Ein Richter, den man offenbar nicht oft genug zum Kuchenschnabulieren einlädt….

Mini-Guglhupf mit leichter Lemon-Butter-Cream und Karamellmandeln © Liz Collet

Mini-Guglhupf mit leichter Lemon-Butter-Cream und Karamellmandeln © Liz Collet

……hat eine Gelegenheit gefunden, wie er doch noch zum Kuchennaschen kommen kann.

Er ordnet einfach einen Ortstermin an. Am 8.10.2014 wird dann eine Fertigbackmischung in Kuchen verarbeitet und aufgetischt.

Letztere ist für mich das entscheidende Indiz für die (zugegeben: meine spitzbübische) Annahme im Post-Titel.

Denn wer ernsthaft annimmt, eine Fertigbackmischung sei für einen Ortstermin und anstelle sachverständiger Beurteilung der Qualität eines Backofens am besten und besser geeignet, als ein selbstgemachtes Kuchenrezept, KANN – nach meiner wenn auch nicht höchstrichterlichen, wohl aber höchstpersönlichen Meinung – nicht oft genug und guten Kuchen zu naschen bekommen. Das muss ein Opfer von Werbung für Fertigbackmischungen sein, die irgendwie suggerieren, immer gleiche Backergebnisse zu erzielen, egal wer sie verteigbatzelt und bäckt und dass das auch noch die bestmögliche Beurteilungsgrundlage sei.

Dabei könnte man schon trefflich darüber diskutieren, dass Backmischung nicht gleich Backmischung ist und die unterschiedlicher Hersteller sehr unterschiedlich ausfallen und welche welchen Herstellers dann die sachlich, fachlich bestmögliche Fertigbackmischung sein kann, die einer sachverständigen Beurteilung den Vorrang nehmen kann. Zudem muss man fragen: Backt die Mieterin jenes Rechtsstreits denn immer Fertigbackmischungen? Oder warum soll sie deren Backresultat in dem streitgegenständlichen Ofen als das Maß der Dinge und Backtauglichkeit des Ofens ansehen wollen?  Fragen über Fragen. Die man nur zu gern als Öffentlichkeit mit Interesse und Teilnahme am Termin verfolgt und beantwortet gesehen hätte.

Wenn es denn je einen Termin gab, dem man mehr als blosse Parteiöffentlichkeit gewünscht hätte, dann wohl dieser.

Aber wie gesagt……… irgendwie bekommt vielleicht jener Richter sonst (wieder) nicht genug Kuchen ab…….., wenn womöglich auch noch das Publikum mitnaschen wollte und aus dem Gerichtstermin vor Ort dann so eine Art Kuchenschlacht real statt medial würde. Als gäbe es derlei nicht medial schon mehr als zur Genüge.

Irgendwie kann ich jenen Richter ansonsten ja auch ganz gut verstehen………..ICH lasse mir ja auch keine Gelegenheit für einen höchsteigenen Verkostungs- und Testbesuch in fremden Backstuben entgehen  ….Nur, dann würde ich mir bei so einer Gelegenheit auch gleich noch die Backkünste der Mieterin und nicht die einer Fertigbackmischung und deren Beweisantritt gönnen. Ausser…. ich wäre als Richter bange, was diese so selbst fabriziert und zöge eine „Fertigbackmischung“ vor, Motto: Da weiss man, was drin ist – oder wenigstens, dass man kein Back-Versuchskaninchen einer Prozesspartei und von deren Rezepten und Zutaten wird?

😉

Ni X für U ngut.

PS: Nein, ich bin kein Feind von Kuchenbackmischungen und: Jaha, ich habe auch schon Backmischungen verwendet. Und verkostet. Ersteres zum Zwecke des Zweiteren. Durchaus viele verschiedene. Man wird zu sowas gezwungen. Mit Aufträgen, berufsbedingt. Ich habe mich auch nie sehr heftig gesträubt. Au contraire – egal in welche Backstuben ich Gelegenheit erhielt zum Hineinschnuppern, Mitbacken, Verzieren und Garnieren, Rezepte stricken und erfahren, privatissimo bei Nannini in Siena, kleinen Familienbäckereien in Montalcino, Castellina in Chianti, Betrieben in Mailand, Belgien, Elsass, Finnland, Irland und Frankreich oder natürlich hierzulande….und privat wie beruflich,….ich lasse keine aus, bei der ich immer und gern vieles entdecke und hinzulerne.

Manche halten mich (vielleicht auch deshalb) für qualifiziert für solche Aufgaben. Mutmasslich. Und mutmasslich auch aus ein paar Jahrzehnten Praxis im Selberbacken, Rezepte kreieren, in Bäckereien arbeiten, für Bäckereien arbeiten, für Unternehmen der Back- und Backzutatenzunft arbeiten und als Testerin für solche. Kategorie: Was diese Frau so alles treibt? Tja, was das Leben so mit sich bringt…. während man sich sein täglich Brot zu verdienen sucht.

Und – gelegentlich auch, weil es Backmischungen gibt, für welche dbmS eine anhaltende Vorliebe hatte. Ich sage nur : Brownies. Dr. Oetker. Nur die. Keine egal welchen anderen Unternehmens. Ich habe auch die Konkurrenzprodukte getestet und blindverkostet und blindverkosten lassen…….natürlich auch dbmS… Spass muss sein. Und mit eigenen Brownierezepten dagegen gehalten. Und mit diesen auch das Rennen gemacht. Hilft aber nix, wenn man nicht permanent alle dafür nötigen Zutaten auch mitternachts oder zu ähnlichen Tageszeiten parat hat und haben kann, wann immer die besten der allerbesten Söhne an Mutter’s Tür klopfen „Duuhhuu, Mama, haben wir noch Brownies…..äh…irgendwo…? Oder könnten wir welche in den Ofen schieben…..?“ Spätestens dann, wenn Sie sich zum vierten oder fünften Mal schlaftrunken den Sand aus den Augerln reiben, während Ihr nachtschlafendes Hirn das Portfolio der Zutaten im Vorratskammerl durchrattert, die für frischgebackene Brownies nach „Mamas Rezept“  gebraucht werden und im Nachthemd Richtung Burgküche tappsen, erwischen Sie sich beim Gedanken daran, wie praktisch so ein, zwei Packungen Dr. Oetkers Brownies vielleicht dann doch sein können………… die der allerbeste meiner Söhne sich ausserdem noch zu jeder Tages- und Nachtzeit selbst mit 2 Eiern, bisserl Öl und Wasser und der Backmischung in der Teigschüssel zusammenrühren, in den Ofen schieben und mit vergnügtem Kuchenglüstl vernaschen kann, ohne dass Sie auch nur die Augendeggelchen lupfen…….während Sie weiter die Kissen küssen. Und den Vorrat an Schokolade für hausgemachte Brownies anderen Rezepten widmen können. Hausgemachten. Für die auch dbmS keinen adäquaten Ersatz an Fertiggerichten , Backmischungen oder anderen Convenience Produkten kennt.  In manchem ist man konkurrenzlos……… und bleibt es auch. 😉

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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