Einfach mal Weihnachten bestreiken…. {oder pssscht…..vermeintliche Riesen….}

 Entführung des Weihnachtsmanns © Liz Collet

Entführung des Weihnachtsmanns © Liz Collet

Als Mutter {zu Weihnachten} streikte……… ?

Das war nicht nur ein Film nach dem Buch „Oh my darling daughter“ von Eric Malpass, der  „Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung“ gekritzelt hatte.

Nein, das Streikmodell zu Weihnachten ist was für Anfänger. Diese Sehnsucht nach solchem Streik kannten Mütter in den Nachwirtschaftswunderzeiten und in den 70er und 80er Jahren, als sie zwischen Konsumwahn, Verwandtschaftsüberfallkommandos zu Weihnachten durch die Sippe bei der am wenigsten wehrfähigsten der Mütter in Familien spätestens 10 Minuten vor der Bescherung oder dem Eintreffen der lieben Verwandtschaft stöhnend über die jedes Jahr gleiche ihnen drohende Bescherung die Schürze vom Leib reissend „Ich streike“ riefen. Oder auch:

„Nächstes Jahr bin ich Weihnachten am Nordpol. Oder wenigstens in Urlaub. EINMAL möchte ich auch Weihnachten geniessen können!“

Weil sie die Arbeit seit Wochen mehr oder weniger allein wuppten, zwischen Plätzchenbacken, Geschenke kaufen, Vorweihnachtsputz für die anstehenden Besucher, die Nerven bündelnd zwischen alles andere als nikolaus- und wunschzettelbraven liiiiiieben Nervensägen, die ihnen kaum bis zur Hüfte reichten und der um sich greifenden Doppelbelastung von Karriere, Kinder und Küche.

In dieser Zeit hätte kein Mensch bei Bahn und Lokführern, Lufthansa und Piloten, im Einzelhandel oder bei Post und Paketen an Streik just zu Weihnachten (oder anderen Feiertagen) gedacht, geschweige denn solchen ausgerufen.

Vielleicht lag die Zeit einfach noch nicht lang genug zurück, um zu vergessen, wie es sich anfühlte, wenn lang vermisste Menschen unerwartet, überraschend und überhaupt noch einmal heimkehrten. Und so rückt man eben nicht nur in den ersten Jahrzehnten danach ganz besonders auch weiterhin und besonders an Weihnachten zusammen und bei der Verwandtschaft, den Kindern und Enkelkindern unter dem Baum und rund um diesen zusammen. Familien derer, die an Einsätzen der Bundeswehr teilnehmen, wissen vielleicht noch am ehesten, dass und wie sich das und die Sehnsucht anfühlt, einfach nur zuhause und zusammen zu sein. Und Weihnachtsgeschenke als sekundär zu empfinden. 

Ganz genau aber wissen es diejenigen Streikausrufer auch, wie gern man Familie und Weihnachten nach wie vor damit verbindet, zu Menschen zu reisen, mit denen man Weihnachten verbringen möchte. Und für die man entweder packerlweise was Eingepacktes mitbringt oder denen man solches wenigstens schicken möchte, wenn man selbst schon nicht dort sein kann. Oder eben nicht überall und bei allen gleichzeitig, Arbeitsleben und Freiheiten in einer globalisierten Welt, verstreuen Lebensräume mitunter eben auch in unterschiedliche Windrichtungen. Patchwork-Familien tragen das ihre dazu bei.

Da trifft nichts effektiver die Durchsetzung eigener Interessen, als Streik just eben an Feiertagen auszurufen. Und das tun dann – inzwischen beinahe vorhersehbar – in munterer Abwechslung und Reihenfolge und sicher bald auch noch in konzertierten und kombinierten Aktionen die oben genannten und üblichen Verdächtigen.

Heute fliegt eben nicht mehr das Christkindl ein und legt leiseheimlich die Packerl vor die Fenster, Türen oder unter den Baum mit dem, was wie die Kindelein irgendwann lernen eh Mama, Papa, Oma und Opa erarbeitet, erspart und eingekauft und in Wäscheschränken gut versteckt frühzeitig besorgt hatten. Heute wird der Weihnachtsmann als Geisel im Arbeitskampf genommen, der unter dem Pseudonym AMAZON die Geschenke bei Ihnen in den Garten oder bei sonstwem abwirft, weil Paketlogistiker soviel über den Onlinehandel liefern müssen, dass sie keine Zeit mehr haben, die Glöckchen klingeln und bimmeln zu lassen, um sie bei Ihnen abzugeben, selbst wenn Sie zuhause sind.

