VG Düsseldorf: Ethische Bedenken müssen für jagdrechtliche Befriedung auch glaubwürdig genug sein

 Eichblatt © Liz Collet

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Anderenfalls bleibt die Jagdausübung trotz ethischer Bedenken des Grundstückseigentümers erlaubt.

So die Quintessenz eines gestern verkündeten Urteils des VG Düsseldorf, das die Klage eines Grundstückseigentümers aus Grevenbroich auf jagdrechtliche Befriedung seines Grundstücks wegen ethischer Bedenken abwies.

Damit Sie in die richtige Stimmung für jagdrechtliche Themen kommen, habe ich den Freund der spitzesten meiner Lieblingsfedern der heiteren Zunft um einen kleinen Beitrag bemüht. Ich lasse Ihrer Fantasie freien Lauf für die Geschichte zum Karnickelfangschlag ohne Flinte, welches Schicksal dem erheiterten Langohr blühte, das so hämisch amüsiert gefangen vom Anblick mit grantigem Blick in die Falle ging. Und vielleicht in den Bräter….später. So mancher Verlachte wirft zur Streichelung und Heilung gekränkter Eitelkeit vielleicht auch ethische Gewissenskonflikte zum friedlichsten Feste über Bord und isst nicht nur dem Langohr vegetarisch die Karotten für’s Wurzelgemüse weg, die beste Karnickelschmurgelsaucen bildet.

Aus den Informationen des Gerichts zur Entscheidung geht leider nicht hervor, ob der Kläger anwaltlich vertreten war. In diesem Fall müsste man sich fragen, warum dieser  für den Kläger nicht durch entsprechenden Tatsachenvortrag ausreichend dargelegt und glaubhaft gemacht hat, was für einen Erfolg des geltend gemachten Klageanspruches auf jagdrechtliche Befriedung erforderlich gewesen wäre, denn:

Nach dem Bundesjagdgesetz kann die Jagd auf einem Grundstück behördlich unterbunden werden und das Grundstück damit zu einem jagdrechtlich befriedeten Bezirk erklärt werden, wenn der Grundeigentümer glaubhaft macht, dass er die Jagdausübung aus ethischen Gründen ablehnt. 

Einen entsprechenden Antrag des Grundstückseigentümers hatte der Landrat des Rhein-Kreises Neuss abgelehnt. Die hiergegen erhobene Klage ist erfolglos geblieben.

Zur Begründung der Klageabweisung hat das Gericht ausgeführt, der Eigentümer habe nicht glaubhaft gemacht, dass er in einen ernsten Gewissenskonflikt gerate, wenn er die Jagd auf seinem Grundstück weiterhin dulden müsse. Gegen die Annahme, dass er die Jagd aus ethischen Gründen tatsächlich ablehne, spreche insbesondere, dass er noch Anfang 2014 seine Zulassung zur Jägerprüfung beantragt habe, ohne nachvollziehbar erklären zu können, warum er die Vorbereitung auf die Jägerprüfung später abgebrochen habe.

Gegen das Urteil ist der Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster möglich.

VG Düsseldorf – 15 K 8252/14
Quelle: PM VG Düsseldorf 16.12.2015

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