Vor.Bilder statt Bilder.Vor.Rechte {Sofa-Gutmenschelei im Netz}

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Zur Orientierung © Liz Collet

Mit einem Click gut sein. Vorbildliches zeigen. Das ist sehr beliebt. Im Net. Und streichelt nicht selten mehr das Ego desjenigen, der ein Bild, einen Link postet oder teilt, als es real bewirkt bei demjenigen, der darin thematisiert oder gezeigt wird.

Man könnte sagen: Damit könnten andere animiert werden, auch etwas ähnlich Gutes zu tun – bewirkt es also nicht doch etwas Gutes? Das würde voraussetzen, dass sich davon wirklich andere angeschubbst fühlen könnten, etwas ähnlich Gutes in ihrer eigenen realen Welt auch wirklich zu tun. Und zwar bei der ersten besten nächsten Gelegenheit. Und zwar ohne Bild und Posts darüber. Weil das nicht das Entscheidende ist. Sich dessen zu rühmen und dafür in einer von Selfies ohnehin nur so ge- und überfluteten Welt Applaus und Clicks und Likes und Shares zu erhalten. Sondern da, wo es nötig ist. Ohne Menschen, denen man etwas Gutes tut, als Preis für die Hilfe medial und social medial auszubeuten und zu vermarkten.

Manche tun dafür noch weniger – sie fotografieren ohne eigene „gute Tat“ nur andere ungefragt. Posten ungefragt deren Bilder und darin zu sehende „gute Taten“. Vorgeblich, um deren gute Tat anzuerkennen. Eine Anerkennung, die diese vielleicht weder wollen, noch brauchen. Noch weniger aber diejenigen vielleicht wollen und brauchen, die im Mittelpunkt solcher Bilder und zufällig im Bild in den „Genuss guter Taten“ kommen. Ein Beispiel wie dieses sollte nicht kritiklos bejubelt werden. Sondern nachdenklich machen.

Ohne eine Passantin, welche die Szene unbemerkt fotografierte, wüsste man nichts davon.

Ist es ein Gewinn, dass man es kennt? Für wen?

Wäre das ein Verlust, hätte die Passantin es nicht veröffentlicht?

Für wen?

Dem Mann auf der Strasse ist auch ohne ein Bild Gutes widerfahren. DAS wäre genug. Genug an Besserem für einen Menschen. Eine Polizistin hat getan, wonach ihr zumute war, eine Geste der Menschlichkeit, die sie ehrt. Hätte sie gewollt, selbst im Mittelpunkt zu stehen mit etwas, das ihr selbstverständlich war? Hätte sie gewollt, dass zu ihrem „Ruhm“ ein anderer unfreiwillig als Mittel zum Zweck der Anerkennung ins Bild gerückt wird, dem das vielleicht nicht ohne Weiteres so recht sein könnte?

Haben Obdachlose keine Rechte, nur weil sie keine Lobby oder keinen Internetzugang haben?

Wo ist die Empathie für Menschen, die vielleicht so nicht abgebildet und viral in der Welt als Mittel vorgeblicher Gutmenschen-Langeweile ge- und missbraucht werden wollen? Gutmenschen, die sich gut fühlen, wenn sie „auf Armut den Blick lenken“ und auf Menschen, die Armen auf Augenhöhe begegnen. Und sich dann mit dem wohligen Gefühl, den Blick darauf gelenkt zu haben, zurücklehnen. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob es arme Menschen geben könnte, die es beispielsweise nicht schön fänden, wenn andere – unbekannte Dritte, unzählig viele Dritte oder auch ihnen bekannte Menschen – sie so abgebildet sehen oder wieder sehen? Die sich entwürdigt fühlen, so zu Mittel der Medien und der medialen Gutmenschensucht zu werden? Die sich anmassen, ungefragt Menschen in den Mittelpunkt der Aufmerskamkeit zu rücken.

Angeblich aus Rührung. Über einen anderen Gutmenschen.

Anstatt „gerührt“ den Obdachlosen und die Polizeibeamten ungefragt zu fotografieren und ebenso ungefragt ihr Bild auf Facebook zu posten (als hätten beide keine Persönlichkeitsrechte und ohne darüber nachzudenken, ob jeder Obdachlose es gut findet, dass er, seine Situation, sein Leben viral im Bild verbreitet werden), sollte die ach so gerührte Knipserin lieber selbst ebenso mal irgendwas mit oder für einen Obdachlosen oder anderen Menschen tun – dann wäre mehr erreicht, als sich mit dem Veröffentlichen eines Bilds gutmenschlich selbst auf die Schulter zu klopfen, weil man die gute Tat eines anderen viral verbreitet. Es liegt mehr Anerkennung und Respekt sowohl gegenüber dem Obdachlosen als auch der Polizistin darin, solch ein Handeln zum Vorbild für eigenes weiteres Tun zu nehmen, als die beiden ungefragt zu knipsen, es ins Netz zu stellen und sich mit der eigenen Rührung wohlig im eigenen Gutmenschentum zurückzulehnen, weil man der Welt gezeigt hat, dass es gute Menschen gibt.

Anstatt selbst ein gut handelnder Mensch zu sein.

EIN Knips weniger pro Tag, EINE eigene gute Tat mehr pro Tag. Die keiner sehen muss. Ausser der eine Mensch, dem sie wirklich etwas Gutes bringt. Und der sie mit der eigenen weiteren guten Tat weitergibt. DAS wäre für mich VOR.BILD.licher. Als Bilder vor Rechte anderer zu setzen.

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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