Prozessauftakt beim Landgericht Landshut gegen frühere Manager von Müller-Brot

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Brezen-Schmankerl © Liz Collet

Seit geraumer Zeit steht man bei Müller Brot wieder mit seinem Namen, das Unternehmen konnte mit reduziertem Filialbestand gemeinsam von Evi Müller und Franz Höflinger gerettet und weiter geführt werden.

Skandale folgten unter der Führung der beiden seither keine mehr, seit die Tochter des ursprünglichen Firmengründers Hans Müller und Franz Höflinger, Inhaber einer weiteren traditionsreichen Bäckerei und Konditorei in München nach dem Lebensmittelskandal des vorherigen Haupteigentümers von Müller-Brot, Klaus Ostendorf, das Unternehmen zurückerwarben, soweit dies möglich war. Wie mehrfach seinerzeit berichtet, war dies ungeachtet der Bemühungen der beiden mit Hürden infolge komplizierter Besitzverhältnisse behaftet.

Und die beiden und das unter ihnen nun geführte Unternehmen Müller Brot stehen auch weder vor dem Aus, noch im Fokus der Justiz, wenn heute am Landgericht Landshut ein Prozess beginnt, der sich mit den Vorgängen beschäftigt, für die ein vorherige Haupteigentümer und weitere Personen verantwortlich gemacht und angeklagt sind.

Dennoch titelt der BR hier anlässlich des Prozessauftaktes gegen den früheren Haupteigentümer Ostendorf und fünf weitere Angeklagte vor dem Landgericht Landshut „Müller-Brot-Skandal – Der Niedergang einer Großbäckerei“ so, als sei dem Skandal nur der Untergang des Unternehmens gefolgt, das Unternehmen damit am Ende gewesen – und geblieben. So titelt der Beitrag.

Und so unausgewogen ist auch der weitere Text und Inhalt des Artikels, der – man kann es beinahe überlesen (und ein Schelm, der Böses denkt, könnte denken, das soll man vielleicht auch?) – gerade mal mit zwei winzigen Sätzen am Ende des vorletzten Absatzes des Berichts erwähnt:

„Am 07. April 2012 übernehmen die Tochter des Müller-Brot-Gründers, Evi Müller, und der Münchner Bäckermeister Franz Höflinger etwa die Hälfte der bisher 230 Filialen sowie deren mehr als 400 Mitarbeiter. Das Fabrikgelände, auf dem die Produktionsstätte stand, wird verkauft.“

Über die seither skandalfreie Führung des Unternehmens, das nicht nur redensartlich den Karren wieder aus dem Dreck zog, den andere  hinterliessen, die sich um Ungeziefer und deren Folgen weniger scherten, scheint die Verfasserin des Beitrages im Rahmen des journalistischen Gebots ausgewogener Berichterstattung kein Wort für veranlasst zu halten. Auch nicht viel über Fragen zum Versagen  der Behörden, die nicht früher und nachdrücklicher vorgingen, als bereits Anlass dazu aufgrund von Erkenntnissen bestanden hätte.

Für das Freisinger Landratsamt war der Fall Müller-Brot erstaunlich schnell abgeschlossen – und ohne Folgen für diejenigen, denen man Fragen hätte stellen müssen, warum nicht eher gehandelt worden war.

Die „Freien Wähler“ (vor dem Skandal vollmundig für Transparenz bei Lebensmitteln und Schutz von Verbrauchern werbend, wie auf ihrer Website zu lesen war) hätten Fragen verdient, wie es dazu kommen konnte. Ebenso einge Fragen mehr ihr Landrat Schwaiger etwa, der nachher (und nachdem eigentlich vorher eher mehr auch aufgrund der bei ihm bereits vorliegenden Erkenntnisse  zu tun gewesen wäre), verlauten liess, hinterher sei man eben immer schlauer.

Hinterher ……….ist mancher schlauer.

Hinterher sollte man aber auch sachlich berichten und dazu gehört auch eine den Zustand eines Unternehmes im jetzigen Zustand nicht verzerrt darstellende Berichterstattung, die den Eindruck schon in der Schlagzeile vermittelt, das Unternehmen sei untergegangen. Und nicht unter neuer Hand wieder erfolgreich.

Verbrauchertäuschung …. ist nicht nur im Lebensmittelrecht unanständig. Und eine jede Schlagzeile ein Etikett, das Verbraucher und Leser informieren sollte. Nicht irreführend, nicht Unzutreffendes suggerierend. Egal, ob Leser und Verbraucher auch den (und erst recht ganzen) Artikel dann noch lesen oder nicht, was viel zu oft und den Medien durchaus bekannt und bewusst, weniger sorgfältig geschieht, als nur die Headline zur Kenntnis zu nehmen.

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Über Liz Collet

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