BALListische Fragen ? Da fragen wir doch einen Sportwissenschaftler!

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Zur Orientierung © Liz Collet

Zwei Polizisten sind hinter einem Mann her, den sie wegen des Verdachts auf Marihuana-Handel festnehmen wollen. Der war ein paar Monate zuvor vorher aus der Haft entlassen worden, wo er wegen eines Drogendelikts inhaftiert gewesen war.

Verdacht.

Möglicher Wiederholungstäter.

Von Schuss- oder anderen Waffen keine Rede.

Nur mal so als Fakten einer Situation kurz zwischendurch im Hintersinn notiert.

Die Verfolgung geht bis zur Eingangstür des Wohnblocks in Burghausen, in dem die Freundin des Mannes lebte. Laut Angaben der beiden Polizisten soll der Mann sie dort im Innenhof entdeckt haben und trotz Warnung zum zweiten Ausgang des Hofs geflohen sein.

Die Polizisten verfolgten ihn, kurz darauf fielen zwei Schüsse.

Die erste Kugel ging in die Luft, die zweite traf den Flüchtenden aus einer Entfernung von maximal zehn Metern tödlich zwischen Nacken und Hinterkopf.

So weit das Geschehen und die Schilderung, die nun Gegenstand des Prozesses in Traunstein sind und höchst kontroverse Auffassungen bei Nebenklage-Vertreter für die Angehörigen des  erschossenen Mannes und Staatsanwaltschaft und Verteidiger des Polizisten zeitigen. Das fängt schon damit an, dass der Polizist, der den „finalen Rettungsschuss“ getätigt haben soll, diesen wohl weniger final als zufällig (?) abgegeben haben will und soll, als es für Aussenstehende und Angehörige, die allesamt nicht dabei waren, auszusehen scheint. Denn – so möchte man fragen – treffen Polizeibeamte aus 10 m Entfernung so schlecht da hin, wo sie treffen wollen und sollten, gemessen an der Verhältnismässigkeit der Mittel beim Schußwaffeneinsatz überhaupt und wohin dieser gerichtet wird, dass einer gleich zufällig halt höher als in Bein oder andere Körperteile getroffen wird?

Hätte überhaupt geschossen werden müssen? Und dürfen? Selbst wenn der Flüchtende vielleicht entkommen wäre anderenfalls – rechtfertigt die Tat, derentwegen er verhaftet werden sollte, der er verdächtig war, sich der Festnahme zu entziehen, immer gleich überhaupt einen Schusswaffeneinsatz? Ohne Rücksicht auf Ort und Umgebung und Risiken für den Flüchtenden und weitere etwaige Anwesende?

Lieber rumballern, als die Beine sportlich schneller in die Hand zu nehmen und den Flüchtenden einfangen, als einen (mehr oder weniger finalen oder nur halt dummerweise zufällig finalen) Fangschuss abgeben – das mag in der TATORT-Szenerie deutscher und anderer TV-Krimis vielleicht den Blick und den Maßstab verschieben, der für Polizeieinsätze und Einsatz der Schusswaffe gelten muss.

Und es mag auch sein, zwischen den Rosenheim-Cops, deren Täter sich folgsam einem „Wenn Sie bitte mitkommen wollen“ fügend abführen und vernehmen lassen und keinem der Kriminaler zumuten, je einen Spurt hinter ihnen her einlegen zu müssen, geschweige denn auf sie anzulegen, um sie mit einem Fangschuss niederzustrecken und realen Polizeieinsätzen und der Fügsamkeit Festzunehmender liegen Welten. Fiktionale und reale. Aber auch das ist sichtbar und zu sehen gewesen: Zeigten reale Rosenheimer Cops da andere Methoden, die sie an den Tat legten, mit  wenigstens nicht tödlichen Folgen handgreiflicher Mittel bei der Ergreifung von Bürgern, hat dies gleichwohl tödliche Folgen hinsichtlich Beamenstatus und -Bezügen.

Darf es aber den Blick, die objektive Betrachtung und Prüfung trüben, bei den folgenden Ermittlungen den Schützen schon schützend nur als Zeugen und nicht als Beschuldigten zu vernehmen? Das mutet mehr als befremdlich an. Doch ist dies nicht die einzige Befindlichkeitsstörung, die sich einstellt, liest man von eher nach angestrebter Einstellung des Verfahrens ausgerichtet scheinenden Ermittlungen und Beweismitteln bei diesem Fall. Bei dem nicht nur die Wahl der Person des Gutachters (ein Sportwissenschaftler) wie aus einem ganz schlechtem Film um interne Ermittlungen anmuten möchte. Sondern auch das Beweisthema: Mit welcher Wahrscheinlichkeit der Polizist damit rechnen musste, André B. tödlich zu treffen.

Das hängt nicht zuletzt davon ab, wohin man zielt. Aus welcher Entfernung. Mit welcher Erfahrung. Objektiv, physikalisch, ballistisch, umgebungs- und situationsbezogen abhängig von Licht, Sichtverhältnissen, Bewegung ……u.a.m.
Von psychologischen Fragen, von Motiven und subjektiven Faktoren des Handelnden. Glaubhaftigkeit und Glaubwürdigkeit der Angaben zu subjektiven wie objektiven Faktoren. Und einigen anderen Fragen.

Aber ein Sportwissenschaftler? Der dazu und zu Wahrscheinlichkeitsrechnungen womöglich in prozentualer Bemessung dazu Expertenwissen haben solle? Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich.

Nicht grundsätzlich gegen offensichtlich intensive Anstrengungen bei der Suche nach entlastenden Fakten und Gründen und solchen, die als solche dienen sollen. Sind solche doch mal ganz grundsätzlich betrachtet die Pflicht für JEDEN (und nicht nur, damit aber auch eben für Angeklagte, die Polizeibeamte sind) und bei jedem, dem eine Straftat angelastet wird. Und wenn alles das, Be- und Entlastendes gleichermassen und gleich objektiv und gewichtet, mit geeigneten Ermittlungsmethoden und Beweismitteln ermittelt vorliegt, gilt im Zweifel dann ggf. auch für den Angeklagten. DANN.

Wenn das aber auch noch gilt, nachdem ein polizeiliches Handeln einen Toten zur Folge hatte – hätte es dann nicht auch gelten müssen, als es einen betraf, der offenbar weder bewaffnet war, noch von Waffe, sondern nur von seinen flinkeren Beinen Gebrauch machte? Im Zweifel das verhältnismässigste Mittel? Wo selbst bei einer Androhung von Waffengewalt durch einen Verdächtigen, Flüchtenden nur in den Grenzen von Notwehr und Nothilfe Schusswaffengebrauch gegen Körper und erst recht Leben verhältnismässig und zulässig sind, gilt das nicht erst recht und im Zweifel dann auch, wenn er weder selbst Waffe besitzt, noch vorher je gebrauchte, noch nun androht? Wenn es „nur“ um seine Festnahme, nicht um Selbstschutz und Notwehr oder -hilfe der Polizeibeamten ging?

Der Freistaat hat eigentlich eine recht deutliche Meinung zu überschiessenden Polizeikräften im Einsatz. Sogar da, wo es „nur“ um Prügel geht……. und nicht etwaiger, wenig weise eingesetzte Schusswaffen.

Man wird sehen, ob dieser derzeitige Sach-, Ermittlungs- und Verfahrensstand und die Einstellung zur angestrebten Einstellung des Verfahrens nach der eigentümlichen Wahl von Gutachter und Beweisthemen der Weisheit wirklich letzter Sch(l)uss sein soll.

Über Liz Collet

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