Der Holocaust Rail Justice Act und das Kriegserbe der Bahn – Haftung in Millionenhöhe?

In The Middle of Europe  © Liz Collet

In The Middle of Europe © Liz Collet

Die heutige Deutsche Bahn AG steht – wie sie selbst betont – zu ihrer historischen Verantwortung.

Doch fragt man nach einer juristischen und vor allem materiellen Verantwortung, wird deren Übernahmebereitschaft von Kritikern vermisst.

Mit einer sehenswerten Dokumentation wird diese Frage thematisiert.

Aktueller Hintergrund ist die Diskussion in den USA um ein Gesetz, das die Deutsche Bahn in erhebliche Schwierigkeiten wegen ihrer Vergangenheit in der NS-Zeit bringen könnte, der ‚Holocaust Rail Justice Act‘. Dieses Gesetz soll Entschädigungsansprüche von Überlebenden des Holocausts sichern, die mit der Eisenbahn deportiert wurden. 

Die Gesetzesvorlage richtet sich im konkreten Fall gegen die französische Staatsbahn SNCF.

Doch auch auf die Deutsche Bahn könnten Entschädigungsklagen in Millionenhöhe zukommen.

Nach Auffassung von Historikern sei die Bedeutung der Reichsbahn bei den Nazi-Verbrechen für den Holocaust erheblich. Anfang der 30er Jahre, vor der Machtergreifung Hitlers war die Deutsche Reichsbahngesellschaft und mit 700.000 Beschäftigten grösster Arbeitgeber des Reiches und grösster Arbeitgeber der Welt.

Mehr als 3 Millionen Opfer wurden mit der Eisenbahn später mit dem Holocaust in den Tod gefahren – gegen Bezahlung. Die Reichsbahn rechnete jeden Transport genau ab – pro Kopf und Kilometer. Mit fast 500.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern war sie zudem der mit Abstand größte ‚Zwangsarbeitgeber‘ im NS-Staat. Laut einer Studie summieren sich die Löhne, die allein die Reichsbahn ihren Zwangsarbeitern vorenthalten hat, auf über 700 Millionen Reichsmark.

Zum Video in der Mediathek:
Geschichte im Ersten: Akte D (2/3) – Das Kriegserbe der Bahn
20.10.14 | 43:36 Min. | Verfügbar bis 27.10.14

Mehr zur Sendung hier

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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