Anklage gegen (ehem.?) Chefarzt des Klinikums Bamberg

Rechtsweg  © Liz Collet

Rechtsweg © Liz Collet

Im Fall des (ehemaligen?) Chefarztes des Klinikums Bamberg wurde von der Staatsanwaltschaft Bamberg Anklage erhoben.

So berichtet es der BR, der ihn als „ehemaligen“ Chefarzt bezeichnet.  Die StA Bamberg hat auf ihrer Website keine Informationen dazu als Pressemitteilung veröffentlicht.

Auf der Website des Klinikums ist über eine endgültige Beendigung der Tätigkeit des Chefarztes bislang nichts zu finden, im Übrigen auch seit der letzten Pressemitteilung seit 22.9.2014 keine weiteren updates zum Fall und legt in der Pressemitteilung vom 25.9.2014 vehement Wert auf Zurückweisung jeglicher Mitverantwortung an dem nach eigenen Angaben unbemerkt gebliebenem Handeln des beschuldigten Arztes, der – wie hier berichtet – eine erstaunliche Verteidigungsstrategie durch seinen Verteidiger, alles medizinisch erklären zu können, praktiziert.

Zum Thema interessanter Verteidigungsstrategien bieten derzeit auch andere Fälle aus Krankenhäusern Gesprächsstoff und Themen für den Blog. Dazu in den kommenden Beiträgen mehr. Vor allem zu dem Fall eines Hirntodes, der keiner war. Oder doch einer gewesen sein soll. Aber „nuuur“ nicht richtig dokumentiert worden sei. Und dazu, wer dafür verantwortlich sei. Oder doch nicht verantwortlich sei. Und wer daher überhaupt keine Schuld und Anlass für Vorwürfe gegen sich sehe. Dazu und was das über die angebliche Transparenz bei Organspende und Transplantation unverändert aussagt und über angeblich nicht mehr mögliche Skandale, in einem gesonderten Beitrag.

Ansonsten  fokussiert man die Pressemitteilungen des Klinikums Bamberg ebenso wie den Menüpunkt „Aktuelles“ ersichtlich bevorzugt auf „Erfolgsmeldungen“ der Klinik und erfolgreiche Veranstaltungen.

Zur arbeitsrechtlichen Lage hatte das Klinikum bislang nur im August 2014 mitgeteilt, dass der Arzt freigestellt worden sei. Von einer Kündigung war dort und ist bislang weder in Pressemitteilungen der Klinik, noch sonst soweit ersichtlich die Rede (so bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Posts).

Eine solche berührt auch heikle Fragen der Unschuldsvermutung und Vorverurteilung und der Folgen strafrechtlicher Ermittlungen auf arbeitsrechtlichen Bestand von Verträgen Beschuldigter.

Dem Bericht des BR zufolge stütze die Anklage  sich  nicht nur auf 68 Zeugenaussagen, sondern auch auf Foto- und Videomaterial, die den Missbrauch zeigen.

Insofern ist es nicht ohne Interesse, ob, wie und wann sich das Klinikum Bamberg auch aktuell erneut presseöffentlich äussert, unabhängig vom weiteren Verfahren der Strafverfolgung und der Entscheidung des Gerichts über eine Zulassung der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Anklage.

Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch  den Berichten des BR zufolge mitteilte, war die Anklage bereits am 30. Dezember 2014 erhoben worden. Für den Fall der (offenkundig noch  nicht erfolgten) Eröffnung des Hauptverfahrens sei dann mit einem Prozessauftakt nicht vor März 2015 zu rechnen.

 

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7 Antworten zu Anklage gegen (ehem.?) Chefarzt des Klinikums Bamberg

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