Bittere Pille: Wenn eine Kundin Mitarbeiterin mit muslimischem Kopftuch missbilligt

Rezeptpflicht © Liz Collet, Arzneimittel, Arzneimittelverschreibung

Rezeptpflicht © Liz Collet

Oder auch:

Was ihr der Apotheker verabreichte, als sie ihm einen Beschwerdebrief schrieb.

Dass mangelhafte Orthographie und Grammatik auch in diesem Fall der Schreiberin des Beschwerdebriefes mit manchen anderen Mängeln so zusammentreffen, kann man als Beleg für die Erfahrungen sehen, dass und wie oft  Bildungsmängel mit Vorurteilen, Diskriminierung anderer und Ausgrenzung einhergehen. Nicht neu, nicht weniger traurig und beinahe könnte man dies hinter dem eigentlichen Inhalt des Schreibens vernachlässigen wollen.

Wäre da nicht der pikante Umstand, dass Kundin und Apotheker früher einmal sogar die gleiche Schule besucht haben sollen. Dass der Besuch derselben Schule (nicht Schulklasse) aber nicht den gleichen Bildungsstand und Bildungserfolg – fachlichen wie menschlichen – zur Folge haben muss, ist leider nicht neu. Und auch das nur am Rande notiert.

Denn in der Sache das Interessanteste ist die Reaktion eines Arbeitgebers gegenüber einer Kundin, die offenbar meint, mit ihrem Rezept und dem Kauf Ihrer Medikamente auch ein Recht zu haben, nicht nur Menschen diskriminieren zu können, sondern einem Geschäftsmann und Apotheker die Leviten lesen und Lektionen erteilen zu dürfen, wen er wie zu beschäftigen habe – oder eben zur Strafe eine Kundin verliere.

Als Arbeitgeber und als Apotheker und Geschäftsinhaber sollte man manchmal das Kreuz haben, zu sagen:

„Danke, solche Kunden brauchen wir auch nicht. Aber solche Kunden vielleicht irgendwann dann doch im Notfall wieder uns.“

Letzteres kann sich – das bringt die Notdienstregelung der Apotheken so mit sich – durchaus leichter der Fall sein, als die Briefeschreiberin, nicht über die Kante des Briefpapiers hinauszublicken, wohl gedacht hat. Der Apotheker indessen ist weitsichtiger – und souverän genug, auch das im Antwortschreiben anzusprechen.

Den Post von Apotheker Jens Beuth aus der farma-plus Apotheke Beuth im Ruhr Park  können Sie HIER in seinem persönlichen FB-Account veröffentlicht lesen. Der Brief korrekt anonymisiert, souverän und nicht ohne Deutlichkeit in der Sache die Beschwerde beantwortend.

Btw….. in DIESEM Beitrag von NDR/ARD („Ich habe nichts gegen Deutsche, aber …“) passend zum Thema ca ab Min. 02:00 eine junge Frau zu ihrem Empfinden ihrer Berufschancen wegen ihres Kopftuches. Auch die anderen Antworten der befragten Passanten sind hörens- und sehenswert.

 

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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