Möhren schütteln setzt sie unter Stress und lässt sie verbittern {Ich wäre manchmal gern Wissenschaftler}

Was ist es ? © Liz Collet

Was ist es ? © Liz Collet

Also Natur-, nicht Rechtswissenschaftler. Sie wären es vielleicht auch gern.

Wenn ich Ihnen ausplaudere, mit was für lustigen, wenn auch eigentlich bisschen sadistischen Spielchen die Wissenschaft und ihre -ler sich die Zeit versüssen, während sie Möhrchen verbittern lassen.

Ich halte die sich in den bildlichen Fantasiesinn drängende diabolische Frage im Zaum und zurück, ob Babymöhrchen dabei besonderen Risiken ausgesetzt werden und Gefahr laufen humanen Babies gleich zu Tode und nicht nur in Stress und Verbitterung geschüttelt zu werden. Oder ob andere Spezies wie Romana und Babyromana, Spinat und Babyspinat, Spargel und Babyspargel, Paprika und …. (ach, spielen Sie das selbst endlos weiter oder auch zu Ende) in gleicher Weise stressanfällig wären.

Ich würde die Frage nicht zurückhalten, wäre ich nicht in Sorge, dass sie Wissenschaftlern Ausrede und Alibi böte, eine weitere wissenschaftliche Studie und womöglich Fördergelder für diese an diese ersten „wissenschaftlichern Versuchserkenntnisse“ anzuschliessen und rechtfertigen zu wollen. Und diese dann gar noch über irgendeine krude Argumentation als wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn für Sachverständige in Prozessen um Tötungsdelikte an Babies und Kleinkindern durch zu-Tode-Schütteln verkaufen zu können. Nein, man muss fiese Möhrchen-Stressfolter-Wissenschaftler nicht auch noch auf weitere dumme Idee bringen, mit denen sie Forschungsgelder verpulvern können.

Wer für den Erkenntnisertrag (kann man das denn -gewinn nennen?) so fulminante Wortneuschöpfungen zaubert wie „Geschmackssensorisches Schütteltrauma“ und das schon bei stressbedingt gemeinerweise in die Verbitterung getriebenen Opfern der Wissenschaft unter den Möhrchen, dem ist alles zuzutrauen, dieses Syndrom à la longue auch irgendwie und mit allen Vitaminen B, die es dazu neben dem Möhrchenvitamin A, daraus zu zuzeln gibt, in der wissenschaftlichen Welt zu etablieren, zu manifestieren und einer weiteren Verwertung zuzuführen. Die – Friede über der Biomasse der verbitterten und kulinarisch unbekömmlich gewordenen sterblichen Überreste der Möhrchen – nicht mehr in der Küche und auf dem Gaumen eine Rolle spielen wird. Es sei denn jemand suchte und fände ein Gegenmittel gegen die Bitternis des Geschmacks der Möhrchen. Durch genetische …. Sie ahnen es?

Peterl und Radieserl © Liz Collet

Peterl und Radieserl © Liz Collet

Wie aber kommt man auf die Idee, Möhrchen Stresstests durch Schüttelattacken in Testreihen zu unterziehen? Und dann noch postmortal…. pardon: posthumus. Nach ihrer Entnahme aus der Erde zu Erntezwecken. (Was bei genauer Betrachtung zum makabren Spruch verführt: Nach dem Humus ist vor dem Humus, aber lassen wird das.)

Als müsste uns ernsthaft jemand Stress als „Faktor F wie Fies“ und Argument für besser doch kürzere Lebensmittelproduktions- und transportwege zum Verbraucher liefern. Pah! Genügt es nicht, dass der kürzeste Weg zwischen Erzeuger und Verbraucher eines der besten Qualitätssiegel für Frische und weniger Konservierungs- und Verpackungsmittel und ressourcenschonendere Marktbelieferung darstellt? Nein, das genügt nicht – offenbar. Offenbar muss wissenschaftlich erforscht werden, ob und wie enge Verpackung den aneinanderschlagenden Möhrchen in der Enge ihrer Transporttüten weiteren Stress verursacht.

Und ich Unschuldslämmchen komme mir schon wie ein fieser Möhrchenlebenskraftausbeuter vor, wenn ich die Möhrchenstummel, die andere „Biomüll“ nennen und in die Tonne kippen, in meinem Haushalt nicht entsorge. Sondern wieder halb in Erdreich verbuddle, um sie anzutreiben und anzutreiben und noch mehr anzutreiben (mit aufmunternder Zuwendung durch Licht, Wasser und guter Luft), noch mehr zu geben. Also – noch mehr Ernte. Und zwar grüne Ernte. Das Grün der Möhrchen, damit sie bis zum Letzten ihr Bestes geben. Schmeckt nämlich sehr fein. Auf Salat, Suppe, in Sauce und wenn es sich richtig Mühe gibt und tüchtig ins Kraut, das Möhrenkraut schiesst, sogar als Pesto auf Pasta.

Tagliatelle mit Mandelpesto und Möhrchengrün © Liz Collet

Tagliatelle mit Mandelpesto und Möhrchengrün © Liz Collet

Was aber könnte uns die Erkenntnis bringen, dass Bitterstoffe bei Pflanzen auch zu ihrem Schutz gegen Fressfeinde und Fraßschädigung fungieren? Mal abgesehen davon, dass Möhrchen sich offenbar ohne Schütteln nicht bitter genug gegen unsere Verköstigung mit köstlichen Möhrchenspeisen zu wehren verstehen? Es sei denn, jemand schüttle sie nach der Ernte noch tüchtig, um uns den Genuss zu vergällen?

Peterl, Pasta und Radieserl © Liz Collet

Peterl, Pasta und Radieserl © Liz Collet

Mit dieser tiefenphüllosophischen und chlorophüllsehnsüchtigen Frage überlasse ich Sie Ihrem Schicksal und dem der ungelösten Fragen, für die auch der wissenschaftliche Drang, Möhrchen schier kulinarisch zu Tode zu schütteln und zu schüttelfoltern keine Antworten zu liefern vermag. Und widme mich der Hege meiner Möhrchen. Ihnen und anderen kleinen feinen Schlingeln  und sonstigen Gemüsen mit feinsten Aromen ihrer Wurzeln.

Ni X für U ngut.

PSsssssssssst (flüsternd, nicht dass die Möhrchen unnötig in Schrecken versetzt werden….): Die Rezepte mit den Petersilienwurzeln können Sie wunderbar auch mit Möhrchen….. 😉

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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