Plädoyer für die 20 Cent Strafabgabe pro Einweg-Flasche

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East of Horizons © Liz Collet

Ich bin dafür. Und Sie?

Das kann ich leicht sagen, denn ich kaufe keine Produkte in Einwegflaschen. Sie lesen richtig: K.E.I.N.E.

Am Ende der Lektüre dieses Beitrages kaufen Sie vielleicht auch keine mehr. Das wäre schön. Oder wenigstens weniger Einwegflaschen. Das wäre ein Anfang. Zum An- und Umgewöhnen. Der Rest ist dann eine Frage der Gewohnheit. Ich baue oft auf Gewohnheiten, an die man Menschen vielleicht nur ein bisschen gewöhnen muss. (Manchmal auch mit einer kleinen liztigen Strafabgabe „gewöhnen“….). Die gewöhnen sich die meisten nämlich dann so schwer wieder ab. Und das kann – wenn Sie bei den Mehrwegflaschen angekommen sind – nur gut sein.

Mein Mineralwasser sprudle ich seit zig Jahren selbst. Das Teilchen, das ich vor rund 9 Jahren in einem Rezept- und Fotowettbewerb gewonnen habe, war eigentlich „nur“ der 2. Preis, der erste war eine 1-wöchige Reise zu einem wunderschön gelegenem Alpenhof. Doch mein Sohn (von dem ich gedacht hatte, ihm hätte sicher die Reise besser gefallen, als ich ihm von dem Preis und Gewinn erzählte) brachte es vergnügt auf den Punkt: „Mama, von der Reise haben wir eine Woche was, bestimmt wäre es eine tolle Woche und wir würden uns sicher gern lang daran erinnern. Aber von dem Sprudler haben wir viel länger und jeden Tag mehr Freude – weil keine Getränke und Getränkekisten geschleppt werden müssen“

Womit er Recht hat. Und natürlich hat auch er längst in seiner Studentenbude ein ähnliches Teil. Und ich hoffe, mein Sprudler hält es mit dem VW-Käfer-Motto noch ein paar Jahre….und sprudelt und sprudelt und…na, Sie wissen schon.

(Btw ………ein paar wunderwunderwunderschöne Impressionen eines echten Raritäten-Schätzchens mit Brezel finden Sie im Blog eines meiner ganz besonderen Lieblingsfotografen, dessen Fotos Sie  nicht nur dort, sondern in einer Vielzahl ausgezeichneter Publikationen finden. Spazieren Sie – in einer Mittags- oder Kaffee- oder Teepause doch einmal dort durch …….oder lassen Sie sich bei [s]einem Wein und Käse und Brot und vielem anderen mehr zu Genuss.Würdigem und Genuss.Wertem verführen)

Hier wird also eh selbst gesprudelt. Wenn ich nicht ohnehin frisches, kühles Sankt Kranenberger Quell- und Bergwasser frei Haus geniesse.

Oder Tee damit aufgiesse, von dem ich täglich leicht 3 Kannen Minimum heiss oder kalt trinke. Die wenigen Getränke, die gekauft werden, sind ausnahmslos solche in Mehrwegflaschen. Aus Gründen des Umweltschutzes, weil ich Plastik nicht in der Umwelt und über diese nicht im Boden und Trinkwasser und über diese wieder in Nahrung und im Körper und damit als Belastung der eigenen Gesundheit wiederfinden will. Bin ich unterwegs, habe ich eine Trink- oder Thermosflasche bei mir, die je nach Jahreszeit heisses oder gekühltes Getränk beinhaltet.

Ich habe noch nie abgewogen, wieviel Gramm Gewichtsunterschied diese zu einer angeblich wegen des geringeren Gewichts so vorzugswürdigen Plastikeinwegflaschen haben mögen, denn das Gewicht ist für mich angesichts der rational Priorität geniessenden Faktoren und Fakten unmassgeblich.

Nun werden viele reflexartig einwenden:

Aber wenn man Kinder hat, kann man das nicht ……… !

Und ich müsste mit den Schultern zuckend kontern:

Gerade als ich meinen Sohn bekam und für diesen immer unterwegs etwas zu trinken bei mir haben wollte und musste, hätte es noch weniger Grund gegeben, das nicht nur für ihn so zu machen, sondern auch für mich selbst.

Es ist für manche sicher bequemer, unterwegs hier oder da in Märkten und Tankstellen und wo auch sonst (meist teurer) Getränke zu kaufen und dann die Pfand- oder Nicht-Mal-Pfand-Einwegflaschen wegzuwerfen oder bestenfalls zurückzugeben. Als Mehrwegflaschen zurückzubringen. Und vielen ist es bequemer (um ihrer Nerven und ihrer Good-Dad-Good-Mum-Beliebtheitspunkte willen) den liiiiieben Kleinen kein „Nein“ zu entgegnen, wenn diese eben die süssen, bunten und werbewirksam beliebt gemachten Getränke haben wollen.Wir kennen das ja von der Diskussion um die Quengelregale bei den Kassen, bei denen manche Eltern lieber nach einem Verbot durch den Gesetzgeber quengeln, pardon: rufen, als das Kind, dessen Erzieher sie sein sollen und wollen, selbst zu erziehen und sich selbst auch. Dazu nämlich, wer der Herr im Hause und über die Marktmacht und Macht im Markt ist über die Einkäufe. Und welche besser sind. Für Kind und …….den eigenen Konsum.

