„Arbeitsweise und Verhalten der Polizisten macht die Schwurgerichtskammer betroffen“ {Richterschelte de Luxe}

© Liz Collet

© Liz Collet

Die Arbeitsweise und das Verhalten der Polizisten mache die Schwurgerichtskammer „betroffen“, heisst es im  Zuge der Begründung zum Freispruch des Erdinger Frauenarztes, der wegen des Tötungsdelikts an seiner Frau angeklagt worden war, Berichten zufolge.

In der Küche seien viele Spuren vernichtet statt gesichert worden. Auch sei die Tote noch vor der Durchführung der Leichenschau, aber in Anwesenheit der Beamten bewegt worden. Hinzu komme noch die schlechte Ausstattung der Beamten. Statt mit einem Thermometer aus Quecksilber habe man den Todeszeitpunkt der 60-Jährigen mit einem handelsüblichen Fleischthermometer ermittelt.

Der Anklage zufolge sollte der Frauenarzt am 4. Dezember 2013 seine sechs Jahre ältere Ehefrau in ihrem gemeinsamen Haus erwürgt oder erdrosselt haben.  Er ging an dem Abend zu einem Nachbarn und bat ihn, den Rettungsdienst zu verständigen, weil er eben zuvor seine Ehefrau leblos im Bad seines Hauses gefunden habe.

Schon dem Notarzt sei damals aufgefallen, dass die Frau offensichtlich eines gewaltsamen Todes gestorben war, heisst es im Bericht zum Freispruch. (Noch in diesem Bericht zum Prozessauftakt heisst es, der Notarzt habe eine natürliche Todesursache festgestellt) Die Obduktion im rechtsmedizinischen Institut in München ergab dann, dass die Frau zunächst grob verprügelt und schließlich erwürgt oder erstickt worden war.

Mehr als 100 Hämatome und mehrere Rippenbrüche stellte man in der Rechtsmedizin fest, mindestens 30 Faustschläge hatte die Frau im Dezember 2013 erlitten, ehe der Täter sie zehn Minuten lang würgte und schließlich erstickte.

Als Motiv ging die Anklage von Erbstreitigkeiten nach dem Tod der Mutter des Angeklagten sowie Konflikten zwischen dem Ehepaar wegen der Alkoholprobleme des Opfers aus, während der  55-Jährige von einer harmonischen Ehe und beteuerte, es habe auch niemals Streit gegeben.

Der  Gynäkologe hatte  2012 in Erding eine Praxis eröffnet, nachdem er zuvor  jahrelang Chefarzt an kirchlichen Krankenhäusern in Osnabrück und Bremen sowie Professor an der Medizinischen Hochschule Hannover gewesen war.

Dies und die ganze Geschichte dazu HIER.

Advertisements

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
Dieser Beitrag wurde unter News & Medien, Rechtsprechung, Strafrecht und OWiRecht, Strafvollstreckung und Strafvollstreckungsrecht abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu „Arbeitsweise und Verhalten der Polizisten macht die Schwurgerichtskammer betroffen“ {Richterschelte de Luxe}

  1. Liz Collet schreibt:
  2. Pingback: Selbstleseverfahren, Band 94 - Strafakte.de

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s