„Ich habe alle getötet“ {Blattlt – Die kleine Rundschau durch die Medien}

Medien, Meinungsbildung, Politik © Liz Collet

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Ein bisschen geblättert durch den medialen Wald, ist auch dieser Tage wieder manches ins Augerl gefallen.

1.

Keinen Aprilscherz erlaubt sich die Postbank ab 1. April mit ihren Kunden.

Dann will sie von den meisten ihrer fünf Millionen Girokonto-Kunden künftig 99 Cent, wenn diese eine Überweisung per Papierbeleg einreichen. Die Informationsbriefe hierzu hat die Postbank vor einigen Wochen verschickt. Nach Empörung und Widerspruch vieler Kunden gegen diese liess die Postbank ein weiteres Schreiben folgen, das Berichten zufolge irgenwie im Subton an die Didaktik eines Angebotes erinnert, das Postbank-Kunden besser nicht ablehnen sollten. Wenn sie ihren Exit,…pardon: ihre Kündigung erleben wollen. Die Kunden werden demnach gebeten, „Ihren Widerspruch noch einmal zu überdenken“. Ansonsten werde man das Girokonto mit einer Frist von zwei Monaten kündigen. Beigefügt ist dem weiteren Postbank-Schreiben ein Formular zur Rücknahme des Widerspruchs. Dafür haben die Kunden vier Wochen Zeit.

In Zeiten, in welchen der BGH eine eher verbraucherfreundliche Rechtsprechung tenoriert zum Thema Gebühren bei Banken und deren AGBs sollte vielleicht eher die Postbank ihren Tenor und ihr Geschäftsgebaren noch einmal überdenken. Der Beitrag weist auch darauf hin, wie Kunden daher sinnvollerweise zunächst vorgehen könnten, um den Aufwand eines Konten-, bzw. Bankwechsels zu vermeiden.

2.
Es wird Raucher in ihrem zunehmend als lebensfeindlich empfundenen Umfeld nur wenig Trost spenden, dass ein oberlandesgerichtliches Urteil den nicht fest installierten Aschenbecher in einem Neuwagen als Grund ansah, die Autohändlerin zur Rücknahme des Pkws zu verurteilen. Aber interessant ist die Entscheidung gleichwohl: Beim Kauf des Lexus´ war zuvor allerdings ausdrücklich vereinbart worden, dass der Wagen mit dem Raucherpaket samt beleuchtetem Aschenbecher ausgestattet sein soll. Das Oberlandesgericht Oldenburg hob ein erstinstanzliches Urteil auf, welches noch der Autohändlerin recht gegeben hatte. (OLG Oldenburg – Az. 13 U 73/14). Die Firmenkundin hatte geltend gemacht, ihr Geschäftsführer habe den beleuchteten Aschenbecher bei Vertragsabschluss ausdrücklich bestellt, er sei Teil des Raucherpakets des 135 000 Euro teuren Neuwagens gewesen. Eine Nachrüstung des Lexus´ mit dem gewünschten Aschenbecher war nach Angaben des Gerichts nicht möglich.

3.

 Er ist nicht der erste, aber ein weiterer Arbeitnehmer, der mit seinem täglichen Weg zur Arbeit alle diejenigen widerlegt, die an Alter geringere Leistungsfähigkeit oder -bereitschaft knüpfen. Man kann trefflich darüber nachdenken, ob es daran liegt, dass älteren Arbeitnehmern noch eine andere Arbeitsmoral und Einstellung eigen sind, sich nicht auf Sozialleistungen auszuruhen. Denn allein die Tatsache bevorzugter jüngerer Mitarbeiter und der Notwendigkeit, dann im Alter mehr und eben auch weite Wege zu Fuss in Kauf nehmen zu müssen, können es auch vor dem Hintergrund fehlender sozialer Sicherung in USA nicht allein sein.

Dass es immer Menschen gibt, die sich dann aber selbst an so leistungsbereiten Arbeitnehmern noch bereichern wollen und an dem, was diese erhalten, weil sie das alles auf sich nehmen, zeigt das Beispiel von Robertson, über das früher berichtet worden war. Und von dessen Ex-Freundin, die nun quasi „am Kuchen mitessen möchte“.

4.

Als ein Beispiel für „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ könnte man  wohl diesen Fall eines scheinbar gedankenlosen Mord-Geständnisses ansehen. Damit aber ist es wohl allein nicht erklärlich. Eher schon als vielleicht fatale Folge steigender Tendenz zu Selbstgesprächen mit fortschreitendem Alter…….? Denn allein damit, dass er annahm, das Mikro sein nicht mehr an, lässt es sich ja noch nicht erklären, dass und was er vor sich hin plappert….. und ausplappert, was von ihm in und nach vorangegangenen Ermittlungen und Prozessen stets bestritten worden war. Jetzt könnte man natürlich noch darüber nachdenken, wen alles und wieviele er meint, wenn er sagt „Ich habe alle getötet“….. es wäre ja nicht das erste Mal, dass Mordverdächtige fleissiger zu Werke gingen, als Ermittler ahnten…..

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Über Liz Collet

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