Tragen Sie es mit Fassung, Haltung und einer Portion Unerschrockenheit:

Autorität kriegt man nicht geschenkt, ein Nein erfordert solche oder Überzeugungskraft und am besten beides. Aber wenn Sie mit Ihren liiiiieben Kleinen wieder mal im Fernsehen Beiträge über Tiere sehen, die an Plastik oder anderem Müll verenden oder erkranken oder über Fisch, in dem man Plastikteilchen findet und den man nicht mehr essen kann, weil Rückstände von Plastik und eben auch von Plastikmüll aus Einwegflaschen im Kreislauf der Natur und der Nahrungsmittelkette landen, während manche Hersteller und Lobbyisten solche  Flaschen dann auch noch makabrerweise als „Kreislaufflaschen“ bezeichnen, weil das als schierer Etikettenschwindel schlicht besser irreführend davon ablenkt, dass es „Einweg“-Flaschen sind, die eben nicht wieder befüllt werden, dann….ja, dann können Sie Ihren Sprösslingen am leichtesten vermitteln, warum diese sich entscheiden sollten, was auch ihnen wie auch Ihnen wichtiger ist:

  • Die Plörre, ach so wunderbare Durstlöscherpalette, die ein Hersteller partout nicht mit Blick auf Tiere, Umwelt und am Ende IHRE Gesundheit und Zukunft in Mehrwegflaschen füllen will und die vielleicht ohnehin viel zu süss und mit Zucker und Zusatzstoffen gar nicht oder weniger getrunken werden sollte.
  • Oder den Durst mit etwas zu löschen, dessen Flasche rund 50 mal wieder befüllt wird, bevor es vielleicht als Glasmüll wieder im Recycling neu zu Glas wird, das wiederum vielfach wiederverwendbar ist.

Und ganz nebenbei mit der dabei zu treffenden Wahl auch noch etwas für regionale Händler und Hersteller von Getränken zu tun, deren Erhalt und Wettbewerbsfähigkeit, in Zeiten, in denen eigentlich jeder doch ein Interesse an der Stärkung regionaler Hersteller und regionalen Handels haben sollte. Der auch eine Stärkung und Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen für Sie und Ihre Kinder, Steuereinnahmen für Kommunen bedeutet und damit auch eine Stärkung von Haushaltszahlen, über welche Kommunen verfügen können, wenn es um Infrastruktur der eigenen Gemeinden, um Schulen und Kindergärten und andere Einrichtungen geht, von denen Sie und Ihre Kinder profitieren.

Während grosse Unternehmen mit grossem Interesse an Einweg-Flaschen vielfach im Ausland ihren Sitz haben.
Mit entsprechenden steuerlichen Konsequenzen. Und wenig Interesse daran, durch eine Strafabgabe entweder auf Mehrwegflaschen umstellen zu müssen oder eben Kunden zu verlieren und damit Umsatzeinbussen hinnehmen zu müssen, wenn Kunden bei 20 Cent mehr oder weniger auf eine Flasche nach dem Geldbeutel entscheiden würde, was den Durst sicher ebenso gut löscht.

20 Cent, die man nicht wie das Pfand auf Ein- wie Mehrwegflaschen nur temporär ausgibt und zurückerhält. Sondern die pro Flasche verloren wären. Kunden haben Macht. Und bei 20 Cent würde sich vielleicht bereits zeigen, wie zwei „Groschen“, pardon: 20 Cent das Zünglein an der Waage, das Pro oder Contra Ein- oder Mehrwegflasche bei jedem Kunden als Marktmacht etwas bewegen könnten. Um Unternehmen dazu zu bringen, wirklich umweltgerechter Getränke in Mehrwegflaschen auf den Markt zu bringen.

Oder gehören SIE zu denen, denen die Umwelt, die Rückstände in Nahrung und Ihrem und dem Körper Ihrer Kinder und die Folgen von zunehmender Plastikvermüllung auch durch Einwegflaschen keinen Cent…. noch weniger 20 Cent wert wären?

Die kleine Umfrage ist anonym, Sie können mehrere Antworten ankreuzen und weitere eigene Antworten hinzufügen, auch das anonym.

Siebeneinhalb sehenswerte Minuten, die Sie zum Thema interessieren könnten und vielleicht auch zur Änderung Ihrer Meinung über die lohnenswerten Produkte im Getränkeregal, sehen Sie HIER.

Siebeneinhalb Minuten, die eigentlich nicht mehr die Frage stellen, OB man Mehrwegflaschen erst und nur noch kaufen würde, wenn es eine Strafabgabe gäbe. Sondern die Frage stellen, warum Sie diese nicht schon jetzt und auch ohne Strafabgabe bevorzugen.

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Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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