Polizeiinspektion „nebenan“ als Sicherheitsgarantie? {Es grünt so grün,…..}

Rechtsweg  © Liz Collet

Rechtsweg © Liz Collet

Grün ist die Farbe der Hoffnung.

Bisweilen auch der Illusionen.

Eine davon ist: Eine Polizeiinspektion in unmittelbarer Nähe oder Nachbarschaft erhöhe in irgendeiner Weise Ihre Sicherheit, schütze davor, dass Ihnen Schaden an Leib oder Leben widerfahre.

Oder sei wenigstens bei der Suche nach Verlorenem oder Vermisstem oder Vermissten schneller bei der Hand und schneller bei der Suche nach Antworten oder Schutz gegen Verdunkelung oder Vereitelung von Taten oder Strafen der mutmasslichen Täter.

Das schützt sowenig davor, Opfer einer Gewalt- oder anderen Straftat zu werden, wie omnipotente Videoüberwachung – letztere kann allenfalls nachträglich bei der Suche nach Tätern und Klärung von Tatgeschehen helfen. Ihnen hilft das als Opfer aber einer Tat gegen Leib und vor allem gegen Leben eher nicht mehr so viel.

Nun kann die Polizei eh nicht überall gleichzeitig sein und je nachdem, auf welche Weise eine Tat ausgeführt wird und wo, liegt nahe, dass selbst ein vor dem Haus stehender Polizeibeamter nichts davon bemerken würde.

Makaber aber mutet es dennoch an, wenn man weiss (oder anhand einer Strassenkarte) einen Blick nicht durch die so grünen Mauerpfosten auf jenes Grundstück wirft, deren Bewohner mit orthographisch subkorrekten Sätzen Zusteller wissen lassen, welche Werbung sie nicht wünschen, dass sie alles hätten, was sie bräuchten und dass das Grundstück auch nicht zu verkaufen sei. Letzteres hatte sicher mehr als einen Grund. Und wie man inzwischen weiss, mindestens auch den, dass im Grund und Boden selbigen Grundstückes eine Leiche vergraben worden war.

Auch wenn die beiden Tatverdächtigen offenbar wenig Sorge bereitete, Gäste in ihr Haus und auf ihr Grundstück zu bitten, wie die Einladung anlässlich der Hochzeit und der Text der dazu hier veröffentlichten und abgebildeten Karte annehmen lassen.

Vielleicht doch nicht so verkehrt, sich eher zwei oder mehr als zwei Male zu überlegen, wessen Einladungen man folgt und was einem immer dort aufgetischt werden mag – an Erklärungen über frühere Bewohner oder Gäste und deren Verbleib, ebenso wie sonst aufgetischt werden könnte.  Ob auch Hasen oder Hühner oder anderes, das dort wuchs, werden die Medien sicher noch herausfinden und berichten. Und Zeugen, die noch zu Wort kommen oder sich melden werden.

Die ersten Nachbarn werden über das inzwischen verhaftete Paar bereits in den Medien zitiert. Zu den nicht befragten Nachbarn gehören – soweit ersichtlich – die Beamten jener Polizeiinspektion 27, die ihre Adresse quasi in Sichtweite des Hauses und Grundstücks in der Parallelstrasse hat, wo ein Mensch getötet wurde, längere Zeit offenbar im Obergeschoss liegengelassen wurde von der mutmasslichen Täterin, bis ihr neuer Lebenspartner die sterblichen Überreste mit ihr gemeinsam in den Garten brachte und dort vergrub.

So der aktuelle Informationsstand.

Die für heute zu erwartenden Ergebnisse der Obduktion werden – so hofft man – voraussichtlich Gewissheit bringen, ob es sich bei der nun gefundenen Leiche um den ehemaligen Freund handelt, von dem seit 2010 Lebenszeichen fehlten und nach dem – wie die Medien inzwischen berichten – seine Eltern mit Privatdetektiv gesucht haben sollen und über dessen Verbleib die nun Tatverdächtige offenbar Ausreden fand, die jahrelang und bis zu nun anonymen Hinweisen auf ein Tötungsdelikt am Jahresanfang weitere Klärung nicht ermöglicht hatten, wo der junge Mann geblieben war.

Man mag sich fragen, wer und woher jemand Wissen haben konnte, dass ein Tötungsdelikt vorliegen könnte, das Ermittlungen und die nun erfolgte Grabung auf dem Grundstück in der Zunftstrasse 17d in Haar veranlassen konnte und musste. Wer hat Wissen dazu, das hinreichende Fakten beinhaltet und woher und seit wann? Und warum meldete sich derjenigen nicht früher?

Die Polizei sucht im Rahmen der Ermittlungen nun offenbar nach weiteren, früheren Mitbewohnern der Tatverdächtigen in dem Haus, in dem zeitweise als WG mehrere Personen gelebt haben sollen als Zeugen.

Über Liz Collet

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