„Bist Jeck!?!“ – „Damit hast Du Recht!“ {Oder: Kleine Fibel für Närrische}

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Ausgezogene Nudeln © Liz Collet

Wenn Sie heute von mir sowas erwarten wie Alaaf & Helau, muss ich Sie ebenso wie gestern auch heute enttäuschen.

Mehr als Ausgezogene, die inzwischen hinlänglich bekannt, gerade keine Nackerten sind, und mehr als Humbahumbahumbatätarääätätaräätätarää gibts nicht.

Das war’s dann auch schon. Sie werden damit leben müssen.  Genug der Faschingsgaudi, jedenfalls von mir aus. Von mir aus können Sie aber ja so doll wie Sie wollen. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Ich werfe keine Kamelle. Und krusche auch nicht in ollen Kamellen und prall gefüllten Schuhkartons mit Fotos mit Kostümen, selbst genähten naturellement, unterschiedlichster Motive und Modelle, in die ich mich und andere steckte. Die darum gebettelt hatten, solche genäht und fabriziert zu bekommen von mir,  nicht dass Sie scheckige Ideen bekommen.

Faschingslaune muss man haben, das sagt schon das Wort. Um Faschingsgaudi treiben zu wollen. Wer Gaudi genug auf dem Schreibtisch hat, schaut lieber anderen beim wilden Treiben zu, bevor er den eigenen Besen – nein, nicht reitet (auch wenn er jede Menge hexen muss, zur Zeit), sondern schwingt. Und sich in den Sattel für den Galopp durch den Terminkalender.

A bisserl was zum wilden Treiben habe ich Ihnen im „Marktschnabeln und Marktgeschnatter“ zusammengestellt, wo Sie wilde Gesellen, Schellen und Hexen und Maschkera zu sehen bekommen. Vielleicht glauben Sie unter einer der selbigen oder bei jenen mit Besen eine gewisse Ähnlichkeit mit der Blogkritzlerin zu erahnen. Vielleicht hätten Sie gar recht. Aber wozu Maschkera, wenn ich Ihnen die Antwort darauf gäbe, ob Sie recht mit der einen oder anderen Ahnung hätten.

Was Sie ausserdem noch dort lesen können ist, was Murnau (unter anderem) neuerdings ist. (Wir sind ein bisschen stolz. JAAA!) Und was Murnau noch vorhat, in 2015. Und weil 2015 nicht alles auf einmal fertig wird, auch noch in 2016. (Hier werden Ärmel gekrempelt. Hoch.) Und das ist noch nicht alles. Die Feuerwehr hat 2015 auch noch einiges auf dem Zettel. Und nicht nur die.

Maulen’s also nicht, wenn hier im Blog Fasching unterrepräsentiert sein mag. Wir haben für Fasching anderer und auch sonst genug zu tun. Wenn Sie doch maulen, schick‘ ich Ihnen ein Paket mit Pfumm-Aufreisslasche, bei dem sich für Sie ungewarnt 10 kg Konfetti (und gefühlte Tonnen davon) Marke „Ätna“ explosiv durch Ihre Räume verteilen. Die auch den stärksten Staubsauger dann lahmlegen. Freitag. Oder so. Wann ich will. Denn wann ich Lust zur Gaudi hab, ist mei‘ Sach‘. Und Sie haben sich das dann selbst eingebrockt. Sollten Sie kleinen Subton eines für die Isarmetropole charakteristischen Münchner Grants durchhören, wäre das zwar ein Hörfehler, schadet aber in diesem Fall nicht. Sie sind dann doppelt gewarnt.

Einen solchen Grant könnt‘ man zwar bekommen, wenn am Faschingsdienstagmorgen die Zeit zwischen dem Ende der Faschingsballgaudi bis 8 Uhr um rund 3 Stunden länger ist, seit dort nicht mehr „um Fünfe in der Früh“ die ersten Kaffeedüfte und Schmalznudeln zur Stärkung für Marktleut‘ und Frühschwärmer der zum Ausschwärmen Glustigen locken. Und man stattdessen warten muss, bis man zu Bürozeiten erst auch in der Schmalznudel sein Haferl Kaffee bekommt [Regiehinweis: *ischguggböseSEHRböse* ]

