Neuregelung der Fortpflanzungsmedizin am 14. Juni 2015 in der Schweiz?

Kinderwunsch, Sterilisation, Refertilisation, Familienplanung, Hoffnung © Liz Collet

Hoffnung © Liz Collet

Die Schweiz hat – nach Meinung der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) – eines der restriktivsten Fortpflanzungsgesetze innerhalb Europas. Sie vertritt die Position, dass dies keine optimale Behandlung von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch ermögliche und Frauen und Ungeborene unnötigen Risiken aussetze.

Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften empfiehlt deshalb, dem Verfassungsartikel für eine Neuregelung der Fortpflanzungsmedizin am 14. Juni 2015 zuzustimmen.

Diese Verfassungsänderung hätte zur Folge, dass

  • in einem Behandlungszyklus nicht mehr nur wie bisher drei, sondern zwölf Eizellen bis Tag 5 entwickelt
  • und anschliessend auf ihre Überlebensfähigkeit untersucht werden können.

Diese Massnahme erhöhe – so die SAMW – einerseits die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft, da nur jede sechste befruchtete Eizelle überlebensfähig sei. Andererseits könne der Frau eine einzige entwickelte Eizelle übertragen werden, was das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft reduziere.

Mit der Neuregelung allerdings verbunden ist auch die Abschaffung des Verbotes der Präimplantationsdiagnostik und das Einfrieren der nicht selektierten und nicht übertragenen einzelnen entwickelten Einzelle.

Damit ungelöst bleibt, was bereits heute rechtliche, ethische und gesellschaftliche Fragen aufwirft: Der Umgang mit den eingefrorenen, nicht verwendeten Eizellen und die zunehmende Verfügbarkeit und auch Verfügung über angeblich weniger lebenswert bewerteten Lebens je nach Ergebnissen der Präimplantationsdiagnostik.

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Über Liz Collet

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