Früher klingelte der Paketbote schon deswegen noch lieber persönlich, weil er wie Müllmänner und andere Dienstleister und dienstbare Geister zum Jahresende und Weihnachten hier und da auch ein kleines Weihnachtstrinkgeld erhielt. Das ist schon deswegen aus der Mode gekommen, weil es nicht mehr DAS Paketauto und nicht mehr DEN Paketboten für Ihren Bezirk gibt, sondern verschiedene Unternehmen und Subunternehmen und viel Personal und viele, viele Lieferungen. Wer will da noch mit Trinkgeld fertig werden, wenn er damit noch anfangen wollte – also gibt’s eben keins. Und daher wenig und immer weniger Zeit und Motivation für ’s Bimmeln an der Türe, sondern Drohnen- oder sonstigen Paketabwurf im mehr oder weniger grösserem Radius um Ihre Hütte herum.

Wenn Sie das auch eh nicht mehr so wirklich hübsch und manche Bedingungen für Autoren, Buchverlage und Handel wie Mitarbeiter bei AMAZON eh für monopolistisch fies und ungerecht finden und das ganze Jahr darüber gutmenschlich kopfschüttelnd Ihre Meinung darüber haben, sagen oder posten in social media, wäre es vielleicht einmal nur konsequent, spätestens jetzt wirklich mal entschieden und mit Folgen konsequenten Handelns Schlussfolgerungen beim Handel daraus zu ziehen. Und das Kopfschütteln nicht nur symbolisch, sondern real mit einem „NEIN“ als Bedeutung dahinter zu praktizieren.

Denn das mag Ihnen diesmal und bei diesem Streik ein Trost sein, abgesehen davon, dass er „nur“ drei Tage dauert (wenn’s dabei bleibt….), aber immerhin voll bei den last days before Christmas einschlägt, um breitenwirksam und in der Kerbe der bequem bis zur letzten Minuten auf Geschenksuche und -kauf konditionierten Kunden zu schlagen:

Niemand muss wegen eines Streiks bei AMAZON auf Kauf und nicht einmal auf Versand von Weihnachtsgeschenken verzichten, der lokale und regionale Einzelhandel existiert noch. Und freut sich über regeren Besuch UND Einkauf. Wer ein bisschen damit aus der Übung gekommen ist, kann sich wagemutig auf das Experiment einlassen, dass die Welt sich im Handel tatsächlich auch ohne Amazon noch weiterdreht. Wenn Sie einfach mal wieder hingehen…..

Und solange nicht auch noch Logistikunternehmen der Post- und Paketdienstleister den Streik ausrufen, werden sogar noch manche Pakete selbst verschickt ankommen. Vorausschauende haben eh frühzeitig dafür gesorgt, die anderen können es ja im Notfall einfach mal wieder mit einem persönlichem netten Besuch und wenn alle Stricke reissen, mit einem netten gemeinsamem Einkaufsbummel und einem Weihnachtskaffee zwischendurch nicht nur to go und wenn zu weit voneinander entfernt lebend und zu spät dran mit einem Geschenk und seinem Versand, immer noch mit einem vorsorglichem Gutschein probieren. Einem von denen, die der Einzelhandel nach wie vor auch vor Ort sehr sehr gern als Geschenkoption für Beschenkte und bei ihnen gern wieder mal persönlich einkaufsbummelnden Kunden ausstellt. Buch- wie andere Händler.

Sie fördern damit nicht nur den Einzelhandel und wirken der Verarmung und Verödung Ihrer Orte und Städte entgegen, die wie jeder Arbeitsplatz dort und Ihre künftigen Arbeits- wie Einkaufsmöglichkeiten davon leben, ob und wie vielfältig er noch und wieder mehr mit seinen Kunden leben kann und auch von deren Einkauf. Sondern müssen nicht einmal ein schlechtes Gewissen wegen der Arbeitsbedingungen und Verhandlungen der AMAZON-Streikenden haben: Sie verleihen deren Anliegen sogar noch Schubkraft, weil der Onlineriese nicht nur mit deren Wünschen und Forderungen zu tun hat, sondern erkennen müsste, dass ihm tatsächlich Umsatzverluste ins Haus stehen können, wenn die RundumdieUhr-Einkäufe der Endkunden wegfallen, weil auch mal gestreikt wird und der Kunde dann wieder auf zuverlässig während Ladenöffnungszeiten bestehender Alternativen zurückgreift, die er gleich mit nach Hause nehmen kann, ohne auch noch Paketen nachlaufen zu müssen. Zumal nicht wenige örtliche Einzelhändler ebenfalls liefern.

Riesen sind nur so lange stärker und machtvoller als die Kleinen, als diese sich und ihre Ziele und Kräfte nicht gegen jene bündeln und den Hebel gemeinsam ansetzen. Für IHRE Interessen und Belange.

Seien Sie wagemutig………. wagen Sie sich einfach mal wieder in eines der Geschäfte im regionalen Radius rund um Ihr adventliches Heim! Es gibt noch welche, bei denen die Ladentüren eine Bimmel haben und schon beim Eintreten das Gefühl vermitteln, willkommen und für Ihre Wünsche und Beratung und Service gern präsent zu sein. Für Sie, für Kunde König und für………  hübsche Präsente.

Starten Sie gut in diese Advents- und Arbeitswoche!

 

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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