Mitarbeiter gegen Fusion von Tengelmann und EDEKA

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Fuhrpark © Liz Collet

Der Großteil der Tengelmann-Märkte bleibt Berichten zufolge heute Vormittag geschlossen, weil rund 2.200 Mitarbeiter an einer Betriebsversammlung in Unterschleißheim  teilnehmen und gegen den geplanten Tengelmann-Verkauf an den Konkurrenten Edeka protestieren. Gewerkschaft und Betriebsrat befürchten, im Falle einer Übernahme durch Edeka werde die Tarifbindung unterlaufen und für die Mitarbeiter erheblich schlechtere Arbeitsbedingungen folgen.

Der Gewerkschaft Verdi zufolge sei mit mehr als 100 geschlossenen Filialen im Raum Augsburg, München und dem bayerischen Oberland am Vormittag zu rechnen. In Augsburg und Umgebung betreibt Tengelmann 13 Geschäfte. Die Protestaktion in Unterschleißheim, die um 9. 00 Uhr beginnt, richtet sich an die Adresse von Tengelmann-Eigner Erivan Haub und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Haub will die Filialen von Kaiser’s-Tengelmann an Edeka verkaufen. Das Kartellamt und die Monopolkommission haben aber wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken ihr Veto eingelegt.

Nun setzt Haub auf die Entscheidung des Wirtschaftsministeriums. Dabei seien die meisten Tengelmannmärkte hochrentabel. Verdi zufolge machen sie auf kleiner Fläche hervorragenden Umsatz. Die Filialen liegen zentral oder in Wohngebieten und nicht am Stadtrand und würden ein gutes Sortiment samt Beratung bieten.

Gewerkschaftssprecher Hubert Thiermeyer verweist auf hohe Rentabilität der Tengelmann-Märkte in Bayern, guten Umsatz auf kleiner Fläche, zentrale Lage der Filialen oder ihre Lage in Wohngebieten und nicht am Rand von Städten, gutes Sortiment und Beratung und vertritt die Auffassung, in wirtschaftliche Schieflage sei das Unternehmen durch falsche Entscheidungen der Geschäftsführung geraten.

In Murnau sind von 3 Tengelmann-Märkten bis 2013 nur noch einer geblieben – einer im Ortszentrum am Obermarkt ist ebenso ersatzlos weggefallen, wie der weitere im Lindenthal im dortigen Wohngebiet. Geblieben ist – bislang! – die Filiale am „unteren Ende“ Murnaus im sog. Tengelmann-Center neben dem dortigen Netto. Und eine EDEKA-Filiale im Kemmelpark. Für viele Murnauer Bürger war die am Obermarkt gelegene kleinere Filiale ein Verlust, die fussläufig auf einen Supermarkt mehr angewiesen sind, als diejenigen, die mit dem Pkw das Tengelmann-Center oder den Kemmelpark (mit der selbständig geführten Edeka-Filiale Eyernschmalz) und Aldi oder im Gewerbegebiet Norma oder nahe dem Bahnhof REWE aufsuchen können. Aldi hat unlängst eine Absage für eine Erweiterung erhalten mit Blick auf Folgen des Einzelhandels im Ortskern.

Diesen Berichten zufolge sollen diese Supermärkte zuletzt hohe Verluste geschrieben und einen den Verkauf unausweichlich gemacht haben. „Wir sehen leider keine Perspektive mehr, unsere Supermärkte aus eigener Kraft zu einem profitablen Unternehmen zu machen“, wird Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub, Sohn von Erivan Haub zitiert

Wie es mit den von Edeka zu übernehmenden Tengelmann-Standorten weitergehen wird? Angeblich sollen sie nach und nach an selbstständige Edeka-Händler übergeben werden, die von Edeka die Ware beziehen und die bekannte Dachmarke nutzen, jedoch mit eigener Finanzierung auch das Risiko tragen.

Eine solche EDEKA-Filiale ist bereits in in Murnau mit Volker Eyernschmalz im Kemmelpark vertreten. Soll mit einer Übergabe des bisherigen Tengelmarktes an einen (weiteren und anderen) EDEKA-Händler im Tengelmann-Center eine konkurrierende  zweite Edeka-Niederlassung entstehen? Murnau dürfte nicht die einzige Kleinstadt sein, die im Falle solcher Änderungen zum einen sowohl eine Marktmacht-Konzentrierung durch einen Konzern erfahren würde, dessen Filialen  ggf. im Wettbewerb nicht dauerhaft Bestand haben und damit zu einer weiteren Ausdünnung des Einzelhandels führen könnten. Das aber hat eben nicht allein Einfluss auf das Angebot in den Märkten und etwaige Preisvorteile im Wettbewerb für Kunden, sondern auch das Risiko für Arbeits- und Ausbildungsplätze und deren Bedingungen.

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Über Liz Collet

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