14 Tage.plus.X ………..KiTa-Streik bis auf Weiteres

Reform des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes , Familienpolitik, ElterngeldPlus

Kindererziehungszeiten© Liz Collet

Hoch gesungen, schon verklungen……

….die Loblieder auf Mütter zum gestrigen Muttertag. Jetzt dürfen die Mütter (und: JAAA, auch die Väter) sich anschnallen für den Ritt über den Bodensee, soll heissen für den Ritt über die Zeit von mindestens 14 Tagen plus X der KiTa-Streiktage.

Selbst der vorausschauendste Elternteil und sein Partner werden nicht mit 14 Tagen ad hoc Urlaub vorausgeplant und in der Lage sein, dieser Herausforderung locker zu begegnen. So mancher macht da drei Kreuze mindestens redensartlich, der seine Kinder in kirchlich getragenen oder privaten KiTas hat. Und mit  Streik nicht mal dann rechnen muss, wenn sein Kindelein ein marienkäfer- oder gänseblümerlgemustertes Kopftuch in den und im katholischen Kindergarten trägt oder kein Ketterl mit einem goldenen oder silbernem Kreuzl um den Hals hat.

Alle anderen haben nun Tage strammer Organisation von „Ersatzfahrplänen“ und „Notfall-Plänen“ vor sich, Job und Juchu ihrer „luxuriösen“ Entscheidung, Kinder zu bekommen, im Alltag unter einen Hut zu bekommen. Denn in den kommunalen Kitas in Bayern beginnt ein unbefristeter Streik. In Nürnberg, Fürth, Erlangen, München und Augsburg sind die Beschäftigten zu Arbeitsniederlegungen von mindestens 14 Tagen aufgerufen.

Arbeitgeber werden es hoffentlich mit mindestens soviel solidarischer Unterstützung flankieren, wie unter Berücksichtigung des Bemühens von Eltern und Alleinerziehenden, pünktlich und ohne kurzfristige Arbeitsverhinderung hilfreich und nötig sein kann.  Und Eltern nicht erwarten, dass alles sich am Arbeitsplatz nun nur um ihre Probleme ausgefallener Kinderbetreuung drehen kann. Denn mit Streiks in KiTas ist bei den Medienberichten fast sicherer zu rechnen, als mit den Ausfallzeiten, die bei Kindern bekanntlich viel öfter und unvorhersehbarer und unplanbarer kommen und mit denen auch zu rechnen und für die als Eltern immer auch ein Plan B im Notfallkoffer sein muss: Kinder- und andere Krankheiten. Die auch nur bedingt und mit 5 Tagen Sonderurlaub (bei vollem Lohn) pro Person und per anno auffangen können, wenn das Kind krank wird. (Bundesarbeitsgericht – 5 AZR 834/76).

Für Windpocken & Co. reichen auch die oftmals nicht aus, zumal es da auch nicht immer leicht und zu verantworten ist, Oma und Opa zur Betreuung zu bitten, für die Ansteckungen gesundheitlich mit grösseren Risiken als für Kinder und jüngere Menschen sein können.

Wenn Ihr Kind also öfter oder länger als 5 Tage per anno krank ist (und damit muss man immer rechnen und für andere Kinderbetreuung sorgen), bleibt auch nur, anderen und unbezahlten Urlaub zu nehmen. Bei Kindern bis 12 Jahren greift dann ggf. noch die Regelung des Kinderkrankengeldes.

Versuchen Sie es also mit den Zutaten Gelassenheit, Humor und Fantasie. Und der Fähigkeit zur (Selbst-) Organisation, die Sie ab dem Zeitpunkt immer im Notköfferchen im Leben bei sich haben müssen, sobald Sie (oder die Prise Zufall oder Schicksal) sich entschieden haben, dass Sie Eltern werden: Seien Sie gewappnet auf alles Unplanbare und Unvorhersehbare, das Sie in den nächsten 5 Minuten mit Streiks aller Art („Mama, ich will heute nicht in den Kindergarten, die Susi ist soooo doof“ oder eben „Wir Erzieher wollen mehr Geld“ ) wie auch (andere) Kinderkrankheiten treffen kann! („Mama, was sind denn das für lustige Tupfen auf meinem Baaaa-aaauch? Die jucken so ….“ oder „Ihr Kind hat leider Läuse – es darf erst wiederkommen, wenn es ein Attest vom Arzt bringt, dass es läusefrei ist“)

Und………..seien Sie gewiss: Alles, alles geht vorbei. Sogar die hürdenreichen Tage.Wenn Sie selbst sich etwa bei den Windpocken Ihres Sprösslings anstecken, der nach 14 Tagen wieder fit ist, ……….während Sie fast 4 Wochen damit kämpfen. Und in dieser Zeit eben dann Ihre Kanzlei telefonisch, per Fax und Co so führen, dass nicht mal Fristverlängerungen beantragt werden müssen……..

Wer Kinder hat, lebt am besten mit dem Satz: Nix ist unmöglich. Notfalls wird gehext.

Und…. nicht selten sind die hürdenreichen Tage nicht einmal die schlechtesten. Es sind Tage allemal und immer mit Ihren Kindern.

Try Your best – und tragen Sie’s mit Humor. Dann……….haben Sie auch mein Mitgefühl.

Ni X für U ngut!

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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3 Antworten zu 14 Tage.plus.X ………..KiTa-Streik bis auf Weiteres

  1. Das braucht doch Mensch! Aus Barcelona heraus nehme ich Deutschland immer mehr als das Land des Streiks wahr. Liebe Grüsse, Jenni

  2. Liz Collet schreibt:

    Und ist das nicht erstaunlich – waren es doch früher mal die Urlaubsländer im Mittelmeerraum und Frankreich, die den Ruf hatten, dass Urlauber wegen Ausfällen von Zügen und Flügen, mit oder ohne Streiks irgendwo hängen blieben …. auf Hin- oder Rückwegen im Urlaub.
    Liebe Grüße , Liz

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