: Pressemitteilungen des Bundesverfassungsgerichts Nr 80 und Nr 81 vom 18.9.2014

PS……..Leider steht in der Pressemitteilung nix über die für kleine Lizerl un.ver.zicht.bare Versorgung mit dem un.er.setz.lich.em kleinen Schwarzen. Und damit meine ich nicht jenes „kleine Schwarze“, das man als Anwalt vor dem Bundesverfassungsgericht in mündlichen Verhandlungen dort trug und trägt und zwischendurch artig im Altmurnauer Bauernschrank erst in der Isarmetropole und nun im Blauen Land hängt. Sondern den kleinen Schwarzen in der Espressotasse. Wenn Sie also schneller und eher als ich  frisch ans Werk der Judikatur gehende Gebäude des Bundesverfassungsgerichts und darin ans Werk gehenden Richter  sprinten, lassen Sie uns wissen, ob und wie man wenigstens ins Karlsruhe und wo im oder rund um das Gebäude dort die Lebensgeister stärken kann, …….. nicht dass uns (wie unlängst im JuPa in München) Folterdramen durch die Journaille mit letzter Kraft des Federstrichs berichtet werden ………. 😉

Und während SIE sich um soooo essentielle Dinge kümmern, schlüpfe ich vielleicht wieder einmal in die Bibliothek des Bundesverfassungsgerichts…..um dort nach Futter, pardon: Lesefutter Ausschau zu halten………. pssst….sagen Sie das nicht weiter……. sonst bemerkt man das Mäuschen dort noch vor der Zeit…

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Über Liz Collet

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