Warum nur denke ich bei dieser Meldung an das Klingelingeling-SEK?

Verteidigungsstratege © Liz Collet

Verteidigungsstratege © Liz Collet

Ich frage mich wirklich, was meine cerebralen Bauteilchen manchmal zu soo dermassen hundesgemeinen Synapsenschaltungen verleitet.

Vielleicht können SIE es mir ja beantworten, warum ich bei der gestrigen Meldung über den Beschluss des Ministerrats an jenen Beitrag denken musste. Und über ein Einbruchsrisiko, das sich wie dort geschildert, irgendwie doch auch realisiert hatte. Allerdings………nicht von Seiten derjenigen, gegen die nun der Beschluss des Ministerrats helfen soll. 

Also, Wohnungseinbrüche häufen sich. Und sie und die damit einhergehenden Diebstähle traumatisieren.   Daher muss effizient verfolgt werden, hart bestraft werden können. Heisst es. Vom Justizminister Bausback. Und Innenminister Herrmann meint dazu zwar, das Einbruchsrisiko in Bayern sei bundesweit am geringsten, man habe ja Polizeimaßnahmen erheblich verstärkt und zahlreiche Täterfestnahmen aufzuweisen.

Aber ….trotzdem. Das bayerische Kabinett hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, im Bundesrat einen Gesetzentwurf von Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback zum Wohnungseinbruchdiebstahl einzubringen. Weil (so der Justizminister) :“Für die Opfer ist ein Einbruch in ihr Heim immer gravierend. Zudem beeinträchtigt Wohnungseinbruchkriminalität das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in besonderem Maße. Wir müssen dafür sorgen, dass derartige Taten effizient verfolgt und hart bestraft werden können.“

Hierzu sieht die bayerische Gesetzesinitiative zwei Maßnahmen vor.

  • So soll zum einen im Strafgesetzbuch sichergestellt werden, dass Wohnungseinbruchdiebstähle nicht mehr als minderschwere Fälle bestraft werden können. Denn : „Für die Opfer haben solche Taten meist ganz schwerwiegende Folgen – und zwar unabhängig von dem entstandenen materiellen Schaden. Bei einem Wohnungseinbruch dringen die Täter in den intimen Privatbereich ein. Für die Opfer bedeutet das, dass ihr Sicherheitsgefühl im Kern erschüttert wird. Oft tragen sie lange Zeit sehr schwer an den psychischen Belastungen und Begleiterscheinungen. Es ist nicht angemessen, dass das Strafgesetzbuch dafür die Möglichkeit eines minder schweren Falls mit einem deutlich milderen Strafrahmen vorsieht. Diese Privilegierung müssen wir dringend streichen.“

Dem würden wir und Opfer von Wohnungseinbrüchen sicher zustimmen. Vielleicht würden auch andere zustimmen, was mancher Einbruch in ihre Wohnung für sie an Trauma zur Folge hat. (Ist aber zugegeben ein ketzerischer Gedanke, deswegen in der Gesetzesinitiative auch für solche Fälle eine Regelung für hübsch und wünschenswert anzusehen.)

  • Zum anderen will Bausback auch die Aufklärung von Wohnungseinbruchskriminalität erleichtern. Sein Gesetzentwurf sieht dazu vor, bei Wohnungseinbrüchen künftig auch eine Telekommunikationsüberwachung zu ermöglichen.

(Uiiiiii, dann muss das SEK ja gar nimmer gleich stürmen…..nur noch lauschen! pscht! DAS haben SIE jetzt nicht gehört!! Und ich hab’s nicht gesagt!)

