Ärztemangel trotz Rekordzahlen von Ärzten in Bayern?

Rezeptpflicht © Liz Collet, Arzneimittel, Arzneimittelverschreibung

Rezeptpflicht © Liz Collet

In Bayern arbeiten aktuell so viele Ärzte wie noch nie.

Ende 2014 gab es laut Statistik der LÄK Bayern 61.916 berufstätige Ärztinnen und Ärzte in Bayern. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von rund zwei Prozent; innerhalb eines Jahrzehnts ist die Zahl der berufstätigen Ärzte in Bayern 23,7 Prozent gestiegen.

Gleichwohl wird von der Bayerischen Landesärztekammer unverändert vor einem Ärztemangel gewarnt.

Besonders starke Zuwachsraten sind bei Krankenhausärzten und angestellten Medizinern zu verzeichnen: Seit 2004 stieg die Zahl der Klinikärzte um mehr als ein Drittel, zuletzt auf 28.546.

Die Zahl der angestellten Mediziner in Arztpraxen wuchs seit 2004 um das Neunfache auf 4739.

Im Vergleich dazu ist ein Rückgang bei der Zahl der Allgemeinmediziner von knapp 11% von 5819 im Jahr 2004 auf 5194 Ende 2014 zu konstatieren.

Wie kann man diesen Trend interpretieren? Vor allem im Hinblick auf die viel beklagte schlechte Finanzsituation an Kliniken in Deutschland und ggf. gar rote Zahlen, angeblich schlechte Bezahlung von Klinikärzten bei hoher Arbeitsbelastung etc.?

Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer Max Kaplan sieht Berichten zufolge vor allem bei Hausärzten weiterhin beträchtliche Nachwuchsprobleme und im rasanten Anstieg bei den angestellten Ärzten den Mangel an Bereitschaft vieler junger Mediziner, als Freiberufler 50 oder 60 Stunden in der Woche zu arbeiten. Vielmehr gebe es bei den angestellten Ärzten immer mehr Teilzeitverträge.

Geht man von dieser Interpretation aus, scheinen selbst Teilzeitverträge bei Klinikärzten noch lukrativ genug als Einkommensgrundlage zu sein und bei Vollzeitbeschäftigten der Klinikärzte die zeitliche Arbeitsbelastung immer noch weniger strapaziös, als die o.g. 50-60 Stunden Arbeitszeit eines Hausarztes bei freiberuflicher Tätigkeit.

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Über Liz Collet

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