„Mit so’m Puffauto fahr isch doch kein‘ Kaffee aus!“

Coffee Mise en Place © Liz Collet

Coffee Mise en Place © Liz Collet

Ob mit exakt diesen Worten oder nur so ähnlich – wir wissen es nicht, wie die genauen Worte gelautet haben mögen, welche der Kläger gesagt haben wird.

Nur das mit dem „Puffauto“, das ist wohl unstreitig gefallen.

Nun verhandelt das Arbeitsgericht Mönchengladbach über die Klage jenes Verkaufsreisenden, dem man fristlos gekündigt hatte, weil er sich weigert mit Firmenfahrzeug zu fahren, auf dem nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine zu sehen sind.

Rund 20 Jahre hatte er bei der Beklagten, welche Kaffee vertreibt, eine Tätigkeit als Verkaufsreisender ausgeübt. Das tat er – wie die anderen für die Beklagte tätigen Verkaufsreisenden auch – mit einem ihm von der Beklagten zur Verfügung gestelltem Fahrzeug.
Irgendwann entschloss sich die Beklagte zur optischen Neugestaltung ihrer Fahrzeuge und schien es für eine gute Idee zu halten, WIE sie diese gestalten liess. Der Kläger teilte offenkundig den Geschmack nicht. Ende Juni wurde er erstmals angewiesen, seiner Tätigkeit mit einem Fahrzeug nachzukommen, das so lackiert ist, dass es bei geschlossener Tür den Eindruck erweckt, die Tür sei aufgeschoben. Es sind sodann nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps zu sehen.
Der Kläger kam dieser Aufforderung zunächst auch nach.

Anderntags aber wurden zusätzlich die bislang grauen gegen neue rote Radkappen ausgetauscht. Scheinbar brachten diese das Faß zum Überlaufen, denn nun kam es zwischen den Parteien zu einem Streitgespräch, in dessen Verlauf der Kläger sich u.a. dahingehend äußerte, mit einem solchen „Puffauto“ keine Geschäfte tätigen zu wollen.

Die Beklagte hat das Arbeitsverhältnis am 30.6.2015 fristlos, hilfsweise fristgerecht gekündigt.

Gegen diese Kündigung richtet sich die vom Kläger beim Arbeitsgericht Mönchengladbach erhobene Klage, über die im Gütetermin ein Vergleich zustandegekommen war, der jedoch widerrufen worden ist.

Nun kommt es zum Kammertermin zur Entscheidung über die Kündigungsschutzklage am 14.10.2015, 11.30 Uhr, Saal C017 beim Amtsgericht Mönchengladbach.

Quelle: PM AG Mönchengladbach 25.8.2015

Was lernen wir daraus?

Männer können Frauenbeine durchaus beim Kaffee und seinem Vertrieb tolerieren, selbst wenn diese nackt sind, aus Kaffeebohnen und dem Fahrzeug herausragen und rote Pumps tragen, sogar halb ausgezogene Pumps.

Aber bei den Radkappen und dem Geschmack über deren Farben hört der Spass auf.

Über Liz Collet

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