„Kann man Leichen FengShui-ethisch im Wohnraum üüüürgööndwüüü integrieren?“

Spiel doch nicht das Unschuldslamm! © Liz Collet

Spiel doch nicht das Unschuldslamm! © Liz Collet

Es gibt Fragen, von denen ich dachte, man könnte die Schlagzahl des tiefschwarzen Humors kaum noch erhöhen.  Das jedenfalls dachte ich nach “Wie versenke ich eine Leiche?” {Nicht googeln, wenn Sie nicht nur Krimiautor sind….}

Sag niemals nie….! Eines meiner Lebensprinzipien. Ich weiss, wovon ich rede. Nie…ist eine um ein wönzögös Bisschen zu lange Zeitspanne, um Prognosen ewigkeitsfest zu zimmern.

Mit anderen Worten: Man kann.

Alles fing ganz und gar harmlos damit an, dass ich unter den Büchern, von denen ich mich derzeit trenne, auch einige aus einem meiner Lieblingsverlagshäuser mehr als einmal in und aus Umzugskartons und dazwischen nicht mehr oft genug in die Hand nahm.

Darunter der Band von Günther Sator – „Feng Shui, Leben und Wohnen in Harmonie“. Eines der Bücher, die man sich nicht selbst kauft. Also ich jetzt nicht so. Aber die man liest, wenn man sie bekommt. Manche als Geschenk, andere zu Rezensionen usw. Vielleicht sogar ein zweites Mal. Wenn ich Möbel rückte in meinem Leben, bisher, dann jedoch nie um sie feng-shui-tauglich auszurichten. Sondern da hin zu rücken, wo sie mir besser passten. Oder umzugsbedingt. So sind Jungfrauen. Mörderisch nüchtern, rational. (In manchem.)

Beim Sortieren und Aussortieren für die Bücher, die ins kleine Verkaufsregal und zu neuen Büchermenschen umziehen dürfen, fiel auch „Feng Shui, Leben und Wohnen in Harmonie“ ins Blickfeld. Und in die Hand der diabolischsten der Freundinnen, die skelettknochentrocken kommentierte:

„Störende Einflüsse? Im Wohnraum? Die beseitigt man nicht durch Feng Shui, sondern durch Scheidung. Oder besser noch durch Mord.“

Cave: In manchen Momenten sollte man die Tasse Kaffee nicht an den Lippen haben. Diesmal ging’s noch gut – aber ich glaube, Günther Sator fände Kaffeeflecken auch nicht fengshui-tauglich. Also nicht überall. 

Kann ich der teuflischen Freundin da  widersprechen? Zumal bei der zweiten der von ihr genannten Methoden der Reiz der Herausforderung natürlich zudem um mindestens noch eine Potenz interessanter wäre. Um die Potenz #NurNieErwischenLassen, bien entendu.

Das führt reflexartig zur Gegenfrage der Blogkritzlerin (nicht ohne HinterLIZt):

„Kann man Leichen FengShui-ethisch im Wohnraum üüüürgööndwüüü integrieren?“

*hüstel* Harmlosdreinschauen!

Da die diabolischste der Freundinnen die Antwort in ihre Kaffeetasse kichernd und prustend nicht auf Anhieb zu geben vermag, während ihr Blick bei der Truhe Maß nahm (Sie ahnen wofür?), versuche ich die Antwort auf die unaufschiebbarste und drängendste aller Feng Shui-Fragen, die sich mir je im Leben stellten,  in besagtem Buch zu finden….

Und ersticke fast am Lachanfall, als  beim wenig hoffnungsfrohem Blattln mein Blick auf ein Kapitel „Schattenreich Keller“ fällt.

Isch schwöre es Ihnen, es heisst so! Bei der Lektüre der dortigen Zeilen scheint man schlagartig gedanklich in „Arsen und Spitzenhäubchen“ zu plumpsen, wenn von „Altlasten des Lebens“ die Rede ist, bei Kellern. Und der Rat gegeben wird:

„Lassen Sie sich genügend (die Freundin gluckst und japst nach Atem, dass jeder Notarzt seine helle Freude hätte) Zeit, doch arbeiten Sie beständig an einer Aufarbeitung der dort gelagerten Vergangenheit. Viel Erfolg!“

Die Sache mit der fengshui-tauglichen Integration von störenden Einflüssen im Wohnraum oder wenigstens ein paar Meter tüüüüüfer unter diesem müssen wir wohl noch mal überdenken. Mehr als eine vorübergehende Lagerung bis zur endgültigen Aufarbeitung und Entfernung der störenden Einflüsse im Wohnraum bietet wohl auch Feng Shui nicht, wenn man die Chose dann doch später wieder hervorholen muss. (Als wüssten wir nicht, wie das bei Arsen und Spitzenhäubchen endet. Ein Buch, das auch un.be.dingt der neuerlichen Lektüre ans Bücherherz hüpft)

„Wenn nicht dort, dann muss man die störenden Einflüsse aus dem Wohnraum eben doch woanders versenken……“

tröstet die koffeingetränkte und gluggsende Stimme hinter der Kaffeetasse. Bevor sie zum Endschlag ausholt:

„Lass uns Herrn Sator doch einen Leserbrief schreiben und einfach fragen! Vielleicht gibt es dann in einer neuen Auflage dazu eine Lösung………“

Muss mal mit der diabolischsten der Freundinnen ein Wörtchen reden. Über ihre Erwartungshaltung an Buchautoren. Die Feng Shui bisschen ernster nehmen. Sonst endet sie selbst vielleicht noch fengshuiintegriert in einem hübschen Raumelement. Oder unter diesem. Oder unter einer Wasseroberfläche….äh…Wasserader.

Aber immerhin……vielleicht bekäme ich dann so doch noch eine Antwort. Auf die eine oder eben andere Weise von Herrn Sator. 🙂

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Über Liz Collet

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2 Antworten zu „Kann man Leichen FengShui-ethisch im Wohnraum üüüürgööndwüüü integrieren?“

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