Aber leider sind auch Legenden schon seit rund 5 Jahren jedenfalls öffnungszeitentechnisch auch nicht mehr, was sie mal waren. Zwischen Faschingsball und Schmalznudl wird die Zeit heut arg lang.  Wo man früher flachste:

Ich komm’da grad vom Faschingstreibn
und möcht noch auf ein Haferl Kaffee bleibn.
Da gibt’s nur eins, das gut
d‘ Schmalznudl, ’s Frischhut

Und: NEIN, das hat nix damit zu tun, dass ich den 365x im Jahr daheim um 4 Uhr nehme. Sondern nur mit Kaffeeglüstl am Faschingsdienstagmorgen ohne Umweg ins Bett.  Und damit, dass man sein Haferl Kaffee im Frischhut nicht nur im Fasching traditionell sehr frühmorgens bekam.

(Regie:*brummlMünchnerGrantÜbend*)

So aber ist es – der Begriff „FRÜHcafé“ unterliegt so lang der  Umdeutung im Wandel der Zeit, bis er tot ist. Mausetot. Und bis nicht mal’s Haferl Kaffee, ja nicht mal ein dobbio der berüchtigten fünfstöckigen Espressi aus dem südlicheren Teil Münchens, so bissl hinter’m Brenner,  ihn dann wiederbeleben kann. Das schadet der Faschings- und auch der Laune, die man eigentlich schon um Viere in der Früh hat auf dem Weg zum Markt, mit der Kamera und dem Einkaufssackerl. Die Morgendämmerung des Viktualienmarktes einfangend mit der Kamera. Und die Stimmung. Wenn der Markt zu leben anfangt. (ja, anfangt, nicht anfängt). Wenn die Standln aufmachen und aufbauen. Und man mit dem Haferl Kaffee und seinem Striezel oder der Auszogenen oder der Rohrnudel aus der Schmalznudel im Frischhut hinter der Schrannenhalle an der Prälat-Zistl-Strasse Freud‘ an der G’schicht und Sach‘ hat, mit der man mit Kamera und Kritzlstift Geschichten vom Markt zeichnen soll und will.

Wenn Sie Lust auf die Gaudi am Viktualienmarkt haben, die nicht nur mit der Neubelegung der Schrannenhalle durch italienischen Feinkosthandel noch abzuwarten ist, sondern solche mit Markt und Marktweibern und Faschingsgaudi, dann schauen Sie halt am Viktualienmarkt heute mal vorbei. Auf ein paar letzte faschingsnarrische Stündln vor dem Kehraus. Und dem Geldbeutelwaschen am Fischbrunnen am morgigen Aschermittwoch, an dem die ganze Gaudi dann wieder vorbei sein wird und Fastenzeit anbricht. Erst mal mit Fisch (an dem auch die Kamera momentan ihre Freude hat und neuen Rezepten um selbigen). Dann mit Brot. Und dann wird’s schon leichter für manchen. Mit dem Fasten. Dem Gewicht. Und bis das leichte Lüfterl rund um Frühlings (Maß-) Band euphorische Vorfreude weckt und stillt. Und nicht nur im Blauen Land das Glüstl auf Grüneres für Teller und Tafel und die längeren Tage spriesst und wächst.

Bis dahin und für alle Narrischen und Närrischen und damit Sie auch im Blog auf Ihre Faschingskosten kommen noch ein paar Tipps.

Und nur weil Sie sonst eh keine Ruhe geben, eh voilà, die Favorites jenes meiner beiden Grossväter, bei dem es zu Sylvester wie zu Fasching die grösste Gaudi machte, ihm zwischen seine Sargnägel (die ihm wirklich zu solchen wurden) immer wieder mal ein paar PFFFFUMMMStengel zu mogeln. Die so schön PFFFUMMM explodierten, wenn er sie sich anzündete. Grossväter, die was taugen, halten das aus. Selbst spitzbübisch und schlitzohrig und zu jeder Gaudi und jedem Streich bereit. Und  ihren Enkelinnen selbst die besten Streiche beibringend. Nicht nur für Faschingsgaudi.

Sie jetzt das auf Endlosschleife – Und ich in Ruhe arbeiten. Deal?

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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