Nicht ganz ohne, so‘ ne Drohne! {Erst recht in Kinderhänden}

Weissblau © Liz Collet

Weissblau © Liz Collet

Unter anderem haftungsrechtlich nicht ganz ohne ist der Betrieb einer Drohne, wenn damit Schaden angerichtet wird.

Wenn diese „Drohne“ nicht zufällig irgendeinen Hausbewohner bei ihrer mehr oder weniger sanften Landung per Schädelverletzung erlegt hat, während er vielleicht auf seinem Balkon oder seiner Dachterrasse zugange war und diese infolge spontanen Ablebens nun nicht als Fundsache abgeben kann, bevor er selbst vielleicht dereinst als Opfer entdeckt wird (gönnen wir uns ein wenig Kopfkino – die ZDF-Krimis geben einfach ganz besonders derzeit nicht genug her, um unsere kriminell-makabren Gelüste zu stillen), wird man sie vielleicht irgendwann mal wiederfinden.

Und sie den Weg zum BR oder dem Buben oder seinen Erziehungsberechtigten wiederfinden. Letztere schienen kein Problem darin zu sehen, einem 13-jährigen Filius den Betrieb eines rund 250 Euro teuren Gerätes ohne Aufsicht zu überlassen. Was rechtlich und je nach möglichem Schaden, den ein Gerät dieser Art verursachen kann, durchaus Folgen haben kann.

Selbst wenn ein solches Gerät nach Grösse und im Privatbetrieb im Normalfall genehmigungsfrei benutzt werden darf, sofern bestimmte Benutzungsregeln eingehalten werden, beginnt hier bereits die Liste der Fragen, die sich ergeben können, wenn Eltern ihren Kindern solche Teile überlassen.

Im aktuellen Fall würde sich schon die Frage stellen, ob der Bub diese Benutzungsregeln überhaupt einhielt.

(Mehr zu den Regeln u.a. beispielsweise hier => Informationen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung über unbemannte Luftfahrtsysteme.)

Über dem Domplatz und Lamberg-Palais in Passau – also im belebten Bereich der Stadt – ist wohl eher nicht eines der Gebiete, bei denen kein Betrieb „über Menschen und Menschenansammlungen“ stattfindet. Wo der Betrieb eigentlich grundsätzlich nicht erlaubt ist, wenn dort nunmal üblicherweise Menschen unterwegs sind.

Natürlich kann man nicht erwarten, dass ein 13-jähriger Bub diese Regelungen von sich aus kennt. Das ist erst mal Sache der Eltern, die beim Kauf solcher Geräte für die eigene Nutzung wissen müssen, was man dort wo darf. Und was nicht. Und die dies auch beim gemeinsamen Betrieb der Geräte mit ihren Kindern oder durch ihre Kinder in ihrer Anwesenheit beachten müssen.

Die nächsten Frage sind:

Dürfen Eltern ihren minderjährigen Kindern die Benutzung des Gerätes ohne ihre eigene Aufsicht überlassen? Ab welchem Alter des Kindes? Und mit welchen Verhaltensregeln?

Und wer haftet, wenn Kinder bei unbeaufsichtigtem Betrieb des Gerätes Schaden oder Gefahren für Dritte verursachen?

Sei es, dass das Gerät beim Landen, beim Flug gegen Personen oder Gegenstände oder bei einem Absturz selbst Sach- oder Personenschaden anrichtet. Sei es, dass durch das Erschrecken  durch oder die Begegnung mit einem kontrolliert gesteuertem  oder der Kontrolle des Kindes entglittenem Gerät Dritte zu Schaden kommen. Nicht jeder ist in der Lage einem Gerät rechtzeitig auszuweichen, ohne selbst Schaden zu erleiden oder weiteren Dritten zu verursachen. Nicht jeder ist das als Erwachsener, erst recht nicht Kinder oder ältere oder mit Handicaps belastete Menschen. Es hat seinen Grund, warum über Plätzen mit Menschen solche Geräte eigentlich nichts verloren haben, noch weniger in Händen minderjähriger Nutzer oder solcher in der Altersgruppe unter 14 Jahren, bei denen strafrechtlich noch andere Regeln gelten und zivilrechtliche Haftung und Haftbarkeit zum rechtlichen Problemfall für Kinder, ihre Eltern und etwaige bestehende (vielleicht aber auch nicht bestehende) Privathaftpflichtversicherung werden kann. Und damit für unbeteiligte Dritte, die Schaden erleiden.

Ob Dritte im Fall HIER zu Schaden kamen oder ob das Gerät nur verloren ist und bleibt – bis sich das herausstellt, schadet es vielleicht nicht, wenn die Eltern des Buben Zeit haben, darüber nachzudenken, was passieren kann und passieren hätte können. Und ob sie den Buben und sich für solche Fälle überhaupt ausreichend versichert und die Dinge beachtet haben, die ihnen als Erziehungsberechtigte, wie auch Erziehungspflichtige als Verantwortung obliegen.

Damit der Spass ein Vergnügen an und mit der Technik bleiben kann – wer kann die Freude an Technik schliesslich nicht gut verstehen, sofern sie erlaubt ist und wo sie es ist? Und solange sie nicht ins Auge geht.

PS: Als Anwälte können Sie ja mal beim Haferl Kaffee zur Kaffeepause grübeln, welche der gestellten Fragen Sie aus der Hüfte und ohne Griff nach Google oder Grosskommentar im Regal beantworten könnten……   Ich bin derweil mal mit dem Rumbasteln an einer Fernsteuerung beschäftigt für ein…*hüstel*nuschel*räusper…..-gerät 🙂

Advertisements

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
Dieser Beitrag wurde unter Familienrecht, Kommentar, News & Medien, Versicherungen, Zivilrecht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Nicht ganz ohne, so‘ ne Drohne! {Erst recht in Kinderhänden}

  1. Pingback: Was droh(n)t uns da durch US Air Bases et.al.? | Jus@Publicum

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s