Eine Ohrfeige ist [K]Einohrfeige?

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Press Review © Liz Collet

Soso….
Til Schweiger langt Elyas M’Barek eine. Und rechtfertigt das mit „Sowas kommt unter Männern schon mal vor“.
Ach ja? Ach ja. Sowas gilt ja als männlich. Cool. Machomässig, aber ist ja so’n Männerding.

Gewalt? Ach was! Das ist dann doch keine Gewalt. Eine Ohrfeige ist eine Ohrfeige ist KeinOhrfeige?  Oder wie?

Da kann der Schweiger ja nur froh sein, dass M’Barek nicht umgefallen ist. Auf den Kopf und ins Koma. Und dass er nicht sogar noch so unglücklich dabei hin- oder gegen irgendwas gefallen ist, dass er daran und den Folgen gar stirbt.

Letzteres kommt ja schon mal vor, wenn einer hinlangt. Kann sogar mit einer einzigen Ohrfeige vorkommen. Haben doch alle nicht erst jüngst gelernt, sondern angeblich alle so gut gewusst, wie es ein jüngst verurteilter Täter auch wissen musste und gewusst habe und vorhersehen habe müssen. Denn – wie das Netz und alle dortigen „Experten“ dann wissen und von sich geben seit einem jüngsten Urteil in einem medial exzessiv ausgeweidetem Fall – muss man damit schliesslich doch bei jeder Ohrfeige sogar rechnen und muss vorhersehen, dass daran einer sogar stirbt. Körperverletzung mit Todesfolge? Unsinn – Mord, sei das gewesen. Und mindestens mit lebenslänglicher Haft und Schlimmerem zu sanktionieren. Meinten nicht wenige. Nicht wenige selbsternannte Experten und Richter und Selbstgerechte, die sich selbst für gerechter als die Justiz ansehen.

So sei das eben mit Gewalt und Ohrfeigen seien auch nichts anderes als Gewalt und jede tödliche Folge vorhersehbar. So unlängst noch.

Und nun? Til Schweiger langt zu und tut das ab mit „Sowas kommt schon mal vor unter Männern“.

Gewalt scheint für ihn, der bei Facebook seinerzeit noch Mitgefühl postete, also banalisierbar, wenn er selbst austeilt? Diese Banalisierung wäre zu jeder Zeit unpassend. Just derzeit und nach dem Urteil unlängst ist sie unpassender denn je. Eine Ohrfeige – mehr als eine Ohrfeige auch für jeden, der mit einem Minimum an Empathie an Familie und Angehörige von Menschen denkt, die infolge einer banalen und banalisierten Ohrfeige, Schaden erleiden und Gesundheit oder Leben verloren haben. Folgen von Ohrfeigen müssen nicht immer der Verlust des Lebens sein – aber dauerhafte Folgen für die Gesundheit können sehr leicht damit verbunden sein, nicht nur dauerhafte Gehör- oder andere Schäden.

Schweiger hat Glück, dass Elyas M’Barek nicht stürzte. Keine weiteren Folgen der Ohrfeige erlitt. Und dass er – warum auch immer – grosszügig genug ist, nicht zurückgeschlagen hat. Tätlich. Oder auch nur verbal, medial. Und grosszügig genug ist, es bei der Entschuldigung zu belassen, die es nachher gegeben haben soll und mit der die beiden den Vorfall bereinigt haben.

Aber….. damit ist es getan?

Hm.

Hmmm.
Komisch.
Komisch, dass das nun keinen stört.
Komisch, WIE komisch das ganze Netz stattdessen die Ohrfeige findet und darüber zu witzeln beliebt, als wäre eine Ohrfeige keine Ohrfeige und keine Gewalt, egal zwischen wem. Und als wäre Gewalt nicht auch unter Erwachsenen und unter Männern völlig indiskutabel und schon gar nicht zu rechtfertigen mit „Sowas kommt schon mal vor unter Männern“. Erst recht, nachdem sich unlängst erst auf tragischste Weise zeigte, WIE leicht eine einzige Ohrfeige unterschätzt die fatalsten Folgen haben kann.

Zwischen den ZweiOhren sitzt – bei manchen jedenfalls  – der Verstand. Der beim Schlagenden und im Netz bei den Witzelnden weiter reichen könnte und sollte, als bis zu einem „Unter Männern kommt das schon mal vor“ und dummen Sprüchen.

Einer, der gut auszuteilen und einzustecken verstand, war Max Schmeling. Im Ring.

Es stünde manchem Schauspieler gut zu Gesichte, Menschen nicht nur zu verkörpern, sondern sich mehr als nur das von jenen abzukucken, was diese zu Legenden machte. Und in Film und Alltag auch das zu verinnerlichen, was solchen in Rollen verkörperten Menschen Achtung einbrachte. Max Schmeling hätte ausserhalb des Rings nicht zugelangt. Und noch weniger eine solche Entgleisung als etwas Normales unter Männern bezeichnet.

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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