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Freiheiten © Liz Collet

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Die Meldung um einen toten Flüchtling in Berlin hat sich als reine Phantasiegeschichte erwiesen.

1.

Das Entsetzen war nach der Meldung über den toten Flüchtling kaum grösser, als nach der nunmehrigen Entlarvung als Fake, dessen Motive selbst dann nicht zu rechtfertigen und mit Verständnis zu beantworten wären, wenn sie bekannt wären. Allen aber, die sich vor allem in Medien nun darüber echauffieren, kann Frage und – ja: auch Vorwurf – nicht erspart bleiben:

Wo sind diejenigen unter den Medien, die sich mehr als die Mühe der Kopie von Posts aus dem Facebook-Profil des Verfassers der Meldung und Flüchtlingshelfers gemacht haben, die dortige Meldung und Behauptung eines toten Flüchtlings durch eigene journalistische Recherche zu verifizieren? Wo ist die Verantwortung von Medien, nicht unkritisch auch bei noch so sensationellen Meldungen und im Besonderen bei Facebook zu sein und diese einem Faktencheck zu unterziehen?

Hat Journalismus nicht mehr zu leisten, als Facebook zu durchforsten oder dortigen Posts zu übernehmen?

2.

Mit der Abschaffung der Gebühren für KiTas scheint die SPD sich in Hessen Wählerstimmen zu versprechen. Schon im nächsten Jahr könnte das Land die Elternbeiträge für einen Halbtagsplatz im zweiten Kindergartenjahr übernehmen, wird der SPD-Landesvorsitzende und Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel zitiert. Das dritte Kindergartenjahr ist für die Eltern bereits jetzt kostenlos. Die Ausdehnung dieser Regelung auf das zweite Jahr würde den Landeshaushalt Schäfer-Gümbel zufolge mit rund 62 Millionen Euro jährlich belasten.  Sukzessiv sollten dann die Gebührenfreiheit im ersten Kindergartenjahr und die Freistellung bei der Betreuung von unter Dreijährigen für einen Halbtagsplatz folgen. Am Ende stünde nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten ein Beitragsverzicht auch für Ganztagsplätze. Die Kosten dafür bezifferte Schäfer-Gümbel auf 350 bis 400 Millionen Euro im Jahr.

Ob und wie dies finanziert werden soll, wie andere Bundesländer dies regeln und ob die Regelung sinnvoll wäre, behandelt der Beitrag der FAZ hier.

Wir denken nun mal kurz daran, ob es – nicht nur zu wochenlangen Streikzeiten in KiTa und Kindergärten – nicht vielleicht eine bessere Option wäre, anstelle der Reduzierung oder Streichung von Kindergartengebühren mehr in Personal und dessen Einkommen und in mehr Personal zu investieren, weil das zweifellos nicht weniger dazu beitragen würde, dass und wie Frauen grössere Chancen mit grösserer zeitlicher Flexibilität am Arbeitsplatz und Arbeitsmarkt erlangen könnten?

3.

Über unverhüllte Karikaturen und Satire als Reaktionen auf Verhüllungen der Kunst anlässlich eines Besuches in Rom und die offenbar rätselhafte Frage, wer eigentlich die Verhüllungen veranlasst und durchgeführt haben soll, wird hier in der FAZ berichtet.

Wer könnte eigentlich beispielsweise in Berliner, Hamburger oder Münchner Museen ungehindert mit überdimensionalen Verhüllungskartonagen oder ähnlichem Material laufen und an Objekten hantieren, ohne dass dies jemand bemerken oder vielleicht gar auf Videoüberwachung sehen würde? Heiliger Versicherungsschutz – müsste da mancher stöhnen! Wenn man derlei glauben dürfte, dass keiner was gehört, gesehen oder dazu gesagt haben soll…

Leider ist der Bericht der FAZ ohne Veröffentlichung der darin beschriebenen Karikaturen. Man kann sich überlegen, ob das allein der Wahrung von Urheberrechten an diesen geschuldet ist, wenn immerhin Verlinkung zu solchen dessenungeachtet möglich wäre. Aber mit der Veröffentlichung von Karikaturen in Medien muss man ja leider offenbar ebenso vorsichtig sein, wie mit der ungenierten und unverhüllten Präsenz von Kunstobjekten, die schon länger da sind, als manche Besucher, die an ihnen vorbeischlendern. Erwarten Sie also nicht, dass Sie solche Karikaturen hier bei mir finden. Man muss ja nicht….. na, Sie wissen schon, oder?