„Wir müssen unsere Staatsanwälte auch mit dem geeigneten Handwerkszeug ausstatten“, beansprucht der Justizminister. Und:  „Gerade im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls stellen wir fest, dass immer mehr organisierte Strukturen am Werk sind. Wer diese Strukturen aufklären will, muss an deren Kommunikation heran. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Strafverfolgungsbehörden in diesen Fällen die Möglichkeit der Telekommunikationsüberwachung als ergänzendes Ermittlungsinstrument an die Hand geben.“

Innenminister Joachim Herrmann berichtete im Ministerrat ergänzend über die Entwicklung der Wohnungseinbruchkriminalität. Im bundesweiten Vergleich sei das Einbruchsrisiko in Bayern am geringsten (2013: 51 Einbrüche pro 100.000 Einwohner). 2013 lag die Einbruchsquote beispielsweise in Nordrhein-Westfalen mit 313 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner mehr als sechs Mal höher (bundesweiter Durchschnitt: 185 Einbrüche). „Angesichts der bundesweit seit einigen Jahren stark steigenden Einbruchszahlen hat die Bayerische Polizei die Fahndungs- und Ermittlungsarbeit deutlich verstärkt. Wir setzen alles daran, bei der Einbruchskriminalität endlich eine Trendwende zu erreichen.“

Zum Jahreswechsel 2014/2015 gab es den Informationen zufolge bereits zahlreiche Ermittlungserfolge und Täterfestnahmen. In München wurde beispielsweise eine internationale Einbrecherbande ausgehoben, der mehr als 200 Einbrüche zur Last gelegt werden. Für Frühjahr und Herbst 2015 sind laut Herrmann auch wieder bayernweite Polizeiaktionen und lokale Schwerpunkteinsätze gegen Einbrecherbanden geplant.

Außerdem werde derzeit in München und Mittelfranken die Prognosesoftware ‚PRECOBS‘ erprobt, die auf statistischer und kriminologischer Basis errechnen soll, wann und wo eine Straftat mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist.

Hier spitzen wir die Ohren, oder? Und Tom Cruise auch.

Sofern sich das Programm bewährt, werde ein bayernweiter Einsatz erwogen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Prävention. „Wir informieren gezielt unsere Bürgerinnen und Bürger, wie man Einbrüche effektiv verhindern kann“, so der Innenminister. Etwa 40 Prozent der Einbruchsversuche bliebe im Versuchsstadium stecken, weil die Täter gestört oder von wirkungsvoller Sicherungstechnik abgehalten werden. Man solle daher das umfangreiche  Präventionsangebot, beispielsweise bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in ganz Bayern nutzen.

Quelle: CLICK

Muss ich es betonen? Natürlich sind alle erforderlichen, geeigneten und verhältnismässigen Maßnahmen, die Einbruchsdiebstähle und deren traumatische Folgen für Betroffene verhindern, wünschens- und begrüssenswert. Aber eine dauerhaft vor dem Fenster schwebende Drohne, 24/7-Stunden-Lauschkontrollen würden vermutlich Bewohner auf Dauer auch traumatisieren. Es gibt Häuser, die zu den bestgehütetsten und -geschützten gehören. Und dennoch plumpsen dort mehr oder wenig bekannte Flugobjekte unverhinderbar in den Garten. Die – wäre ihr Pilot nicht zu besoopen gewesen – vermutlich ebenso flugs rein und rausfliegen und mit der passenden Kralle sich auch manches hätten krallen können. So dass Einbrecher à la longue mit ihren diebisch geschulten und gerüsteten Drohnen nicht mal mehr selbst ins Haus müssten. Die sich dort dann wohl in naher Zukunft die Wege mit den Lieferdrohnen von A****n kreuzen. Man muss sich des Kicherreizes erwehren, wie PRECOBS diese AirRobotsDrohnen dann noch auseinanderhalten könnte….. Aber natürlich kichern wir nicht. Sondern guggen ernsthaft besorgt dem Kopfkino zu. Das uns davonsurrt. Wie die surrenden Drohnen.

Advertisements

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
Dieser Beitrag wurde unter 1, Gesetzgebung, Ironymus Sein, Kommentar, News & Medien, Personen und Ämter, Re-View mit Augenzwinkern, Strafrecht und OWiRecht, Strafvollstreckung und Strafvollstreckungsrecht abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s