Niederlande: Anstieg der Euthanasie bei Demenzpatienten und Verstösse gegen Kriterien durch Ärzte

Needle's Eyes of Science © Liz Collet

Needle’s Eyes of Science © Liz Collet

Die regionale Tötungskommission Euthanasie in den Niederlanden hat diese Woche ihren Jahresbericht der regionalen Euthanasie-Überprüfung durch die Ausschüsse im Jahr 2015 veröffentlicht.

Auffällig ist nicht nur die absolute wie auch relativ angestiegene Zahl der Demenzpatienten (und des Stadiums der Demenz) und psychiatrisch erkrankten Patienten neben der insgesamt gestiegenen Zahl der Sterbehilfefälle, sondern auch die Verstösse gegen für den Arzt geltenden Kriterien. En detail:

Von den 147010 Personen gemeldeten Todesfällen im Jahr 2015 waren 5516 Fälle. Dies entspricht einer Steigerung von 4% gegenüber 2014 (5306). Von den 5516 eingegangenen Mitteilungen waren 208 Fälle (3,8%) Beihilfe zum Selbstmord. In den meisten berichteten Fälle ging es um Krebserkrankungen als Ursache für das als uneträglich geschilderte Leiden.

Von den 5516 Meldungen im Jahr 2015 wurde in vier Berichten festgestellt, dass der Arzt nicht im Einklang mit den Sorgfaltskriterien gehandelt hat. Diese Berichte werden in den Vorstand der Generalstaatsanwaltschaft und der Healthcare Inspectorate weitergeleitet.

  • In 56 Berichten waren Patienten mit psychiatrischen Störungen betroffen.
  • In 109 weiteren Berichten handelte es sich um Patienten mit Demenz.

Im Jahr 2014 waren es 41 Patienten mit psychiatrischen Störungen und 81 Demenz-Patienten.

Bei den Demenzpatienten

  • soll es sich „in den meisten Fällen“ um Personen gehandelt haben, die „in den frühen Stadien des Prozesses der Demenz“ gewesen wären. Der Bericht bezeichnet damit die Phase, in der sie einen Einblick in ihre Krankheit und Symptome, wie Verlust der Orientierung und Persönlichkeits hatten. Sie seien aber geistig kompetent in Bezug auf ihre Bitte um Sterbehilfe gewesen, weil sie die Folgen ihrer Anwendung voraussehen konnte. Eine exakte Zahl des Anteils dieser Patienten wird nicht genannt.
  • In einigen Fällen waren es Patienten mit fortgeschrittener Demenz.
    Hierzu wird nichts weiter definiert und auch nicht, wie diese zur Entscheidung noch hinreichend einsichtsfähig gewesen waren, der Bericht bleibt an dieser Stelle unvertieft.

Am 1. April 2002 war das Gesetz der Lebensbeendigung auf Verlangen und Beihilfe zum Selbstmord in Kraft getreten.

Dies und die weiteren Details des Berichts HIER.

Über Liz Collet

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