4.

Der Beitrag „Altersmedizin – OP gelungen, Patient Pflegefall“ spricht die in Zukunft sicher noch bedeutsamer werdenden Probleme an, die mit der Patientenversorgung einer demographisch zunehmenden Zahl älterer Patienten unvermeidlich verstärkten Augenmerks bedürfen. 

5.

Mit den Sorgen der Medizin in Italien befasst sich der Beitrag „Chirurghi lanciano allarme: i bisturi in Italia non tagliano più“ HIER.

6.

Gesundheitsförderlich soll Treppen steigen ja verglichen mit der Wahl des Aufzuges eh sein. Dieser Beitrag über die (unzureichende) Sicherheit von Fahrstühlen könnte Ihre Motivation zusätzlich beflügeln.

7.

Einen Aufzug hatte wohl die zur Besichtigung angebotene Wohnung nicht, aber das war nicht das Problem, das Mietinteressenten im HIER geschilderten Fall einer Abzocke erlebten, als sie den Zuschlag der besichtigten Wohnung erhielten und geforderte Zahlungen für Kaution vor der Übergabe der Wohnung und offenbar auch weit vor angeblichem Mietvertragsbeginn zum 1.3.2016 geleistet hatten. Bei mehreren „Massen-Besichtigungen“ über mehrere Tage, Zugriff auf Schlüssel zur Wohnung und offenbar bestehender Kenntnis über Abwesenheit des tatsächlichen Mieters wirft der Fall mehr als eine Frage auf. Denn eine noch vermietete Wohnung dürfte ja eingerichtet gewesen und bewohnt ausgesehen haben und üblicherweise erfolgen dann Besichtigungen kaum ohne Anwesenheit des NOCH-Mieters. Zumindest sollten auch für einen besichtigenden Interessenten einige Fragen an den Makler nahe liegen – über Zeitpunkt des Übergabetermins, Auszug, Renovierung durch aktuellen Mieter, wer Mieter ist, usw. Dass man bei einer doch scheinbar noch bewohnten Wohnung nicht mehr fragt und Kaution zahlt, sogar bevor man einen von beiden Seiten unterzeichneten Mietvertrag in Händen hat und das bei mehreren Interessenten der Fall gewesen sein soll, zeigt nicht nur eine erstaunliche Unkenntnis vom Zeitpunkt der Fälligkeit von Kautionszahlungen bei Mietverträgen. Allein mit dem Wohnungsmangel und einer „Vogel-Friss-Oder-Stirb“-Situation, wenn man eine Wohnung bekommen will und muss, ist das nicht zu erklären, wenn auch sicher nicht davon unbeeinflusst.

8.

„Die Belegschaft ist streikfähig und streikbereit.“ lautet ein Zitat zu den HIER berichteten Unruhen rund um die Münchner Autobauer in der BMW-Welt.

Angesichts der Erfolgszahlen der BMW-Welt kann kaum verwundern, dass mancher mehr Einkommen auch für sich wünschenswert ansehen mag. Tröstlich für uns – anders als bei Bahn, Piloten und Kitas: Ein Streik dort wird uns im Alltag nicht „als Geiseln der Streikaktionen“ erfassen.

9.

À propos Arbeitsrecht ………ein kleiner Tipp: Die neue Ausgabe der Zeitschrift „der betriebsrat“ ist erschienen. Top-Thema: Diese können Sie HIER online lesen. Und über das ifb habe ich hier kürzlich einen Beitrag veröffentlicht, der Sie vielleicht ebenso wie die Fort- und Weiterbildungsangebote interessieren könnte.

Und nun………….einen erfolgreichen Tag für Sie !

Über Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
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