Prozessbeginn im Coburger Schlachthof-Skandal

Lebensmittelrecht © Liz Collet

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Die Betrügereien mit Ekelfleisch am ehemaligen Coburger Schlachthof beschäftigen ab 4. Mai 2015 das Landgericht Coburg; es hat Berichten des BR zufolge die Anklage der Staatsanwaltschaft zugelassen.

Angeklagt wegen Betrugs und Beihilfe zum Betrug sind der Großschlachter, der Schlachthofleiter und seine Ehefrau; letztere war als Tierärztin tätig. Über Jahre hinweg sollen aus dem Schlachthof rund 21 Tonnen Rindfleisch an Metzger und Gastwirte verkauft worden sein, das laut Staatsanwaltschaft nicht verkehrsfähig war.
Das minderwertige Fleisch soll durch Mitarbeiter des Großschlachters aufbereitet worden sein, bevor es in den Handel gelangte. Betrogene seien nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Metzger und Kunden. Zwar habe es sich nicht um Gammelfleisch gehandelt. Eine Gefahr für die Kunden habe nicht bestanden. Verkauft worden sei sog. K3 Fleisch. Dabei handelt es sich um Ware, die nicht mehr in den Lebensmittelhandel gelangen darf.

Dem hauptangeklagten Großschlachter und Geschäftsführer der Firma Dellert Fleisch mit Sitz in Burgpreppach (Lkr. Hassberge) wird Betrug in mehr als 17.000 Fällen vorgeworfen. Insgesamt sei durch die Betrügereien mit dem Ekelfleisch und durch Tricksereien beim Wiegen von Fleischerzeugnissen ein Schaden von fast einer Million Euro entstanden.

Recherchen des Bayerischen Rundfunks im Jahr 2013 hatten den Skandal aufgedeckt. Die Anklage umfasst nach Angaben der Coburger Staatsanwaltschaft fast 5.000 Seiten. Der Coburger Schlachthof wurde nach dem Skandal geschlossen. Die am 4. Mai beginnende Hauptverhandlung wird auch deswegen interessant, weil dann bekannt werden könnte, wer die Abnehmer des Ekelfleischs waren. Unter ihnen sollen nach BR-Informationen überwiegend Metzgereien und Gaststätten aus Coburg und den umliegenden Landkreisen sein.

Quellen und weitere Beiträge zum Fall:

 
 
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Über Liz Collet

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